Manuel Dorn, neuer Fotograf bei der Initiative "Kleider machen Leute", bei seinem ersten Einsatz im Krankenhaus in Sachsenhausen. Hier macht er Aufnahmen von Ramona Ott, Leiterin der Notaufnahme. foto: Enrico Sauda
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Manuel Dorn, neuer Fotograf bei der Initiative "Kleider machen Leute", bei seinem ersten Einsatz im Krankenhaus in Sachsenhausen. Hier macht er Aufnahmen von Ramona Ott, Leiterin der Notaufnahme.

Fotografie

Frankfurt: Er setzt Alltagshelden in Szene

  • vonEnrico Sauda
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Manuel Dorn ist der neue Fotograf der bekannten Initiative "Kleider machen Leute".

Manuel Dorn ist der neue Fotograf der Initiative "Kleider machen Leute". Er übernimmt diese Aufgabe von Daniel Baldus , der aus beruflichen Gründen diesen Job nicht mehr ausüben konnte. Mit dieser Kampagne wollen die Initiatoren, Herrenmaßschneider Stephan Görner und PR-Fachmann Sven Müller , Frauen und Männer würdigen, ohne deren Einsatz eine Stadt wie Frankfurt stillstehen würde. Menschen, die beim Arbeiten eher Blaumann, Sicherheitsanzüge oder schmutzabweisende Kleidung tragen und zu deren Dresscode nicht der feine Zwirn gehört. Doch diesen verpasst ihnen Görner und nun macht Dorn dazu die Fotos für die Kampagne.

Es entstehen Bilder, die zeigen, wie die Teilnehmer in Arbeitskluft und später im schicken Anzug aussehen. Den Machern geht es dabei um Wertschätzung, Anerkennung und Respekt für außergewöhnliche oder gefährliche Berufe. Und einmal im Jahr steigt eine schillernde Gala, bei der die "Models" und Prominente über den Laufsteg schreiten. Bei dieser Gala geht es auch um das Spendensammeln für die Leberecht-Stiftung unserer Zeitung, die seit mehr als sieben Jahrzehnten für behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche und ihre Eltern stark macht.

Das Ziel hat sich in dieser langen Zeit nie geändert: Vom Schicksal benachteiligten Kindern und ihren Familien ein Stück Lebensqualität schenken. Im Laufe der Jahre sind so ungefähr 150 000 Euro für die Stiftung zusammengekommen. Die diesjährige Veranstaltung, die Ende Januar über die Bühne gegangen wäre, mussten die Macher auf den 22. Januar des kommenden Jahres verschieben. Genug Zeit für Manuel Dorn, viele schöne und aussagekräftige Fotos zu produzieren. Das erste machte er am Wochenende von Ramona Ott , Leiterin der Notaufnahme des Krankenhauses Sachsenhausen, und für Dorn, Görner und Müller damit eine der Corona-Heldinnen dieser Stadt. Weil Dorn schon öfter für das Kempinski-Hotel Gravenbruch, wo die Gala seit Jahren stattfindet, fotografiert hat, schlug ihn Hotelchefin Karina Ansos Görner und Müller als Nachfolger für Daniel Baldus vor.

"Tatsächlich fotografiere ich nur noch aus Leidenschaft", sagt Dorn, der inzwischen Geschäftsführer der Prognose GmbH geworden ist, einer Firma, die Filme für Unternehmen macht. Sein Vater hatte ein Filmstudio. So kam Dorn zur Fotografie, "da lernst du das alles von klein auf".

Beim Fotografieren kommt es Dorn darum, den Menschen zu erkennen. "Ich will genau diese eine Millisekunde erwischen, in der es der Fotografierte schafft, trotz Kamera wirklich und erkennbar er selbst zu sein", erklärt der 42-Jährige, der vor zwei Jahren schon mal für "Kleider machen Leute" fotografieren sollte. "Aber damals konnte ich nicht und habe mich sehr geärgert, weil ich die Kampagne sehr gut finde. Sie ist auf eine Weise skurril, zeigt aber auch, was sich bei einem Menschen ändert, wenn man nur ein Detail ändert. Und natürlich wegen der Wertschätzung gegenüber den Berufsgruppen, die im Alltag nicht sichtbar sind", so Dorn. Enrico Sauda

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