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Kein Auto mehr in der Frankfurter Innenstadt? Es mag noch zwei oder drei Jahrzehnte dauern, doch auf dem Weg dahin ist Frankfurt längst.

Autofreie Innenstadt

Gut erreichbar, dennoch ruhig - warum nicht beides?

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Das ist wirklich keine schöne Vorstellung für den eingefleischten Fahrer: Kein Auto darf mehr in die Frankfurter Innenstadt fahren. Es mag noch zwei oder drei Jahrzehnte dauern, bis das Realität wird. Doch auf dem Weg dahin ist Frankfurt längst. Ein Kommentar.

Sind wir einmal ehrlich: In vielen Gassen in der Innenstadt von Frankfurt ist der heutige Autoverkehr schlicht unnötig. Wieso müssen Blechkarossen noch durch den Holzgraben, die Bleidenstraße und über den Liebfrauenberg rollen? Angesichts des auf der Neuen Kräme querenden Menschenstroms ist der Autoverkehr hier mehr Gefahr als Freiheit. Warum müssen Roßmarkt und Katharinenpforte für Durchgangsverkehr weiter offen sein? Das freut doch ausschließlich die lärmenden Autoposer. Wieso muss die Schäfergasse jeden Tag im Parkplatzsuch-Chaos wendender Geländewagen versinken? Weshalb müssen in der Braubachstraße Autos die Straßenbahnen ausbremsen, obschon nie einer der wenigen Parkplätze frei ist?

Ganz klar: Eine Vollsperrung der Innenstadt für Autos würde dem Handel, dem Standort und damit der ganzen Stadt schaden. Allerdings genügen schnelle und direkte Zufahrten in die Parkhäuser völlig. Von dort sind die Wege kurz in die Geschäfte. Kluge Autofahrer meiden doch längst die übrigen Gassen. Zwischen Main und Anlagenring sind nur ganz wenige, große Durchgangsrouten wie die Berliner Straße für den Verkehr relevant.

Wäre es nicht klüger, wenn Fußgänger in den vielen Gassen mehr Platz hätten, entspannt laufen könnten, Gaststätten mehr Außenbestuhlung anbieten könnten? Wenn es in der Innenstadt von Frankfurt ruhiger und attraktiver wird, nutzt das allen Kunden - auch jenen, die weiter mit dem Auto anreisen möchten. Bloß geschieht die Anreise dann eben nicht mehr zulasten der vielen, die ohne Auto hierherkommen.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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