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Mit Pfefferspray attackierten junge Männer eine Familie (Symbolbild).

"Vor Schmerzen geschrien"

Familie mit Kindern feiert im Garten - Dann werden sie mit Pfefferspray attackiert

Eine Familie sitzt in Frankfurt im Garten und isst Kuchen. Plötzlich tauchen junge Männer am Zaun auf. Kurz darauf eskaliert die Situation. 

Frankfurt - Eigentlich sollte es in dem kleinen Hausgarten in Unterliederbach ein netter Nachmittag mit Freunden werden. Eine Familie mit drei Kindern besuchte Bekannte, und man aß Kuchen und trank Kaffee, ehe am Abend der Grill angeworfen wurde. Doch die Feier wurde im weiteren Verlauf jäh gestört: Plötzlich erschienen junge Männer am Gartenzaun, Angehörige der Nachbarin, die bereits seit längerer Zeit mit der feiernden Familie im Clinch lag. 

Böse Schimpfworte flogen über die Hecke, und am Ende zückte ein 20-Jähriger eine Sprühdose mit Pfefferspray. Die Eltern und ihre drei kleinen Kinder bekamen eine Ladung ab - die Kinder sollen, so die Schilderung vor Gericht, vor Schmerzen geschrien haben, und auch die Erwachsenen mussten von Sanitätern betreut werden, die ihnen den Reizstoff aus den Augen wuschen. Für die Geschädigten war das Maß voll - sie erstatteten Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.

Frankfurt: Familie mit Kindern attackiert - Danach weitere Straftat

Ungeachtet, dass nun ein Strafverfahren auf ihn zukommen sollte, benahm sich der 20-Jährige weiter kräftig daneben: Von einem Bekannten aus der Goldsteiner Siedlung Am Heisenrath verlangte er plötzlich 3000 Euro Bargeld - der Erlös aus trüben Drogengeschäften. Als das verängstigte Opfer passen musste, nahm ihm der 20-Jährige einen teuren Kopfhörer weg.

Nach einer erneuten Strafanzeige stellte die Polizei Anfang Dezember die Wohnung in dem Goldsteiner Hochhaus auf den Kopf. Der junge Mann, immer wieder in der Zwischenzeit durch unbändige Aggression aufgefallen, wurde vollständig gefesselt, und in der Grünanlage vor dem Haus fand sich schließlich auch der Kopfhörer, den der Mann im letzten Augenblick aus dem Fenster geworfen hatte. Daraus wurde eine räuberische Erpressung, die gestern vor dem Amtsgericht gemeinsam mit der Pfefferspray-Attacke (gefährliche Körperverletzung) zur Verhandlung kam.

Frankfurt: Kinder und Eltern mit Pfefferspray attackiert - Urteil 

Trotz seiner offensichtlichen aggressiven, "impulsiven" Art schaffte es der Angeklagte, sich zumindest bei der Familie für die Sprayattacke zu entschuldigen. Der Mann mit dem Kopfhörer kam trotz Ladung nicht zum Termin, dafür wurde jedoch seine Aussage bei der Polizei verlesen, die gleichwohl ein Licht auf das Gebaren des Angeklagten warf. 

Für das Gericht stand es deshalb fest, dass es nicht allein bei den zehn Monaten Jugendstrafe zur Bewährung bleiben könne. Zahlreiche Auflagen muss er zudem erfüllen, so beispielsweise die Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Seminar und regelmäßige Drogenkontrollen. Alle vier Wochen hat er überdies Gericht und Jugendhelferin vom Fortgang seiner Ausbildung zum Maler und Lackierer zu informieren. Der Mann fügte sich in sein Schicksal - das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig. 

Von Matthias Gerhart

Bei einem anderen Vorfall in Frankfurt wurde ein Fußgänger von einem Auto angefahren und dabei so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb. 

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