Die Kult-Bar „HoRsT“ in Frankfurt muss schließen. (Symbolbild)
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Die Kult-Bar „HoRsT“ in Frankfurt muss schließen. (Symbolbild)

In den Adlerwerken

Kult-Bar „HoRsT“ in Frankfurt muss schließen

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Eine weitere Institution der Frankfurter Kulturszene fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Das Veranstaltungszentrum „HoRsT“ muss schließen.

Frankfurt - Der Frankfurter Kultur- und Veranstaltungsraum „HoRsT“ in der Kleyestraße 15 in Frankfurt-Gallus muss schließen. Das gaben die Betreiber Caro Hock und Lolek Lorey am Sonntag (05.07.2020) auf ihrer Website bekannt.

HoRsT seit sieben Jahren in Frankfurt

„Wir sind unendlich traurig, dass unser Herzensprojekt, welches wir über die letzten 7 Jahre mit viel Liebe, Leidenschaft, Freude, aber auch unter großen Anstrengungen aufgebaut haben, nun Vergangenheit ist“, ist auf der Website des „HoRsT“ zu lesen. Grund für die Schließung sind laut Hock und Lorey finanzielle Einbußen durch die Corona-Pandemie. Der Schließung seien „wochenlange Verhandlungen“ mit den Vermietern voraus gegangen, welche aber letztlich erfolglos verliefen.

Fehlende „Quersubventionierung“ durch Veranstaltungen im „HoRsT“

Bereits im Januar war das „HoRsT“ wegen Brandschutzsanierungen geschlossen worden. Ursprünglich war eine Wiedereröffnung in den alten Räumen in Frankfurt am 01. Mai geplant, welche aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Die folgenden Einnahmenausfälle bei gleichzeitiger Mietfortzahlung haben laut Betreibern dazu geführt, dass die finanziellen Ressourcen des „HoRsT“ aufgebraucht wurden. „Um unsere Firma zu retten, ziehen wir die Reißleine“, schreiben Hock und Lorey weiter auf ihrer Website. Eine wie bisher betriebene „Quersubventionierung“ des Kulturprogramms durch Vermietung und Firmenfeiern sei nicht mehr möglich. Die staatliche Unterstützung reiche nicht, es sei aber weiterhin das Ziel, ein „niederschwelliges und vielseitiges Kulturprogramm“ anzubieten.

Dennoch sei es ihr Ziel, das „HoRsT“ nach der Corona-Pandemie weiterzubetreiben, so die Betreiber. Dafür würde ein Lagerraum gesucht, außerdem hoffe man auf Räume zur Zwischennutzung und finanzielle Unterstützung. Das Material soll eingelagert werden, wie es danach weitergeht, ist aber noch nicht klar.

„HoRsT“ seit 2013 in Frankfurt

Seit 2013 hatte es im „HoRsT“ in Frankfurt Kulturveranstaltungen verschiedenster Art gegeben. Besonders bekannt war die Reihe „Pasta Kino e Vino“, bei der Nudelgerichte, Wein und Kinofilme kombiniert wurden. Auch die Veranstaltungsreihe „Ein Slam namens HoRsT“ sorgte regelmäßig für ein gut gefülltes Haus. Dabei traten sechs Poetry-Slammer gegeneinander an. Außerdem fanden in der Location regelmäßig Tanz- und Barabende statt.

Das „HoRsT“ ist nicht als einziger Club in Bedrängnis. Auch andere Kulturbetriebe in Frankfurt sind durch Corona bedroht. In der Nachbarstadt Offenbach hat man daher eigene Methoden entwickelt.

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