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In der Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße an der Konstablerwache wird seit vorigem Sonntag ein roter Radweg markiert und ein Teil der bisher zweispurig genutzten Fahrbahn für den Autoverkehr weggenommen.

Radfahren in Frankfurt

Der holprige Weg zur Fahrradstadt: An entscheidenden Stellen fehlt Personal

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Frankfurt soll die ideale Stadt für Fahrradfahrer werden. An Planern, die die Ambitionen Wirklichkeit werden lassen, herrscht allerdings Mangel. 

  • Frankfurt will Fahrradstadt werden
  • Stadt Frankfurt braucht für das Projekt mehr Personal
  • Fahrradstadt Frankfurt: „Eine Aufgabe für ein ganzes Jahrzehnt.“

Frankfurt – 45 Kilometer neue Radwege, fahrradfreundliche Nebenstraßen, sichere Kreuzungen: Frankfurt will Fahrradstadt werden. Die ersten Anzeichen dafür sind auch schon sichtbar. So wurden etwa an der Schönen Aussicht die Radwege rot markiert. Doch dabei soll es natürlich nicht bleiben.

Zur Erinnerung: Die Frankfurter Stadtverordneten haben sich im vergangenen August darauf geeinigt, dass Frankfurt sicherer für Radfahrer werden soll und einem entsprechenden Antrag von CDU, SPD und Grüne zugestimmt. Die darin aufgeführten Maßnahmen gehen auf die Kernforderungen der Initiative "Frankfurter Radentscheid" zurück, die mehr als 40 000 Unterschriften für bessere Radwege gesammelt und ein Bürgerbegehren angestrebt hatte. 

Dieses wurde zwar seitens des Magistrats als rechtlich unzulässig bewertet, in monatelangen Verhandlungen konnte man sich dennoch auf einen langen Maßnahmenkatalog einigen, der in den kommenden Jahren in Frankfurt umgesetzt werden soll.

Fahrradstadt: Die Stadt Frankfurt braucht mehr Personal

Um das zu schaffen, braucht die Stadt Frankfurt allerdings mehr Personal. Derzeit werden acht Bauingenieure spezialisiert auf Verkehrswesen und Straßenentwurf gesucht. "Wenn man solch ein Maßnahmenpaket umsetzen will, geht das nur, wenn man auch bereit ist, Geld auszugeben und Personal bereitzustellen", sagt Stefan Lüdecke, Leiter der Stabsstelle Radverkehr, die im Frankfurter Verkehrsdezernat von Klaus Oesterling (SPD) angesiedelt ist. Darauf habe man sich mit dem Beschluss der Stadtverordneten geeinigt. "Wir arbeiten zwar mit Ingenieurbüros zusammen, aber diese müssen geführt und angeleitet werden", so Lüdecke. "Sie planen die komplexen Maßnahmen und setzen sie um."

Frankfurt: Bessere Bedingungen für Fahrrad-Fahrer als Ziel

Momentan laufen noch die Vorstellungsgespräche für die ausgeschriebenen Stellen. Es hätte "einige, vielversprechende" Bewerbungen gegeben. "Aber die Situation ist nicht leicht. Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt", so Lüdecke. Vor allem Bauingenieure seien schwer zu finden, gibt es derzeit doch viele große Bauprojekte, nicht nur in Frankfurt. Zudem ist die Mainmetropole nicht die einzige Stadt, die fahrradfreundlicher werden will. "Ich bin aber optimistisch, dass wir gute Leute finden", sagt Lüdecke.

Die Planer werden im Straßenverkehrsamt sowie im Amt für Straßenbau und Erschließung angestellt sein. Sie sollen sich darum kümmern, wie schnell künftig auf welchem Straßenabschnitt in Frankfurt gefahren werden darf, wie die Ampeln geschaltet sein müssen, um eine Kreuzung sicherer zu machen, wie den Radfahrern eine Grüne Welle ermöglicht werden kann und wie sie geleitet werden müssen, wenn es irgendwo in der Stadt eine Baustelle gibt - was ja keine Seltenheit ist. Lüdecke hofft, dass die ersten neuen Kollegen, wenn alles gut läuft, schon zum 1. April anfangen können.

Fahrrad-freundlicheres Frankfurt: Eine Aufgabe für ein ganzes Jahrzehnt

Bis dahin werden die Hände aber nicht in den Schoß gelegt. "Natürlich versuchen wir mit den vorhandenen Möglichkeiten, an der Umsetzung der Maßnahmen zu arbeiten", so der Leiter der Stabsstelle "Radverkehr". Dafür müssten andere Projekte für Frankfurt eben hinten angestellt werden.

"Im Interesse der Frankfurter wollen wir die Stadt schnell fahrradfreundlich gestalten", so Lüdecke. Das gehe aber nicht von heute auf morgen. "Alles, was komplex ist, braucht eine Umsetzungszeit von drei Jahren." Fördermittel müssen beantragt werden, Ausschreibungen ausgelotet werden. Lüdecke sagt: "Wenn wir Frankfurt zur Fahrradstadt machen wollen, ist das eine Aufgabe für ein ganzes Jahrzehnt."

VON JULIA LORENZ

Die Straßen in Frankfurt werden umgebaut. 31 Millionen Euro steckt das Bauamt in Radwege und vieles mehr. Mit Folgen für Einwohner und Pendler. Das Umbauen ist wichtig, denn es kommt immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen mit Radfahrern. In Frankfurt-Preungesheim wurde eine junge Radfahrerin bei einem Unfall mit einem Müllwagen schwer verletzt.

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