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Feuerwerk-Verbote an Silvester in Frankfurt - Polizei will hart durchgreifen

Frankfurt

Feuerwerk-Verbote an Silvester: Polizei will hart durchgreifen

In Frankfurt gilt kein generelles Verbot für Feuerwerk an Silvester. Überall erlaubt ist es trotzdem nicht. Die Polizei will hart durchgreifen.

Frankfurt - Aus Sicherheitsgründen verbietet die bayerische Metropole München in diesem Jahr das Feuerwerk in der Innenstadt innerhalb des Mittleren Rings. Auch andere Städte haben restriktive Verbote - wie etwa Düsseldorf in der Altstadt, Hamburg an der Binnenalster, Bremen in der Innenstadt. In Hannover ist die Innenstadt ebenso tabu für Böller und in Köln die Domplatte. Begründet wird dies ausschließlich mit der Sicherheit.

Frankfurt: Feuerwerk bleibt fast überall erlaubt 

In Frankfurt bleibt das Böllern erlaubt. Bis auf wenige Ausnahmen. So gilt ein Verbot von Krachern und Böllern überall, wo Feuergefahr besteht, weil Fachwerkhäuser in der Nähe sind. Verboten ist das Feuerwerk auch vor Krankenhäusern und Altenheimen. In der neuen Altstadt hingegen darf das neue Jahr mit lautem Knall begrüßt werden. Eine Brandgefahr bestehe hier nicht, sagte eine Sprecherin von Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). 

Auch das Feuerwerk der Stadt findet wie gewohnt statt. Dafür werden auch in diesem Jahr wieder das Mainufer und der Eiserne Steg zur böllerfreien Zone. Die Stadt plant an beiden Seiten des Eisernen Stegs Taschenkontrollen. Niemand darf Böller mit auf die Brücke nehmen. Denn der Eiserne Steg ist zum Jahreswechsel einer der angesagtesten Plätze der Stadt, weil man von hier aus den besten Blick aufs Feuerwerk hat, das die Stadt zündet.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert dagegen ein Verbot des Feuerwerkens. Der Grund: Beim Böllern wird Feinstaub freigesetzt - und zwar mehr als 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Beispiel Frankfurt, Station Friedberger Landstraße: Das neue Jahr war 30 Minuten alt, als die Messstation des Landes 1301,1 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen hat. Gemessen werden hier Staubpartikel, die kleiner als ein hundertstel Millimeter (PM10) sind. Allerdings ist diese Luftbelastung auch schnell wieder vorbei. Schon um ein Uhr am Morgen des 1. Januar 2019 wurden nur noch 384,9 Mikrogramm gemessen.

In Höchst lagen die Werte bei 740,8 und 559,9 Mikrogramm um 0.30 Uhr und 1 Uhr. Frankfurt-Ost lag bei 172,2 und 192,9 Mikrogramm. Der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm PM10 wurde an der schmutzigsten Stelle, in der Friedberger Landstraße, bislang acht Mal überschritten in diesem Jahr. Die Überschreitung ist an 35 Tagen pro Jahr zulässig.

Frankfurt: Kein Feuerwerk vor Krankenhaus und Altenheim 

In Frankfurt ist das kein Problem, die Grenzwerte für Feinstaub werden seit 2012 eingehalten, teilte das Umweltdezernat mit. 2018 kam es an der Friedberger Landstraße zu lediglich elf Tagen über dem Grenzwert.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) spricht sich deshalb auch klar gegen ein Böllerverbot für Frankfurt aus: "Da wir die Grenzwerte für Feinstaub einhalten, halte ich ein Böllerverbot wegen Feinstaubbelastung im Sinne der Luftreinhaltung für rechtlich nicht notwendig. Auf die stellenweise zu hohe Belastung durch Stickstoffdioxid haben Feuerwerke jedenfalls keinen signifikanten Einfluss. Ich halte es für wesentlich wichtiger, dass die Automobilindustrie endlich Hardware-Nachrüstung anbietet und die Kosten dafür übernimmt. Das könnte zumindest die Stickstoffdioxid-Problematik begrenzen. Den Menschen den Spaß an Silvester zu vermiesen, ist jedenfalls nicht sinnvoll." 

red

Randale an Silvester in Frankfurt: Rund 60 Menschen greifen die Polizei mit Feuerwerkskörpern an.

In München war das Böllerverbot praktisch in der gesamten Innenstadt schon im Sommer erlassen worden*, erstmals in der Geschichte der Isarmetropole.   

Wie geht man richtig mit Feuerwerk um?* Der Pyro- und Filmtechniker Gunther Haarstark gibt Tipps. 

Oberarzt Dr. Stefan Buschbeck spricht über die Silvesternacht in der BGU, als auch die Notfälle und Gefahren.

Der Verkehr in Frankfurt wird am Freitag durch zwei Umwelt-Demos, unter anderem von Fridays for Future, erheblich beeinträchtigt. Auch eine Straßenblockade ist geplant.

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