Am 15. August 1867 stand der Frankfurter Dom in Flammen. Wie das mit der Bernemer Kerb zusammenhängt, erklärt der Stadtteilhistoriker Rudolf K. Wagner in seinem neusten Buch. Ansicht: Institut für Stadtgeschichte

Was eine Kerb damit zu tun hat

Frankfurter Dom in Flammen – so kam es zum Inferno 

Der große Brand des Frankfurter Doms bewegte die Menschen sehr. Wie es dazu kam, dürfte auch Geschichtskenner überraschen.

Frankfurt - In seinem Buch "Von der Bernemer Lisbeth-Verbrennung zum Dombrand in Frankfurt 1867" beschreibt Stadtteilhistoriker Rudolf K. Wagner die schicksalhafte Verknüpfung der Lisbeth-Verbrennung am 14. August 1867 mit dem Dombrand am 15 August 1867. Beim Babbelabend des Bürgervereins und Förderkreises Historisches Bornheim stellt er sein Werk vor.

Wagner erzählt die Geschichte der Bernemer Kerb. Irgendwann seit dem Ende des 17. Jahrhunderts sitzt hoch oben am Kerbebaum festgebunden die Kerbe-Lisbeth als Symbol für ein friedliches Kirchweihfest. 

Bernemer Kerb: Ein fröhliches und derbes Fest

Dieses Symbol wurde und wird jeweils am letzten Tag der Kirchweih - das ist immer ein Mittwoch - mit einem ausgelassenen Fest verbrannt. Bornheim war stets als "lustiges Dorf" vor den Toren Frankfurts bekannt für fröhlich derbe und amouröse Feste. Die Frankfurter Stadtbevölkerung nahm jede Gelegenheit wahr, um dort ausgelassen mitzufeiern. So auch 1867. Bewohnerinnen aus der Fahrgasse 21 in Frankfurt kamen beschwingt kurz nach Mitternacht am 15. August zurück in ihre Wohnung im dritten Stock der Bierbrauerei Joseph Müller. Beim Ausziehen ihrer Kleider bei offenem Licht entfachte sich ein Feuer, das von den brennenden Kleidern schnell die oberen Stockwerke des Hauses in Brand setzte. 

Am Ende tat der starke Ostwind sein übriges

Der starke Ostwind trieb in dieser sommerlich heißen Nacht brennendes Material aus dem Dachgeschoss zum Dom, dessen Dachstuhl in kürzester Zeit komplett in Flammen stand.

Der Babbelabend ist am Donnerstag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal von St. Josef, Eichwaldstraße 135. Eintritt: frei. 

Der Dom in Limburg muss restauriert und saniert werden - und das wird nicht billig.

red

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