Die kanadische Katz Group will das Projekt "The Dome", eine Sport-und Kultur-Arena für 23 000 Zuschauer, am Frankfurter Flughafen umsetzen. ansicht: Archimation 2019 for GBP Architekten
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Die kanadische Katz Group will das Projekt „The Dome“, eine Sport- und Kultur-Arena für 23 000 Zuschauer, am Frankfurter Flughafen umsetzen.

Großprojekt

Megaprojekt am Flughafen Frankfurt: Investoren müssen sich Fraport erstmal beweisen

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
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Frankfurt soll eine neue Multifunktionsarena bekommen. Die Fraport AG verlängert die „Marktabfrage“ für die Umsetzung am Flughafen. Doch leicht macht sie es den Investoren nicht.

Frankfurt ‒ Überraschend verlängert hat die Fraport AG die sogenannte Interessensabfrage für den Bau einer Multifunktionsarena, die auf einer Brachfläche hinter dem Parkhaus „The Squaire“ entstehen könnte. Das Verfahren, das eigentlich am 22. Januar enden sollte, wurde bis zum 15. Februar verlängert. Das bestätigte am Montag (25.01.2021) auf Anfrage ein Sprecher der Flughafenbetreiber-Gesellschaft.

Als Grund führte er an, einige Interessenten hätten „pandemiebedingt“ Schwierigkeiten gehabt, innerhalb der ursprünglichen Frist die für die qualifizierte Teilnahme am Verfahren erforderlichen Unterlagen beizubringen. „Damit zollen wir der aktuellen Situation Rechnung“, so der Fraport-Sprecher. Eine weitere, über diesen Termin hinausgehende Verlängerung sei nicht vorgesehen. Über die Anzahl der bislang vorliegenden Interessensbekundungen wollte der Sprecher keine Auskunft geben und auch nicht darüber, wie viele weitere dank Fristverlängerung zu erwarten seien.

Investor und Betreiber für Großarena am Frankfurter Flughafen gesucht

Mit dem vereinfachten Verfahren der Marktabfrage sucht Fraport einen Investor und Betreiber für eine Großarena auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal an der Peripherie des Flughafens. Er soll das Gelände, das derzeit keinerlei unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen für Fraport hat, im Wege der Erbpacht übernehmen und laut dem Flughafenbetreiber „in Abstimmung mit Fraport, der Stadt Frankfurt sowie weiteren Behörden, Verbänden und Unternehmen“ das Großprojekt planen, bauen und betreiben.

Am Ende, so der Fraport-Sprecher, entscheide der beste „Business Case“. Will heißen: Der Interessent, der das beste Geschäftsszenario hinsichtlich Rentabilität der erforderlichen Investitionen vorlegt und der gute Lösungen und Strategien für die vielfältigen Auswirkungen des Projekts auf den Flughafen, die Infrastruktur und die gesamte Region darstellen kann, hat die besten Chancen.

Fraport AG will Risiken eindämmen: ÖPNV am Flughafen müsse aufgestockt werden

Zu den Auswirkungen gehört auch der „Sicherheitsaspekt“. Fraport, so der Sprecher, müsse das subjektive Risiko eindämmen, im schlimmsten Fall auf dem eigenen Grund und Boden eine Halle stehen zu haben, deren Investor und Betreiber weitergezogen seien. „Daran kann Fraport kein Interesse haben“, unterstrich der Sprecher. Ein weiterer Aspekt ist die Regulierung zu erwartender Verkehrsströme. Bislang seien Straßen- und ÖPNV-Anbindung und deren Dimension ausgelegt auf den Flughafenbetrieb, sprich auf den reibungslosen Zu- und Abfluss von Passagieren, Besuchern und Beschäftigten. Kämen an- und abreisende Besucher von Veranstaltungen in einer Multifunktionsarena hinzu, müssten dafür plausible Lösungen gefunden werden.

Zu den Interessenten für das Fraport-Gelände gehört ein Konsortium um die kanadische Katz Group mit seinem Projekt „The Dome“: eine Sport-und Kultur-Arena für 23.000 Zuschauer, eine kleine Halle für bis zu 4.500 Besucher, ein Hotel mit 250 bis 300 Zimmern, ein Parkhaus. Investitionsvolumen: rund 330 Millionen Euro. Schon seit Jahren wirbt die Gruppe für ihr Vorhaben. Der heimische Eishockey-Zweitligist „Löwen Frankfurt“ wie auch der Volleyball-Bundesligist „United Volleys“ hatten immer wieder betont, wie wichtig für ihren Spiel- und Turnierbetrieb diese Großarena wäre.

„The Dome“ am Flughafen Frankfurt: Gibt es Konkurrenz für die Multifunktionshalle?

Die Frankfurter Politik hielt sich bislang mit Zustimmungsbekundungen für das Projekt am Flughafen aber eher zurück. Sport- und Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) hatte stets betont, die Stadt sei nicht am Zug, weil es nicht ihr Grundstück sei, auf dem „The Dome“ entstehen soll. Zudem macht Frank nach wie vor keinen Hehl aus seiner persönlichen Begeisterung für eine kleinere Halle am Kaiserlei-Kreisel, die nach dem gescheitertem Ausschreibungsverfahren nun ein privater Investor bauen und betreiben will. Unterstützung erfuhr „The Dome“ bislang von der SPD-Römerfraktion, die das Projekt einhellig unterstützt und öffentlich wiederholt die Realisierung gefordert hat – freilich ohne jegliche Wirkmächtigkeit.

Man darf gespannt sein, mit welchen Mitbewerbern „The Dome“ es womöglich nun am Flughafen zu tun bekommt. Es müssten schon die Hochkaräter der Veranstaltungsbranche sein. Dem Vernehmen nach verlangt die Fraport AG unter anderem den Nachweis, dass Interessenten bereits andernorts erfolgreich Veranstaltungshallen gebaut und betrieben haben sollen. (enz)

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