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Der Mainkai ist für den motorisierten Verkehr gesperrt, aber noch sind hier Radler und Fußgänger ungeordnet unterwegs.

Ortsbeirat 1

Mainkai mit einbeziehen: Radler fordern eigene Routen 

Trotz massiver Proteste aus Sachsenhausen wünschen sich Radfahrer einen Ausbau des Mainkais für ihre Zwecke. Der Ortsbeirat 1 setzt sich auch für eine Ost-West-Radverbindung durch das Gallus ein.

Frankfurt - Wenn die Stadtverordneten heute Abend über den von CDU, SPD und den Grünen gestellten Antrag zur "Fahrradstadt Frankfurt am Main" beraten, sind damit auch zahlreiche Erwartungen der Bürger und Stadtteilpolitiker im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) verbunden. Zumal in der jüngsten Sitzung die Initiative Radentscheid ihren Maßnahmenkatalog vorgestellt und damit auch eine Diskussion zur Verbesserung der Situation für Radfahrer auf der Mainzer Landstraße und am derzeit umstrittenen nördlichen Mainkai angestoßen hat.

Kosequent ausbauen

In der Diskussion sprachen sich einige Bürger und Mitglieder der Initiative dafür aus, die für den Autoverkehr gesperrte Straße am Mainkai konsequent in den Ausbau des Radverkehrsnetzes einzubeziehen, das bislang nur an wenigen Stellen etwa im Anlagenring über die nötige Sicherheit und Infrastruktur für Radfahrer verfüge. Auch die heute Abend abzustimmende Vorlage, die im Ortsbeirat 1 wegen der sehr umfangreichen Tagesordnung nicht mehr beraten werden konnte, sieht vor, den zentralen Abschnitt des Mainkais zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke mit einer Radverkehrsanlage in der Schönen Aussicht in die Planung für den Bau weiterer Fahrradstraßen zu integrieren und dabei eine Nutzung des Hafenbahn-Gleisbettes zu überprüfen.

Doch derzeit erfahren solche Überlegungen für den Radverkehr heftigen Gegenwind angesichts des Protestes der Bürgerinitiative von Herbert Schmoll, die fordert, die Sperrung des Mainkais wieder rückgängig zu machen. "Bei der Sperrung des Mainkais für den Autoverkehr geht es in erster Linie darum, den Mainkai allen Frankfurtern wieder zurück zu geben", stellt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) klar. 

Sperrung ist ein wichtiges Projekt für autofreie Innenstadt

Die Sperrung sei ein wichtiges Pilotprojekt für eine autofreie Innenstadt und für ein lebenswerteres Frankfurt. Eine Riesenchance für die ganze Stadt, die viel Kreativität, Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. "Ich habe Verständnis für die Proteste aus Sachsenhausen. Wenn auf beiden Mainseiten eng zusammengearbeitet wird, kann der Main wieder für Hibbdebach und Dribbdebach zu einer echten Lebensader werden".

Doch die Vorlage für die Radstadt Frankfurt nennt noch weitere Vorschläge, zu denen Fahrradstreifen in beiden Richtungen zwischen Berliner Straße und Battonnstraße ebenso gehören wie eine provisorische Radverkehrsanlage rund um den Hauptbahnhof zwischen dem Baseler Platz und dem Platz der Republik und abgetrennte Radwege auf dem City- und Anlagenring. Schließlich sollen zwischen Galluswarte und Mönchhofstraße die bestehenden Lücken in beiden Richtungen durch Markierungslösungen geschlossen werden. Auch Parallelverbindungen seien zu prüfen.

Mehr Lebensqualität

"Es ist sehr zu begrüßen, dass sich der Magistrat nun für die Ost-West-Radverbindung einsetzt. Denn auf diese Maßnahme, die der Ortsbeirat schon vor Jahren einforderte, werde ich von Bürgern sehr oft angesprochen", freut sich Strank. "Auch eine parallele Route über die Adam-Riese-Straße würde sich anbieten, man müsste nur das städtische Grundstück beim Grünflächenamt öffnen", ergänzt Grünen-Sprecher Andreas Laeuen.

Insgesamt würden die Ideen auch des Radentscheids im Ortsbeirat 1 konstruktiv aufgenommen, da sie eine Verbesserung für die Lebensqualität und den Klimaschutz bedeuten, erklärt Strank abschließend.

von Gernot Gottwals

Einigen Bürgern reicht es mittlerweile mit der Mainkai-Sperrung und sie haben eine Initiative dagegen gegründet. Andere sehen Vorteile davon: Gastronomen können den gesamten Gehweg für ihre Außenbewirtschaftung nutzen, denn die Fußgänger können bequem auf der Fahrbahn laufen.

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