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Katzen im Tierheim Fechenheim lassen sich gerne auch mal streicheln.

Tierheim Fechenheim

Platz wird knapp: Viele Tierhalter geben in den Ferien ihre Tiere ab

Rund 300 Tiere werden im Tierverein in Fechenheim betreut - von nur zwölf Pflegern.

Frankfurt - Seit dem Beginn der Sommerferien hat für die Mitarbeiter des Frankfurter Tierheims die härteste Zeit des Jahres angefangen. „Alle Jahre wieder“, sagt die stellvertretende Tierheimleiterin Simone Faust, würden viele Tiere abgegeben, so dass der Platz des Fechenheimer Vereins dann knapp werde. Außerdem nimmt im Sommer die Zahl der Vermittlungen ab. Ausgesetzte Haustiere zu finden, sei aber auch in den Ferien die Ausnahme, stellt Simone Faust fest.

Der Verein hofft, dass sich schnell weitere Ehrenamtliche finden, die Spaß an der Arbeit mit Tieren haben. Derzeit betreut das zwölfköpfige Pflegerteam rund 300 Tiere. Die Anzahl an Helfern wächst zwar momentan, trotzdem brauchen die vielen Tiere jede weitere Hand zum Schmusen und Ausgehen, so Faust.

Wer keine Zeit hat, im Heim zu helfen, kann sich auch durch Mitglied- und Patenschaften oder mit einer Spende am Tierschutz beteiligen. Interessierte, die schon Erfahrung mit Hunden haben, können sich jederzeit beim Verein melden, um auch mit „etwas schwierigeren Hunden“ die Natur zu erkunden.

Tiere im Heim als Ersatz für das Haustier

Simone Faust ist mit Unterbrechungen seit 1986 im Verein, die Liebe zu den Tieren war stets ihre Antriebskraft, sich zu engagieren. Trotz des kleinen Helferteams sei die Arbeit nicht nur stressig, sondern oft auch lustig. Faust zufolge bilden die Ehrenamtlichen und Pfleger eine richtige Gemeinschaft.

Mit dem Satz „Ein Leben ohne Hunde ist möglich, aber sinnlos“ stellt sich das Team auf der Internetseite des Tierschutzvereins vor. Aber es werden nicht nur Hunde betreut – das Team hält auch Katzen, Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen in die Kamera. Der Spaß an der Zusammenarbeit von Mensch und Tier wird hier deutlich sichtbar.

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Für viele sind die Tiere des Vereins ein Haustierersatz, weil sich Berufstätige aus Zeitgründen oft nicht um eigene Haustiere kümmern können, aber trotzdem am Wochenende gerne Gassi gehen würden. Auch Kinder lernen den Umgang mit Tieren. In einer AG im Kleintierhaus werden die Nager schon den Kleinsten anvertraut.

Zweimal im Jahr erscheint das Vereinsmagazin „Tiere brauchen Menschen“. Mit vielen Anekdoten und Bildern berichten ehrenamtliche Helfer und Pfleger von ihren täglichen Erlebnissen.

Besonderes Verhältnis zwischen Mensch und Hund

Das Engagement für Tiere kann sogar Sport ersetzen. So schreibt ein 23-jähriger Ehrenamtlicher, dass er durch das Gassigehen „in den ersten drei Monaten zehn Kilo abnahm“. Zunächst wollte er mit der ehrenamtlichen Mitarbeit eigentlich nur seine Chancen auf ein Stipendium fürs Informatikstudium erhöhen, doch mittlerweile seien ihm sowohl die Tiere als auch die Mitarbeiter ans Herz gewachsen. Während des Spaziergangs hätten er und der Hund sehr viel dazugelernt. Dazu kommen die menschlichen Bekanntschaften, die seine bisherigen zwei Jahre zu einer schönen Zeit gemacht hätten.

Dass Beziehungen zwischen Menschen und Tieren sehr eng sein können, beschreibt ein 75-jähriger Hundefreund: Nach der Vermittlung seines ersten Lieblings besuchte er ihn ein halbes Jahr später bei seinen neuen Besitzern. Der Hund begrüßte ihn immer noch freudig.

In seinen neun Jahren beim Verein lernte er viele verschiedene Hunde kennen. Einen anderen Hund namens Nemo wird er auch nie vergessen. Seine unproblematische und ruhige Art machte ihn zu etwas Besonderem. Der Mann beschreibt vor allem den Abschied vom Hund sehr emotional: „Er lehrte mich, dass es ein besonderes Verhältnis zwischen Mensch und Hund geben kann.“

Fürs Tierwohl

Der Tierschutzverein Frankfurt am Main und Umgebung von 1841 ist eine der ältesten Tierschutzorganisationen Deutschlands. Der Fechenheimer Verein setzt sich gegen Tierquälerei ein und kümmert sich um Hunde, Katzen und Kleintiere.

Tiervermittlungen sind donnerstags/ freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr möglich. Interessierte können das Tier kennenlernen, nachdem ein Selbstauskunftsbogen beim Tierheim abgegeben wurde. Wichtig ist dem Verein, dass Mensch und Tier „miteinander harmonieren“.

Informationen für ehrenamtliche Helfer oder Spender gibt es auf der Internetseite www.tsv-frankfurt.de oder unter den Rufnummern 069/42 30 05 bzw. 069/42 30 06.

Spenden werden unter der IBAN DE28 5005 0201 0000 8813 67 entgegengenommen.

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