Die Faust des polnischen Boxer Mateusz Masternak (r) trifft den Finnen Juho Haapoja am 15.12.2012 in der Arena Nürnberger Versicherung in Nürnberg (Bayern) während des Kampfes um den Europameistertitel im Cruisergewicht. Masternak siegte nach Punkten.
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Das Landgericht Frankfurt hat einen ehemaligen Profiboxer dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. Zuvor attackierte er mehrere Menschen ohne ersichtlichen Grund. (Symbolbild)

Er träumte von der großen US-Karriere

Ex-Profiboxer rastet immer wieder aus – Mehrere brutale Angriffe auf Mitmenschen

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Ein ehemaliger Profiboxer attackiert mehrere Menschen – ohne ersichtlichen Grund. Das Landgericht in Frankfurt hat nach den brutalen Angriffen nun eine Entscheidung getroffen.

Frankfurt – Attacken im Schwimmbad, im Hotel und in einem Supermarkt: Ein ehemaliger Profiboxer ist vom Landgericht Frankfurt dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen worden, weil er gewalttätig – und ohne ersichtlichen Grund – auf Passanten losging.

Frankfurt: Ex-Profiboxer greift Gast im Schwimmbad an – und verletzt diesen

Erstmals wurde der Verurteilte bei einem Schwimmbadbesuch im Frankfurter Stadionbad auffällig. Im Becken griff er einen anderen Besucher an und versetzte diesem einen Ellenbogenstoß. Dabei verletzte er den Mann im Gesicht. Grund für das aggressive Verhalten: Der Ex-Profiboxer soll sich von anderen Badegästen provoziert gefühlt haben.

Bei einem zweiten Vorfall schlug der Mann in einem Hotel einen Mitarbeiter aus nichtigem Anlass K.O. Der dritte Angriff ereignete sich schließlich in einem Supermarkt, wo er auf einen Nachbarn losging und diesen in ein Regal stieß.

Landgericht Frankfurt: Attacken stehen in Zusammenhang mit Vergangenheit als Boxer

Der 40-Jährige habe wegen seiner Schuldunfähigkeit nicht regulär wegen Körperverletzung verurteilt werden können, hieß es am Freitag (17.07.2020) bei Gericht in Frankfurt. Laut einem psychiatrischen Gutachten sind die Taten auf einen „organischen Abbau“ zurückzuführen, der im Zusammenhang mit dem Boxsport des Mannes stehe.

Weil er nach diversen einschlägigen Vorstrafen als „Gefahr für die Allgemeinheit“ anzusehen sei, müsse er dauerhaft untergebracht werden. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft in Frankfurt schlossen sich dieser Auffassung an. Bereits vor einigen Jahren musste sich der ehemalige Profiboxer vor Gericht verantworten, nachdem er ein Juweliergeschäft überfallen* haben soll. Zudem soll der Mann mehrere Autos aufgebrochen haben.

Frankfurt: Ex-Profiboxer träumte von der großen Karriere in den USA

Vorgeworfen wurde ihm damals auch Widerstand gegen Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens. Er soll mehrere Bedienstete geschlagen, getreten und ihnen Kopfstöße versetzt haben. Diese hatten seinen Versuch vereitelt, als blinder Passagier ein Flugzeug nach Amerika zu besteigen. Dort wollte er nach eigener Aussage seinen „Traum von der großen Profikarriere“ verwirklichen.

Das Urteil vom Freitag (17.07.2020) kann noch angefochten werden, es ist noch nicht rechtskräftig.

Das Landgericht muss sich mit unterschiedlichsten Kriminalfällen beschäftigen. So wird am Landgericht Frankfurt auch der Mord an einer 22-Jährigen* in Hofheim verhandelt. Im Prozess hat bereits ein Zeuge ausgesagt. Er schilderte dem Gericht die On-off-Beziehung des Angeklagten und seiner Ex-Freundin. Rassistische Attacke in Frankfurt*: Eine junge Mutter ist massiv von einer anderen Frau beleidigt und bespuckt worden. Diese holte einen Begleiter – zusammen gingen sie auf ihr Opfer los. (tvd/dpa) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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