Mobilitätswoche

Frankfurt feilt an Konzept für autofreien Sonntag

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Zum zehnten Mal gibt es die Mobilitätswoche in Frankfurt. Und weil die Mainmetropole in punkto Nachhaltigkeit im Verkehr Vorbild ist, soll hier nun auch die Auftaktveranstaltung sein.

Seit 2007 beteiligt sich die Stadt Frankfurt an der Europäischen Mobilitätswoche. Am Samstag, 17. September, nimmt sie zum zehnten Mal Fahrt auf, fokussiert sich unter dem Motto „Mobilität mit Verstand – Wirtschaft mit Gewinn“ auf die ökonomischen Effekte umweltfreundlicher Beförderungsmittel. „Eine nachhaltige Mobilität, in der das Auto nicht die Hauptrolle spielt, kann wirtschaftlich durchaus rentabel sein“, zeigte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz überzeugt.

Die industriell starke Mainmetropole sei dafür der beste Beweis: „Wir sind gut aufgestellt und entwickeln zudem ständig neue Ideen, um das Autoaufkommen in der Stadt zu reduzieren“, versicherte der 64-jährige SPD-Politiker. Carsharing erfreue sich immer größerer Beliebtheit, der ÖPNV verzeichne stetig steigende Fahrgastzahlen und zudem würde Frankfurt kontinuierlich attraktiver für Radfahrer.

Um einen weiteren Gang hochzuschalten, arbeite die Stadt bereits am Konzept eines autofreien Sonntags. „Die Einführung eines solchen haben wir im Koalitionsvertrag festgelegt,“ erläutert Oesterling. Dazu seien erhebliche Vorbereitungen vonnöten. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir im Sommerhalbjahr 2018 so weit sind.“ Nach erfolgreicher Implementierung wäre auch ein autofreier Wochentag denkbar, kündigte er an.

Lange sei Frankfurt unter dem Radar geflogen, machte Winfried Schmitz von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq deutlich. „Nun wurde die Bundesregierung auf die Vorbildfunktion unserer Stadt aufmerksam.“ Deshalb fände die deutschlandweite Auftaktveranstaltung der Mobilitätswoche 2016 in der Mainmetropole statt – „Eine große Auszeichnung“, wie Oesterling betonte.

Ganz allgemein empfände er die Veranstaltungswoche als Anstoß, über das eigene Verkehrsverhalten nachzudenken: „Mobilität ist Lebensqualität, schränkt sie aber zugleich ein“, gab er zu bedenken. Vom 16. bis zum 22. September könne sich jeder über die unterschiedlichsten Beförderungsformen informieren.“ Höhepunkt der Veranstaltungsreihe sei unter anderem der Informationstag am 17. September rund um die Hauptwache. Aber auch ein Besuch des Familientags am 18. September auf dem Alten Flugplatz in Bonames lohne sich.

Zudem gebe es zahlreiche Stadtführungen – etwa zu Fuß durch die Wallanlagen, mit dem Velotaxi durch die City oder per Straßenbahn entlang der Atelierszene. Sportlich Aktive könnten in der Fahrradselbsthilfewerkstatt ihre Räder auf Vordermann bringen; Senioren hätten die Möglichkeit, sich über den richtigen Umgang mit dem Fahrkartenautomaten zu informieren.

Die Stadt rechne mit einer Besucherzahl im vierstelligen Bereich. „Die 10 000-Marke werden wir aber kaum erreichen“, schränkt Oesterling ein. Auch könne er sich kaum vorstellen, dass die Auftaktveranstaltung Touristen nach Frankfurt locken wird. „Künftig müssen wir der Mobilitätswoche noch mehr Drive verleihen,“ gibt Schmitz zu bedenken. Das Thema bewege die Menschen schon: Das ganze Jahr über fänden erfolgreiche Events rundum die nachhaltige Verkehrsgestaltung statt, erklärte er und verwies neben dem Tag der Verkehrsgeschichte auf die Bike-Night.

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