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„Wertvoller Beitrag zum Sicherheitsempfinden“: Die Bilanz der Frankfurter Fahrradstaffel

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Mitglieder der Fahrradstaffel der Städtischen Verkehrspolizei fahren an der Alten Oper entlang.
Mitglieder der Fahrradstaffel der Städtischen Verkehrspolizei fahren an der Alten Oper entlang. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Frankfurter Fahrradstaffel der Verkehrspolizei ist seit 2019 im Einsatz. In zwei Jahren haben die zehn Polizisten fast 40.000 Kilometer zurückgelegt.

Frankfurt – Die Fahrradstaffel der städtischen Verkehrspolizei bleibt auf Einsätze in der Innenstadt fokussiert. Einen Einsatz in den äußeren Stadtteilen lehnt Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) ab. Und er nennt dafür einen gewichtigen Grund. Dabei wird der Wunsch aus Ortsbeiräten und von Bürgern immer wieder laut, die Fahrradstaffel auch nicht-innerstädtisch einzusetzen.

Fahrradstaffel in Frankfurt: Ist das Einsatzgebiet zu klein?

Dass es dort eine „Kontrolllücke“ gebe, merkt Johannes Lauterwald (Grüne) an, der Ortsvorsteher des Ortsbeirats 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). Als Stadtverordneter nutzte Lauterwald die jüngste Fragestunde, um bei Dezernent Majer nachzuhaken, warum die 2019 beschlossene und zunächst auf fünf Jahre bewilligte Staffel mit ihren zehn Mitarbeitern nicht in den äußeren Ortsbezirken zum Einsatz kommt. „Insbesondere um die Stadt aus der Sichtweise von Radfahrerinnen zu betrachten, war und ist diese Einrichtung sinnvoll“, betont Lauterwald.

Doch: „Es ist derzeit nicht geplant, das Einsatzgebiet der Fahrradstaffel auszuweiten“, sagt Stefan Majer, „da dies den Erfolg in der Innenstadt gefährden würde“. Auf den „inneren Kordon“ zwischen Alleenring, Main und Gutleutviertel/Bockenheim sei der Aktionsradius der Staffel bisher bewusst beschränkt. Sie solle sich nämlich auf den Umweltverbund konzentrieren: Die Verkehrspolizisten sollen Halt- und Parkverstöße auf Rad- und Gehwegen sowie Busspuren und Haltestellen „konsequent“ verfolgen, so Majer. „Um durch eine möglichst hohe Sanktionswahrscheinlichkeit eine spürbare Verhaltensänderung zu bewirken“ bei den Autofahrern, sei das Einsatzgebiet derart fokussiert. Und es liege natürlich auch an der begrenzten Personalstärke der Staffel mit zehn Bediensteten.

Frankfurter Fahrrad-Polizei: Die Bilanz nach zwei Jahren

Die Wirkung der Pedal-Polizisten ist bemerkenswert: Von Ende 2019 bis Ende 2021 hätten sie 63.285 Halt- und Parkverstöße angezeigt, erklärt der Dezernent. 4.507-mal wurden Fahrzeuge abgeschleppt. 13.197 Einsatzstunden leisteten die Verkehrspolizisten und legten dabei 39.439 Kilometer auf den Dienstfahrrädern zurück.

Auch vor 2019 sei die städtische Verkehrspolizei „witterungs- und personalabhängig“ im Streifendienst auf Zweirädern unterwegs gewesen. Nachdem die Stadtverordneten dann grünes Licht gegeben hatten, sei die Fahrradstaffel als eigene Dienstgruppe gegründet worden, erinnert Majer. 2021 habe sie 97 Prozent ihres Streifendienstes per Fahrrad absolviert. Die zehn Stellen hatten die Stadtverordneten in ihrem Grundsatzbeschluss zum Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur bewilligt. Mit diesem reagierte 2019 die damalige Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf den Bürgerentscheid zum Ausbau des Radverkehrs, des Rad-Entscheids. Die Initiatoren hatten 40.000 Unterschriften gesammelt. Die Stadt lehnte den Entscheid zwar aus formellen Gründen ab, das Parlament beschloss aber viele der Forderungen, darunter auch den massiven Ausbau von Radwegen wie aktuell im Oeder Weg.

Fahrradstaffel in Frankfurt hat sich „vollumfänglich bewährt“

Die Fahrradstaffel „hat sich nach Auffassung des Magistrats vollumfänglich bewährt“, erklärt Stefan Majer. Die Staffel „übt nicht nur objektiv einen positiven Einfluss aus, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum subjektiven Sicherheitsempfinden als wichtige Voraussetzung zur weiteren Steigerung des Radverkehrsanteils“.

Die Kritik Lauterwalds, dass es in den Außenbezirken eine „Kontrolllücke“ gebe, weist der Dezernent zurück. „Auch die übrigen Bediensteten wissen um die Bedeutung des Umweltverbundes.“ Er räumt aber ein, „dass die Überwachungsdichte hier tatsächlich geringer ist“. Der Anblick von Verkehrspolizisten auf zwei Rädern könnte dennoch auch dort womöglich in Zukunft öfter möglich sein. Stefan Majer erklärt: Es „werden derzeit Überlegungen angestellt, Fahrräder auch in den übrigen Dienstgruppen einzusetzen“. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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