Nur wenige Millimeter hoch ist die Asphaltschicht, die die Arbeiter in drei Schritten auf die Fahrbahn auftragen.
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Nur wenige Millimeter hoch ist die Asphaltschicht, die die Arbeiter in drei Schritten auf die Fahrbahn auftragen.

Straßenbau

Frankfurt erprobt neues Reparaturkonzept für Straßen

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Normalerweise wird Asphalt heiß aufgebracht - und muss dann ewig trocknen. Der Stadt geht das zu langsam. Sie erprobt ein neues Verfahren, bei dem der Asphalt kalt bleibt. Das hat viele Vorteile, aber auch einen gravierenden Nachteil.

Frankfurt Im Frankfurter Norden tut sich Neues auf den Straßen: Das Amt für Straßenbau und Erschließung lässt die Fahrbahnen mit einem neuen Verfahren reparieren. Es handelt sich um das DSK-Verfahren. DSK steht für "Dünne Asphaltdeckschicht im Kaltverfahren". Das Besondere, wie der Name sagt: Der Asphalt wird nicht erhitzt, sondern bei normaler Temperatur aufgetragen. "Der Vorteil besteht darin, dass die Straße schon nach 30 Minuten wieder befahren werden könnte", sagt Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung. Sie steht in der Klarastraße (Eschersheim). Eine Hälfte der Fahrbahn sieht frisch geteert aus. Aber: "Das ist nur die Vorbereitung."

Löcher werden mit Stein und Bitumen gefüllt

Dreimal fährt das große Fahrzeug der Firma Kutter Straßenbau aus Hanau über die sieben Straßen in Eschersheim. Beim ersten Mal wird lediglich die Vorbereitung aufgetragen: Die gröbsten Beulen und Löcher werden mit einer Masse aus Stein und Bitumen gefüllt. Dann bindet die Masse ab, chemisch. "Es ist wie beim Zement", sagt einer der Arbeiter. Hinter der Maschine wird der "Kasten" hergezogen, ein länglicher Rahmen von bis zu 4,10 Metern Breite, in dem sich Metallschnecken drehen und die Masse verteilen, die von oben aus dem Tank in den Kasten rinnt.

Der Kasten sitzt dabei dicht über der Straße auf und hinterlässt beim langsamen Weiterrollen ein fast schon ebenes Band aus schwarzem, nassem Material. Es erinnert an Schlamm mit vielen kleinen Steinchen und Splitt. Arbeiter eilen hinterher, verteilen die Masse weiter, wobei sie etwa 50 Zentimeter breite "Schrabber" nutzen, die wie Besen aussehen.

Weil Gullydeckel bleiben können, spart das Kaltverfahren Kosten

In einem zweiten und dritten Arbeitsschritt kommt dann der Asphalt auf die Straße, in Schichten, die jeweils nur fünf Millimeter hoch sind. "Wir haben am Ende eine Straße, deren Niveau lediglich einen Zentimeter höher ist als bislang", erläutert Rüdiger Auth, Leiter des Baubezirks Nord/Ost im Amt für Straßenbau. Ein Vorteil: Das Niveau der Straße steigt nur wenig, die Bordsteine bleiben so "hoch" wie zuvor, wodurch bei Starkregen nicht mehr Wasser auf den Bürgersteigen steht als vorher auch. Eine weiterer Vorteil dieses Verfahrens: Gullideckel und Ähnliches müssen nicht eigens höher gesetzt werden. Das spart Kosten.

Hinzu kommt, wie Auth erläutert: "Es wird nur etwa ein Viertel der Treibhausgase freigesetzt, verglichen mit einer herkömmlichen Heißasphaltbehandlung." Denn beim DSK-Verfahren muss nichts erhitzt werden.

Das Verfahren wurde in Frankfurt schon an einigen Stellen angewendet, sagt Michaela Kraft. Es wird derzeit an sieben Stellen erprobt, um danach wohl noch auf weiteren Straßen zur Anwendung zu kommen. Die sieben Anliegerstraßen mit wenig Verkehr sind: Allendorfer Straße, Ilkenhansstraße, Klarastraße, Körberstraße, Grommetstraße, Neumannstraße und Am Lindenbaum. Die Gesamtlänge beträgt rund 1200 Meter, die Fläche 6700 Quadratmeter. "Die Kosten sind mit 115 000 Euro noch etwas günstiger als bei Heißbauweise", sagt Kraft.

Mehr Kosmetik als Sanierung

Das Kaltbauverfahren geht auch schneller als das herkömmliche Verfahren. Es wird kein alter Asphalt abgefräst. Allerdings gibt es bestimmte Voraussetzungen. "Der Untergrund muss in Ordnung sein", so Kraft. "Das Verfahren kann nicht als Ersatz einer grundhaften Erneuerung angewendet werden." Vielmehr wirkt es quasi kosmetisch: Auf eine alte Straße - die alt bleibt - kommt eine dünne neue Schicht.

Die dünne Schicht wäre rasch wieder abgetragen, wenn das Verfahren auf einer stark befahrenen Straße angewendet würde. Deswegen eignet es sich nur für Anliegerstraßen. Bei der Ausbringung gibt es Grenzen: Nur bis zu einer Temperatur von zehn Grad ist es möglich, und es sollte auch nicht stark regnen. Aber solche Grenzen gibt es beim Verfahren mit Heißasphalt auch.

Holger Mix, Gebietsleiter bei Kutter, versicherte, dass die neue Decke auch hinsichtlich der Geräuschentwicklung Vorteile habe: Das Abrollgeräusch der Reifen sei etwas dunkler, tiefer und sogar leiser als bei herkömmlichem Asphalt.

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