Wird die neue Europäische Schule auf der Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen gebaut, nur einen Steinwurf von der Europäischen Zentralbank entfernt? Das steht noch nicht fest. Eine Erweiterung in der Nordweststadt ist aber vom Tisch.
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Wird die neue Europäische Schule auf der Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen gebaut, nur einen Steinwurf von der Europäischen Zentralbank entfernt? Das steht noch nicht fest. Eine Erweiterung in der Nordweststadt ist aber vom Tisch.

Frankfurt: Umzug

Europäische Schule verlässt den Nordwesten: Suche nach neuem Standort geht weiter

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Eine Erweiterung der Europäischen Schule am jetzigen Standort in Frankfurt ist vom Tisch. Jetzt stellt sich nur die Frage, wo sie hinzieht: Mainwasen oder Kaiserlei?

Frankfurt - Nachdem der Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei gescheitert ist, geht es um die Frage, was mit dem Grundstück stattdessen passiert. Zwar hat der Basketballverein Skyliners angeboten, dort eine Arena zu bauen, aber dafür gibt es noch nicht so viele Fürsprecher. Zumindest die für Bildung zuständige Dezernentin Sylvia Weber (SPD) hat da eine andere Vorstellung. Sie sprach sich im Bildungsausschuss abermals dafür aus, auf dem Areal am Kaiserlei, das der stadtnahen Stiftung Almosenkasten gehört, die Europäische Schule unterzubringen.

"Die beste Lösung für die Europäische Schule ist der Kaiserlei", sagte Weber. Die einzige Voraussetzung dafür sei aber, dass die Multifunktionsarena am Flughafen realisiert werde. "Damit wäre allen geholfen. Denn auch die Ernst-Reuter-Schulen könnten endlich saniert werden."

Frankfurt: Europäische Schule am Kaiserlei? Platzmangel in der Nordweststadt

Doch von vorne: Die Idee, die Europäische Schule am Kaiserlei anzusiedeln, ist nicht neu. Schon der frühere Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) hatte seinerzeit dem Bund ein Grundstück an der Stadtgrenze zu Offenbach für die Europäische Schule angeboten. Darauf hat der Bund allerdings nicht reagiert.

Weil die Europäische Schule aber weiter wächst - und zwar rasant - und an ihrem Standort in der Nordweststadt aus allen Nähten platzt, wurde händeringend weiter nach einem neuen Standort gesucht. Zwischenzeitlich war eine Erweiterung am jetzigen Platz im Gespräch. Dagegen wehrten sich die beiden Ernst-Reuter-Schulen, die ebenfalls auf dem Gelände am Praunheimer Weg beheimatet sind. Die Integrierte Gesamtschule und das Oberstufengymnasium fürchteten um ihr Schulprofil und die lang versprochene Sanierung.

Frankfurt: Kein Ausbau der Europäischen Schule am jetzigen Standort - Neue Idee

"Die Idee war aus der Not heraus geboren, weil wir kein anderes Grundstück hatten", sagte Weber im Bildungsausschuss. "Aber jetzt will niemand mehr, dass die Europäische Schule auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schulen erweitert wird."

Auch der angedachte städtebauliche Wettbewerb, der die vielen offenen Fragen klären sollte, werde nun erst einmal nicht weiterverfolgt. "Der hätte 300 000 Euro gekostet", sagte Weber. "Es macht aber keinen Sinn, das Geld zu investieren, wenn die Europäische Schule an einen anderen Standort zieht."

Frankfurt: Alternativer Standort an Mainwasen - Sportvereine lassen mit sich reden

Auch der für das Bauen zuständige CDU-Stadtrat Jan Schneider bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung: "Das Thema, die Europäische Schule am jetzigen Standort zu erweitern, ist vom Tisch." Anders als die Bildungsdezernentin präferiert Schneider als neuen Standort für die Europäische Schule allerdings die Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen. "Da sehe ich gute Realisierungsmöglichkeiten", so Schneider. Dafür müssten die Sportvereine VfL Germania und SV 1894 Sachsenhausen allerdings umziehen. Ihnen wurde ein Ersatzgelände an der Offenbacher Landstraße gegenüber der Theologischen Hochschule Sankt Georgen angeboten. Vor zwei Wochen habe es laut Stadtrat Schneider "ein konstruktives Treffen" mit Vertretern der schwarz-rot-grünen Koalition und der Sportvereine gegeben. "Die Vereine sind für einen Grundstückstausch bereit", sagte der Baudezernent. "Sie sehen darin eine Chance, schnell zu einer neuen Sportanlage zu kommen." Deshalb hätte man sich auch in der Koalitionsrunde vergangene Woche darauf geeinigt, dass die Mainwasen eine gute Lösung für die Europäische Schule sein könnte.

Und so sprachen sich auch im Bildungausschuss Sabine Fischer (CDU) und Birgit Ross (Grüne) für die Mainwasen, aber gegen den Kaiserlei aus. "Der Kaiserlei ist ein Gewerbegebiet mit viel Verkehr. Das ist als Schulstandort nicht adäquat", sagte Ross. Auch die FDP könnte sich mit den Mainwasen anfreunden. "Der Gedanke ist verführerisch", sagte Stefan von Wangenheim. Die Stadtverordneten der SPD jedoch schwiegen. (Von Julia Lorenz)

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