Vor der Abfahrt in die Hochwassergebiete haben sich die Katastrophenschutzeinheiten in Frankfurt gesammelt.
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Vor der Abfahrt in die Hochwassergebiete haben sich die Helfer der Katastrophenschutzeinheiten in Frankfurt gesammelt.

Katastrophenschutz

„Einsatzauftrag lautet Menschenrettung“: Helfer aus Frankfurt helfen im Katastrophengebiet

  • Carolin Eberth
    VonCarolin Eberth
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Nach den verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rücken immer mehr Helfer in die Hochwassergebiete aus, auch aus Frankfurt.

Frankfurt – Überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume, niedergerissene Häuser – die Bilder der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands lassen niemanden kalt. Jetzt hat das Land Nordrhein-Westfalen Hessen um Hilfe gebeten. Auch Frankfurt am Main* beteiligt sich aktuell an dem Großeinsatz in den Hochwassergebieten.

Die Feuerwehr Frankfurt hat dafür am Donnerstag (15.07.2021) den entsprechenden Marschbefehl erhalten. Mit Einheiten aus dem Landkreis Main-Taunus, dem Hochtaunuskreis und dem Landkreis Wetterau sind sie noch am selben Tag von Frankfurt aus in die Hochwassergebiete aufgebrochen, wie Anne Walkembach von der Feuerwehr Frankfurt mitteilt.

„Einsatzauftrag lautet Menschenrettung“: Helfer aus Frankfurt unterstützen Hochwassergebiete

Eingesetzt werden die Kräfte durch die Gesamteinsatzleitung vor Ort derzeit im Rhein-Erft-Kreis, südöstlich von Köln. Ziel sind aktuell in Erftstadt einsturzgefährdete Gebäude und ungesicherte Gasleitungen. „Der primäre Einsatzauftrag lautet Menschenrettung“, betont Anne Walkembach.

Rund 150 haupt- und ehrenamtliche Katastrophenschutzkräfte sind im Verband am Donnerstag zunächst nach Düsseldorf gefahren und haben dort auf mitgebrachten Feldbetten ihre Unterkunft aufgeschlagen. Seit den frühen Morgenstunden am Freitag (16.07.2021) ist auch ein Wasserrettungszug der DLRG Frankfurt im Krisengebiet im Einsatz.

Hochwassergebiete: Helfer aus Frankfurt sind voraussichtlich eine Woche im Einsatz

Insgesamt sollen laut Innenministerium circa 600 hessische Katastrophenschützer, aufgeteilt in vier Verbände, in den Hochwassergebieten helfen.

„Unser Anteil an dem Verband, den wir führen und der voraussichtlich maximal eine Woche in Nordrhein-Westfalen sein wird, liegt bei einem sogenannten Katastrophenschutz-Löschzug, bestehend aus vier Fahrzeugen mit Besatzung, einem Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter, Löschwasserversorgung sowie einem Gerätewagen Logistik, speziell für Hochwasser. Die Besatzungen, insgesamt circa 30 Personen, bestehen aus Berufs- und freiwilligen Feuerwehrleuten“, erklärt Anne Walkembach.

Feuerwehr Frankfurt rückt in Hochwassergebiete aus: OB Feldmann zeigt sich bestürzt

Oberbürgermeister Peter Feldmann und der für die Feuerwehr zuständige Stadtrat Markus Frank danken gemeinsam der Feuerwehr und der DLRG für die schnelle Einsatzbereitschaft: „In dieser Situation ist Solidarität das Gebot der Stunde. Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen jetzt schnell Hilfe. Frankfurt am Main steht an ihrer Seite.“

Beide zeigten sich bestürzt über das bisherige Ausmaß der Katastrophe. Oberbürgermeister Feldmann sagt: „Hinter jedem einzelnen Bild, das wir in den Nachrichten oder in der Zeitung sehen, stehen Schicksale. Menschen haben ihr Leben verloren oder stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Die Betroffenen sollen wissen: Sie können in dieser Stunde der Not auf uns zählen.“ Stadtrat Frank betont: „In solchen schlimmen Katastrophen stehen alle Einsatzkräfte zusammen und packen an, egal ob hauptamtliche oder ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehren oder die engagierten Rettungskräfte unserer DLRG“.

Hessen kündigt weitere Unterstützung für Hochwassergebiete an

Da weiterhin dringend Hilfe in den Hochwassergebieten benötigt wird, kündigt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) weitere Unterstützung an. Das Land stehe für Hilfen jederzeit bereit, sagte er nach Angaben der Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden, wie die Deutsche Presseagentur mitteilt. „In dieser besonderen Situation geht es jetzt darum, Menschenleben zu retten und so schnell wie möglich Not zu lindern. Nur gemeinsam können wir dieser Katastrophe begegnen“, sagte er.

Aus Hessen sind bereits Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) in den von der Katastrophe betroffenen Regionen im Einsatz. Am Freitag machten sich außerdem Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf den Weg. Die Zahl der Katastrophenschutzhelfer in Hessen bezifferte das Innenministerium mit insgesamt rund 750. (Carolin Eberth) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA

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