+
Kinder und Jugendliche dürfen seit 1. Februar in Frankfurt kostenlos ins Schwimmbad.

Schwimmbäder

Freier Eintritt in die Bäder kommt in Frankfurt an

Immer weniger Kinder können schwimmen, immer mehr Schwimmbäder schließen. Frankfurt geht bewusst einen anderen Weg, hier dürfen Kinder und Jugendliche kostenlos ins Schwimmbad. Am 6. Juli gilt das beim 8. Frankfurter Familien Sportfest im Brentanobad auch für Erwachsene.

Frankfurt - "Wo jeder schwimmt, da bedarf es keiner Brücke" lautet ein Sprichwort. Die gute Nachricht: Beim 8. Frankfurter Familien Sportfest am 6. Juli kann im Brentanobad auch geschwommen werden, und zwar von 11 bis 17 Uhr kostenlos für alle Teilnehmer. Warum das eine gute Nachricht ist? Im Ersten Deutschen Fernsehen hieß es Anfang des Jahres "Ein Volkssport stirbt aus." Und tatsächlich wurden, auf Basis von Erhebungen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), alarmierende Zahlen genannt. Demnach kann mehr als die Hälfte aller Zehnjährigen nicht schwimmen. 2005 lag dieser Anteil bei etwa einem Drittel der Kinder dieses Alters, in den neunziger Jahren konnten gerade mal zehn Prozent mit zehn Jahren noch nicht schwimmen.

Andernorts Schließungen

Laut DLRG werden bundesweit etwa 80 Bäder pro Jahr geschlossen, denn die Betriebskosten sind enorm für die Städte und Gemeinden. In den letzten 17 Jahren seien 1300 von ursprünglich 7700 Bädern verschwunden, 220 Schwimmvereine hätten deshalb schon aufgeben müssen. DLRG-Präsident Achim Haag glaubt an einen Zusammenhang zwischen der zurückgehenden Schwimmfähigkeit und den anhaltenden Bäderschließungen in Deutschland. "Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren. Schließungen gehen zulasten der Wassersicherheit der Bevölkerung und bezahlbarer sozialer Angebote", so Haag. Bereits ein Viertel aller Grundschulen hätte keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad - oder müsste zum Teil lange Wege auf sich nehmen.

Frankfurt geht bewusst einen anderen Weg: "Wir wollen junge Familien nach Frankfurt holen. Wir wollen ein attraktives Angebot machen, denn wir brauchen die Arbeitskräfte in unserer Stadt. Deshalb haben wir ein Bäderkonzept Frankfurt 2025 aufgelegt. In den vergangenen zehn Jahren haben wir hundert Millionen Euro investiert", erläutert Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Die Frankfurter Bäder sind mit rund 2,6 Millionen Besuchern im Jahr der größte Freizeittreffpunkt der Metropole, weit vor allen anderen Angeboten.

München macht's nach

Seit dem 1. Februar dürfen Kinder bis 14 Jahren in Frankfurt kostenlos in die 13 Frei- und Schwimmbäder. Frankfurt sei mit dieser Entscheidung bundesweit Vorreiter, sagt Sportdezernent Markus Frank. München will sich für einen Pilotversuch Frankfurt als Beispiel nehmen. Nach nur drei Monaten freien Eintritt bilanzierte Sportdezernent Frank das Projekt als Erfolg. Nicht nur, dass deutlich mehr Kinder in den Bädern waren als im Vergleichszeitraum 2018. Sie kamen nicht allein, brachten Eltern oder andere Begleiter mit - und diese zahlten regulär Eintritt. Die Anzahl der Kinder in Frankfurts Bädern hatte sich zum Beginn der Freibadsaison im Vergleich zu 2018 sogar nahezu verdoppelt.

Die Stadt will für die Umsetzung ihres "Bäderkonzeptes 2025" bis zu 160 Millionen Euro investieren, wie Frank erklärt. Der Vorsitzende des Sportkreises, Roland Frischkorn, lobt das Papier. Es sei seit Jahrzehnten das erste Bäderkonzept für Breiten- Schul- und Vereinssport sowie für Schwimmspaß, das in die Zukunft gerichtet sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare