Der Duft des Fr¿hlings
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Die Stinkwanze verbreitet ihren penetranten Geruch, wenn sie sich bedroht fühlt.

Das stinkt den Fechenheimern

Fechenheim hat ein Kot-Problem – Lkw-Fahrer machen in die Büsche

  • vonKatja Sturm
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In die Büsche an der Ferdinand-Porsche-Straße in Frankfurt machen ständig Lkw-Fahrer ihr großes Geschäft. Immerhin gibt's jetzt Tütchen für die vielen Hundehaufen.

Frankfurt – Auf der Ferdinand-Porsche-Straße in Frankfurt-Fechenheim gibt es gleich in doppelter Hinsicht ein Kot-Problem. Einerseits stören die Hinterlassenschaften der Vierbeiner, von denen viele ihr aktuelles Domizil im Tierheim haben, das hier angesiedelt ist. Aber es suchen sich auch regelmäßig Menschen in dem wenigen Grün am Wegesrand ein Plätzchen für ihre Notdurft.

Laut Benjamin Wiewiorra, der für die CDU im zuständigen Ortsbeirat 11 sitzt, handelt es sich dabei um Fahrer der Lkw, die das Gewerbegebiet im Osten Frankfurts als Park- und Übernachtungsmöglichkeit nutzen. Der Stadtteilpolitiker selbst wurde von den Verantwortlichen des Tierschutzvereins auf diese Misere angesprochen und hatte zur vergangenen Sitzung des Parlaments im Juni zwei Anträge eingebracht. Der eine sollte dafür sorgen, dass in Zukunft vier Spender für Hundekotbeutel aufgestellt werden, damit diejenigen, die hier mit den Tieren Gassi gehen, deren Haufen gleich aufnehmen und entsorgen können.

Kot-Problem in Frankfurt-Fechenheim: Tierheim füllt Tüten-Spender nach

Das Anliegen traf grundsätzlich auf Zustimmung. Allerdings konnte es noch nicht abgesegnet werden, da für derartige Einrichtungen Paten verpflichtet werden müssen, die die benötigten Tütchen nachfüllen.

Laut Wiewiorra ist das mittlerweile erledigt. Das Tierheim selbst steht für diese Rolle zu Verfügung. Knapp 250 Hunde leben dort zumindest eine Zeitlang und werden regelmäßig von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgeführt. Diesen kommt es entgegen, wenn sie sich an den Spendern bedienen können, statt jedes Mal einen Vorrat an Beuteln mitzunehmen. Zudem fällt es so nicht schwer, den Stand des jeweiligen Vorrats im Blick zu behalten und gegebenenfalls für schnellen Nachschub zu sorgen. Davon profitierten, wie Wiewiorra betont, auch andere Hundebesitzer, die hier unterwegs sind.

Frankfurt-Fechenheim: Lkw-Fahrer hinterlassen Exkremente

Während dieser Antrag nun bei der nächsten Sitzung nach der Sommerpause am 24. August abgesegnet werden soll, ist für die Schwierigkeiten mit den menschlichen Exkrementen noch keine Lösung in Sicht. Wiewiorra hätte sich vorstellen können, dass man zumindest temporäre Toiletten, sogenannte Dixi-Klos, aufstellt, um der Verschmutzung Herr zu werden. Doch die Bitte an den Magistrat, in welcher Form auch immer Abhilfe zu schaffen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Sandra Neubauer von den Grünen begründet das damit, dass man die "prekären Arbeitsbedingungen" nicht unterstützen wolle, aus denen heraus derartige Probleme erst resultieren. Es seien nicht etwa die großen, üblicherweise für sehr lange Strecken genutzten Fernlaster mit extra Übernachtungskabinen, die hier herumstehen, sondern kleinere Modelle, die eigentlich nicht für eine derartige Nutzung vorgesehen sind.

Frankfurt-Fechenheim: Unternehmen sollen WCs einrichten

Neubauer sieht deshalb nicht die Stadt, sondern die Unternehmen in der Pflicht, die die entsprechenden Fahrten in Auftrag geben. Als Beispiel nennt sie den Paket- und Brief-Express-Dienst, der in der Ferdinand-Porsche-Straße eine sogenannte Zustellbasis hat. Auf dem riesigen Gelände könnten WC-Anlagen leicht einen Platz finden. Die Kosten dafür seien von der Firma zu übernehmen. Eine weitere und noch bessere Option sei es natürlich, dass es erst gar nicht zu der Situation kommt, dass die Leute am Steuer in ihren Fahrzeugen schlafen müssen.

Wiewiorra will trotz des Widerstands aus den anderen Fraktionen noch nicht aufgeben. Ihm sei es wichtig, dass die Büsche und Hecken nicht länger verunreinigt werden. Deshalb will er sich Gedanken darüber machen, welchen Weg man noch einschlagen könnte, um zu diesem Ziel zu gelangen.

Einen rettenden Einfall hat er allerdings noch nicht. So wird es wohl erst mal dabei bleiben, dass es in der bogenförmigen Ferdinand-Porsche-Straße unangenehm riecht und aussieht, auch wenn es dort und in der Carl-Benz-Straße, in der sie vorne und hinten mündet, vermutlich bald schon Spender von Beuteln für Kot jeder Art gibt. (Von Katja Sturm)

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