Ein Kind fährt in der unteren Rotlintstraße Fahrrad. Künftig werden hier mehr Radfahrer unterwegs sein. FOTO: Enrico SAUDA
+
Ein Kind fährt in der unteren Rotlintstraße Fahrrad. Künftig werden hier mehr Radfahrer unterwegs sein.

Nordend

Frankfurt: Radfahrer sollen die Friedberger Landstraße umfahren

Frankfurt soll für Fahrradfahrer sicherer werden. Die Friedberger Landstraße wird deshalb umgebaut. Ein Teilstück der Route stößt beim ADFC auf Kritik. 

  • Frankfurts Straßenverkehr soll sich an die Bedürfnisse von Radfahrern anpassen
  • Auf der Friedberger Landstraße ist der fahrradfreundliche Ausbau eine Herausforderung
  • Der ADFC blickt mit Sorge auf die Planungen der Stadt Frankfurt

Frankfurt – Frankfurt wird fahrradfreundlicher, das ist beschlossene Sache. An manchen Stellen in der Mainmetropole ist das allerdings leichter gesagt als getan. Ein prominentes Beispiel ist die Friedberger Landstraße. Diese ist Zufahrtsstraße für sämtliche aus dem Norden kommenden Verkehrsmittel, mehrere Fahrspuren teilen sich den wenigen Platz im Nordend mit der Straßenbahn und Bussen.

Nicht alle Frankfurter Fahrradfahrer fühlen sich bei einem solchen Verkehrsaufkommen sicher dabei, auf der Straße unterwegs zu sein, weshalb die Stadt Frankfurt bereits damit begonnen hat, die Straße im Zuge des Radentscheids fahrradfreundlich umzubauen.

Frankfurt: Rote Markierungen deuten Fahrradfahrern den Weg 

Mittlerweile können Radfahrer die rot markierten Wege zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Kurt-Schumacher-Straße benutzen und werden durch die auffällige Farbgebung vom Autofahrern besser erkannt. Der Frankfurter ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) sieht dem Bau von Fahrradspuren freudig entgegen, wenn auch ein Teil der zukünftigen Routenführung dem Club Sorgen macht.

Die Planungen der Stadt sehen für diesen kurzen Abschnitt zwischen Friedberger Platz* und der Kreuzung mit der Egenolffstraße am Matthias-Beltz-Platz derzeit vor, dass die Fahrradroute durch die Rotlintstraße geführt wird. "Man kann die Rotlintstraße oder auch die Günthersburgallee jetzt schon als Alternative für den Abschnitt nutzen, je nachdem, wo man hin möchte", kommentiert Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC. "Doch wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Ausweichrouten keine vernünftigen Fahrradstrecken ersetzen", meint er.

ADFC in Frankfurt: Stadteinwärts wird es zu eng für die Fahrradfahrer 

"Zwischen dem Matthias-Beltz-Platz und dem Friedberger Platz wird die Einrichtung von Radspuren stadteinwärts schwierig. Da gibt es Platzprobleme", weiß Giebeler. "Mir würde Tempo 30 und eine Mischverkehrslösung vorschweben", überlegt er. Doch liegt der Umbau dieses Abschnitts ohnehin noch in der Ferne.

In den nun anstehenden Sommerferien will die Stadt die Friedberger Landstraße zunächst weiter südlich angehen. Stefan Lüdecke, Referent des Frankfurter Verkehrsdezernenten, weiß mehr: "Nach Einrichtung der Radverkehrsanlagen im Bereich Konrad-Adenauer-Straße und Kurt-Schumacher-Straße folgt nun in den Sommerferien 2020 die Einrichtung der Radverkehrsführung auf der Friedberger Landstraße zwischen Friedberger Tor und Friedberger Platz", teilt er auf Anfrage mit. 

Frankfurt: Weniger Spuren für Autos, mehr Sicherheit für Radfahrer

Bislang sei die Situation für Radfahrer hier sehr gefährlich. Damit die Pedaleure in Zukunft mehr Platz haben, sollen in diesem Abschnitt die Autos den Fahrradfahrern ihre Spuren abtreten: "Die Einrichtung der Radverkehrsführung in beide Fahrtrichtungen wird durch die Auflösung von Kfz-Spuren erfolgen. Für die Kraftfahrzeuge steht dann künftig nur noch eine Fahrspur je Richtung bereit.

Die Details der Planung werden derzeit zwischen Straßenverkehrsamt und dem beauftragten Ingenieurbüro abgestimmt", führt Lüdecke aus. Die Radstreifen sollen wie zuletzt an vielen Stellen praktiziert auch in diesem Abschnitt rot markiert und in "ausreichender Breite" dargestellt werden. "Ziel ist es, diese bedeutende Nord-Süd-Achse in unserer Stadt für den Radverkehr sicher und attraktiv auszubauen", so Lüdecke. 

Einer Studie zufolge wird Fahrradfahren in Frankfurt immer beliebter. Die Stadt will dieser Entwicklung Rechnung tragen. Sie hat aber ein großes Problem: An den entscheidenden Stellen fehlt den Behörden Personal

Die Initiative Radentscheid Frankfurt hat eine Demonstration angekündigt. Dabei sollen stark befahrene Strecken im Feierabendverkehr blockiert werden.

Von Niklas Mag

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare