Das Fiat-Gelände an der Mainzer Landstraße..
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Das Fiat-Gelände an der Mainzer Landstraße..

Investition

Stadt kauft früheres Fiat-Gelände – Doch Altlasten im Boden könnten zum Problem werden

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Drei neue Schulen sollen auf dem 2,7 Hektar großen Areal an der Mainzer Landstraße entstehen. Doch der Baubeginn ist ungewiss, denn das Risiko von Altlasten im Boden besteht.

  • Die Stadt Frankfurt hat das ehemalige Fiat-Gelände gekauft
  • Auf dem 2,7 Hektar großen Gebiet an der Mainzer Landstraße sollen drei neue Schulen gebaut werden
  • Doch mögliche Altlasten im Boden beeinflussen den Zeitplan – Noch ist unklar, wann der Bau losgeht

Frankfurt - Jetzt ist es offiziell: Die Stadt Frankfurt hat das frühere Fiat-Areal an der Mainzer Landstraße in Griesheim gekauft - mit dem Ziel, dort einen Schulcampus bauen zu lassen. Das teilte die Stadt gestern mit. Auch Günter Murr, Sprecher des zuständigen Dezernats für Bau und Immobilien, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung: "Es gab bereits einen Termin beim Notar."

Auf dem gut 2,7 Hektar großen Gebiet sei nach seinen Worten der Bau einer Grundschule, einer Kita und einer noch nicht näher benannten weiterführenden Schule geplant. Außerdem solle auf dem Gelände an der Ecke zur Elektronstraße eine öffentliche Grünfläche entstehen. "Die Details wird sich die Stadt noch anschauen, aber sicher ist für alle drei Einrichtungen und die Grünfläche ausreichend Platz vorhanden", so Murr weiter.

Fiat-Gelände in Frankfurt: Drei Schulen sollen entstehen – Doch mögliche Altlasten im Boden beeinflussen Zeitplan

Wann die Bagger anrollen werden, konnte er noch nicht sagen. Das hänge an einem entscheidenden Punkt, erklärte er: "Bislang waren Autohandel und Werkstätten auf dem Gelände - da gibt es immer ein Risiko, dass es Altlasten in Form von Bodenverunreinigungen gibt." Der weitere Zeitplan hänge nun davon ab, wie umfangreich die Sanierung des Bodens ausfallen werde.

Im vergangenen Jahr war das frühere Fiat-Areal leer geräumt worden und es hatten sich im Stadtteil die ersten Begehrlichkeiten geregt: So schlug die Griesheimer SPD-Vorsitzende Birgit Puttendörfer vor, dass die Stadt das Gelände kaufen sollte, um dort eine Schule zu errichten. Am 1. November 2019 fasste der Magistrat einen Aufstellungsbeschluss, der das Ziel verfolgte, das zum Verkauf stehende Gelände an der Ecke zur Elektronstraße für dringend benötigte "Gemeinbedarfsflächen" zu sichern.

Frankfurt kauft Fiat-Gelände: „Größter Flächenankäufe in der jüngeren Geschichte der Stadt“

"Damit haben wir die Weichen für eine entsprechende Nutzung auch für den Fall gestellt, dass nicht die Stadt, sondern ein anderer Investor das Rennen gemacht hätte", erklärt Günter Murr. Bis dahin war die Fläche planungsrechtlich als Mischgebiet ausgewiesen.

Dass sich ein Kauf durch die Stadt Frankfurt abzeichnet, hat diese Zeitung bereits vor zwei Wochen berichtet: Das Stadtparlament hatte in einer nicht-öffentlichen Sitzung einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Rede war von einem Preis von 23 Millionen Euro. Diese Summe wollte Murr indes nicht kommentieren - über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Jan Schneider (CDU), Dezernent für Bau und Immobilien, spricht von "einem der größten Flächenankäufe in der jüngeren Geschichte der Stadt". Man habe die Chance genutzt, "ein für den Frankfurter Westen wichtiges Entwicklungsareal zu sichern", sagte er. Das Grundstück sei günstig gelegen und bestens geeignet, den Bedarf an zusätzlichen Bildungseinrichtungen zu decken. Günter Murr drückte es so aus: "Stadtplanerische Überlegungen und der Bedarf an Schulbauflächen gehen hier Hand in Hand."

Stadt Frankfurt kauft Fiat-Gelände: Hoffnung auf schnelle Entwicklung

Auch Susanne Serke (CDU), Ortsvorsteherin im Frankfurter Westen, freute sich über die Neuigkeit. "Ich verbinde damit die Hoffnung, dass es nun auch mit der Entwicklung des Geländes zügig voran geht", erklärte sie auf Anfrage dieser Zeitung. Sie verwies darauf, dass sich die Fläche im Bereich des Integriertem Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) "Stadtumbau Griesheim-Mitte" befinde. Durch den Kauf böte sich die Möglichkeit, die soziale Infrastruktur zu ergänzen. Außerdem eröffne sich die Chance, eine öffentliche Grünfläche zu schaffen und den Wohnstandort "Griesheim-Mitte" insgesamt zu stärken. (mfo)

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