Das Blaulicht leuchtet, während Beamte der polizeilichen "Kontrolleinheit Autoposer Raser Tuner" (KART) einen verdächtigen Mercedes und dessen Fahrer in Frankfurt kontrollieren. In der Europa-Allee treten immer häufiger die Poser in Aktion.	foto: Boris Roessler
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Das Blaulicht leuchtet, während Beamte der polizeilichen "Kontrolleinheit Autoposer Raser Tuner" (KART) einen verdächtigen Mercedes und dessen Fahrer in Frankfurt kontrollieren. In der Europa-Allee treten immer häufiger die Poser in Aktion.

Verärgerte Anwohner

Autoposer nerven Frankfurter Anwohner – Lärm tagsüber und nachts

  • vonGernot Gottwals
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Zum Ärgernis vieler Bewohner gibt es rund um die Europa-Allee in Frankfurt regelmäßige Treffen mit getunten Fahrzeugen. Der Ortsbeirat will nun gegen die Auto-Raser vorgehen.

  • In Frankfurt finden tags- und nachtsüber regelmäßig Poser-Treffen statt.
  • Anwohner der Europa-Allee fühlen sich durch die verursachte Lautstärke der Poser belästigt.
  • Tempolimit und Lärmblitzern sollen die Frankfurter Autoposer aus dem Verkehr ziehen.

Frankfurt – Laute Auto- und Motorradfahrer, die mit dem Sound ihrer getunten Maschinen Anwohner auch nachts belästigen, sind besonders an und im Umfeld der Europa-Allee zum Ärgernis geworden. Darum fordert der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) mit mehreren Anträgen den Magistrat um Abhilfe durch effektive Geschwindigkeitsbegrenzungen und Verkehrskontrollen.

Autoposer in Frankfurter sollen mit Lärmblitzern und Tempolimit aus dem Verkehr gezogen werden

So fragt das Unabhängige Bündnis (UB), ob die Stadt inzwischen über genügend Lärmblitzer für die Kontrolleinheit Autoposer, Raser Tuner (KART) verfügt, um Poser ab einer bestimmten Lautstärke zu blitzen und aus dem Verkehr zu ziehen, und ob es weitere Maßnahmen gibt, um die Beschallung im Europaviertel und dem nördlichen Gallus zu reduzieren. "Die Fahrten finden tagsüber und nachts statt, in den Nächten zu Samstag gibt es regelrechte Posertreffen", begründet Antragsteller Ralf Schmidt-Berberich.

Das UB und die Grünen fordern zudem die Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Europa-Allee: "Es soll geprüft werden, ob durch die Einführung von Tempo 30 auf der gesamten Europa-Allee ein besserer Verkehrsfluss erreicht werden kann, indem auf die meisten Ampeln verzichtet wird", erläutert Grünen-Sprecher Andreas Laeuen. Bis auf die Ampel an der Europa-Allee/Lissaboner Straße, die grundsätzlich bestehen bleiben sollte, würden die Ampeln den Verkehrsfluss stören, da sie nicht getaktet sind. Gleichzeitig sollen die Wegeverbindungen für den Radverkehr und die Einfahrten in die Nebenstraßen nach sachverständigen Normen verbreitert und markiert werden.

Tempolimit und Ampeln: Maßnahmen gegen Autoposer sollen nicht den Verkehr lahm legen

Die sieben stationären, nicht getakteten Ampeln zwingen zum unnötigen Anhalten, wobei die Europa-Allee ein sehr niedriges Fahrtempo aufweise und wegen der engen Fahrbahnen und der Baustellen ein umsichtiges Fahren fordere, so Laeuen. In einem weiteren Antrag fordert der Grünen-Sprecher, die Logistik an der U-Bahn-Baustelle Europa-Allee zu überprüfen und Zufahrten weiter östlich oder westlich über die Autobahn oder die Emser Brücke zu ermöglichen, um die Befahrung des gesamten Abschnittes der östlichen Europa-Allee und der Kreuzung Europa-Allee/Lissaboner Straße zu vermeiden.

"Unter Umständen könnten die Lärmblitzer ein geeignetes ergänzendes Mittel sein, um Verstöße zu sanktionieren und Fahrzeuge zu identifizieren, an denen technische Manipulationen vorgenommen wurden", erklärt der stellvertretende Leiter des Straßenverkehrsamts, Rainer Michaelis, mit Verweis auf frühere Stellungnahmen.

Autoposer erwartet trotz Lärmbelästigung und Verkehrsbehinderung nur eine niedrige Geldstrafe

Allerdings sei das Wissen der Stadt um den technischen und rechtlichen Einsatz der Lärmblitzer noch vergleichsweise unzureichend. So könne etwa illegales Tunen von Fahrzeugen für Soundeffekte nur mit einer Geldstrafe von zehn Euro geahndet werden, was nur wenig abschrecke. Ansonsten seien die Verkehrszusammenhänge der Europa-Allee sehr komplex, zur Umsetzung der Vorschläge könne man ohne detaillierte Prüfung vorab schwer etwas sagen. (Von Gernot Gottwals)

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