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„Fridays for Future“-Demonstranten protestieren in Frankfurt gegen Siemens.

Klimakrise

„Fridays for Future“ in Frankfurt protestieren gegen Siemens

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„Fridays for Future“ demonstrieren gegen Siemens und kündigen weitere Aktionen an. Der Konzern beteiligt sich an umstrittenem Bauprojekt in Australien.

Kleine Änderung im bekanntesten „Fridays-for-Future“- Text: „Wir sind hier, wir sind laut“, schallt es am Montagabend wie von den Demos gewohnt, aber dann neu: „Weil Siemens unsere Zukunft klaut.“ Klarer Fall: Die Protestaktion am unüblichen Wochentag hat diesmal einen Hauptadressaten: Siemens-Boss Joe Kaeser. Am Wochenende hatte er die Entscheidung bekanntgegeben, trotz weltweiter Proteste nicht aus dem umstrittenen Bauprojekt eines riesigen Kohlebergwerks im von Waldbränden verheerten Australien auszusteigen. Nun, diese Haltung wird in Frankfurt deutlich, soll er die Quittung dafür bekommen.

„Fridays for Future“ protestieren gegen Siemens

„Für 0,2 Prozent des Jahresumsatzes macht Siemens unsere Zukunft kaputt“, ruft Helena Marschall den mehreren Hundert Demonstrierenden zu und erntet großen Applaus. „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen!“

In kürzester Zeit hat die Jugendklimabewegung ihre Kampagne gegen die Siemens-Entscheidung auf die Beine gebracht. Die Idee zur Spontandemo am Zoo sei „nachts um drei“ aufgekommen; keine 14 Stunden später steht eine bunte Gemeinschaft auf der Straße, trommelt Rhythmen und feiert ihre eigene Tatkraft. Auch auf dem Luisenplatz in Darmstadt versammelten sich am Montagabend laut Mitinitiator Silas Bug rund hundert Demonstranten zur Spontankundgebung.

43 Demos habe es bereits am Freitag in Deutschland gegeben, zählt Marschall auf, 80 000 Mails seien an den Siemens-Vorstand gegangen. Das habe Eindruck hinterlassen, auch wenn der Konzern letztlich gegen das Klima und für den Profit entschieden habe. Das Angebot an Fridays-for-Future-Ikone Luisa Neubauer, einen Platz im Siemens-Aufsichtsrat zu übernehmen, spreche Bände. Neubauer lehnte ab und kritisierte Siemens scharf.

Fridays-for-Future-Ikone Luisa Neubauer gegen Siemens

Der Zoo als Demonstrationsstandort weckt bei manchen Teilnehmern Gedanken an die Koalas, die in Australien unter den Buschbränden leiden. Das sei aber nicht der Grund für die Ortswahl gewesen, sagt Alena vom Organisationsteam, sondern die zentrale Lage. „2020 wird wieder riesengroß“, kündigt sie gutgelaunt eine weitere Protestwelle an. „Wir werden nicht aufhören, für den Klimaschutz zu kämpfen“, sagt sie, „und wir werden auch nicht aufgeben.“

„Wir streiken, bis ihr handelt“ steht auf den Fahnen. „Man kann sich auf kapitalistische Unternehmen nicht verlassen“, sagt der 20-jährige Student Lauri. „Die sind nur auf ihre Profite aus. Aber wir können sie warnen: Wer so handelt, wird Protest bekommen.“ – „Sie nehmen uns wahr, das zeigt ja das Angebot an Luisa Neubauer“, sagt Matthias (19), „und wenn genug Leute auf die Straße gehen, können wir auch etwas erreichen.“ mit jjo

BeimKlima jagt ein Rekord den anderen: In der Antarktis wurde der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Es ist warm genug für ein T-Shirt.

Auch gegen die geplante Kaufprämie für Autos demonstrierte Fridays For Future. Die Bewegung sieht die Gefahr, dass zu viele Autos mit hohem Feinstaubausstoß subventioniert werden.

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