Martin Menger.  Foto: Salome Roessler
+
Martin Menger. Foto: Salome Roessler

Gesundheit

Frankfurt: Frankfurt-Main-Taunus-Kliniken stellen sich neu auf

  • Stefanie Liedtke
    vonStefanie Liedtke
    schließen

Stefan Schad wird jetzt der Geschäftsführer in Höchst und Martin Menger verantwortet künftig die Standort-Entwicklung. Das bringt Synergieeffekte mit sich.

Frankfurt/Main-Taunus -Für das städtische Krankenhaus in Höchst beginnt mit dem neuen Jahr auch eine neue Zeitrechnung. Zum 1. Januar übernimmt Stefan Schad (38) die Geschäftsführung des Klinikums. Er tritt die Nachfolge von Dorothea Dreizehnter an, die im Sommer nach Bremen gewechselt war. Doch nicht nur das: Schad behält auch seinen alten Job.

Der 38-Jährige ist kein Unbekannter im Klinikverbund Frankfurt-Main-Taunus. Im Gegenteil: Seit September 2018 leitet Schad als Geschäftsführer die Main-Taunus-Kliniken mit ihren Standorten in Bad Soden und Hofheim. Nun übernimmt er auch in Höchst den Chefposten.

Einer von den Main-Taunus-Kliniken, der die Geschicke in Höchst lenkt? So will der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) die Entscheidung nicht verstanden wissen. Die Stelle sei bundesweit ausgeschrieben worden, es habe eine ganze Reihe hochkarätiger Bewerber gegeben. "Schad war ganz klar der Beste", betont Majer. Erst nachdem die Entscheidung für Schad gefallen sei, hätten die Gesellschafter (die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis) gemeinsam mit dem Aufsichtsrat entschieden, ihm die Leitung für alle drei Standorte zu übertragen.

"Natürlich ist das ein Bruch mit dem alten Denken", weiß Majer, der diesen Bruch als Chance verstanden wissen will. "Über das Konkurrenzdenken zwischen den Standorten müssen wir hinwegkommen." Schließlich werde vom 1. Januar an ohnehin gemeinsam abgerechnet. Und: Wie Martin Menger (61), Vorsitzender der Geschäftsführung im Klinikenverbund, so kam auch Schad aus Norddeutschland ins Rhein-Main-Gebiet. Beide hätten daher kein Interesse daran, alte Pfründe zu verteidigen, sondern wollten das Beste für den Verbund herausholen.

Die "Verschlankung" der Geschäftsführung sei deshalb möglich, weil man in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf der Ebene der Bereichsleiter ein "schlagkräftiges und hochqualifiziertes Team" aufgebaut habe, das ohnehin bereits standortübergreifend agiere, betont Menger.

Mit der Entscheidung für die Doppelspitze anstelle des bisherigen Trios werden auch die Aufgaben neu verteilt. Wo bislang Dreizehnter für Höchst und Schad für die Main-Taunus-Kliniken verantwortlich zeichneten und Menger als Geschäftsführungsvorsitzender das letzte Wort hatte, wollen sich Menger und Schad nun die Aufgaben teilen, nicht die Standorte.

Menger wird stärker als bislang in das operative Geschäft einsteigen und sich um die Themen Bau und Technik kümmern. Damit werden der Neubau des Höchster Klinikums und die Campus-Entwicklung im Frankfurter Westen Chefsache. Aus diesem Grund werde Menger sein Büro komplett nach Höchst verlegen, teilt Sprecherin Kristin Brunner mit. Stefan Schad wird ebenfalls standortübergreifend arbeiten und unter anderem den Bereich "Personal" verantworten. Er wird künftig jeweils tageweise in seinem Büro in Höchst wie auch in seinem Büro in den Main-Taunus-Kliniken anzutreffen sein.

Harald Schmidt, Vorsitzender des Aufsichtsrates, spricht von einem richtigen Schritt: "Die Entwicklung weg von einem standortbezogenen Management hin zu Zuständigkeitsbereichen ist im Sinne des weiteren Zusammenwachsens des Verbundes nur folgerichtig."

"Mit Martin Menger und Stefan Schad als starkem Team an der Spitze wächst der Klinikverbund weiter zusammen und setzt sich für die Interessen beider Häuser ein", sagt der Frankfurter Bürgermeister und Beteiligungsdezernent Uwe Becker (CDU).

Die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus haben sich 2016 zusammengeschlossen und sind mit rund 1500 Betten und 3800 Mitarbeitern der größte kommunale Klinikverbund in der Region. Stefanie Liedtke

Stefan Schad. Foto: Maik Reuss

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare