Kinderbetreuung

Frankfurt-Gallus: Ein Neubau für die Kita Versöhnung

  • vonGernot Gottwals
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Viele Jahre wartet die Einrichtung bereits auf ein neues Gebäude, bald schon könnte es kommen. Was nur noch fehlt, ist der offizielle Beschluss

Als die Kindertagesstätte Versöhnung der heutigen evangelischen Gemeinde Frieden und Versöhnung 1953 fertiggestellt wurde, war sie für rund 40 Kinder in Halbtagesgruppen ausgelegt, die zum Mittagessen meist nach Hause gingen. "Heute sind unsere offenen Gruppen wesentlich größer und die Kinder bleiben in der Regel bis 17 Uhr", sagt die stellvertretende Leiterin Christiane Lang. "Unsere Mittagessen schaffen wir nur noch im Schichtbetrieb mit Konvektomat."

"Mittlerweile haben wir in der Kita 63 Kinder, die Küche und die sanitären Anlagen sind diesen Zahlen nicht mehr gewachsen", sagt auch Kirchenvorstandsvorsitzender Arne Knudt. "Zumal es uns mit derzeit 17 Mitarbeitern auch an einem Ruhe- und Besprechungsraum fehlt, selbst die Eltern müssen wir am Sprechtag in eine kleine Kammer bitten", fügt Lang hinzu.

Zudem sind Dach, Boden, Wände und Haustechnik an einigen Stellen kaputt. Das Gebäude ist sanierungsfähig, ein benachbarter Neubau dringend nötig. Die Lösung: Eine neue Kita in Modularbauweise, damit die jetzige Kita anschließend zu einem Hort für eine überschaubare Zahl an Kinder umgebaut werden kann. "Bereits 2018 wurde uns der Neubau versprochen, mit dieser Aussicht haben wir den neuen Leiter der Kita Holger Hölzinger und weiteres Personal eingestellt", sagt Knudt. Doch Jahre lang schien es zwischen der Stadt und dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach wegen dem neu zu erstellenden Erbbaurechtsvertrag nicht richtig voranzugehen. Dieser Vertrag ist nötig, da die durch den Regionalverband vertretene Gemeinde durch den Neubau vom Mieter zum Bauherrn wird. Am 3. September können die Stadtverordneten endlich über eine Magistratsvorlage dazu abstimmen.

Ein Erbbaurecht gab es schon mal von 1954 bis 2014 für ein Kinder- und Jugendhaus, das dann aber doch nicht gebaut wurde. Zu den Vorgaben für die neue Kita gehören der Passivhausstandard oder wenigstens die Einhaltung der gültigen Energiesparverordnung, außerdem die Berücksichtigung von Ver- und Entsorgungsleitungen. Der jährliche Erbbauzins beträgt 10328,50 Euro.

Die Kosten für einen Kitaneubau werden derzeit mit etwa 3,5 Millionen Euro angesetzt, wobei die Stadt, das Land und der Regionalverband jeweils ein Drittel übernehmen sollen. Vorgesehen ist ein zweigeschossiges Modulgebäude, das sich bereits bei Schulneubauten bewährt hat. "Dort könnten wir auf einer Fläche bis zu 980 Quadratmetern zum Toben, Lernen und Spielen sogar bis zu 84 Kinder aufnehmen", sagt Knudt.

Die jetzige Kita könnte nach der Sanierung als Hort Platz für 20 Kinder bieten. "Wir können Synergien nutzen, die Küche im benachbarten Kitaneubau wäre sogar groß genug, um für die Hortkinder mitzukochen", meint Lang. Nach einem positiven Beschluss durch das Stadtparlament käme die Ausschreibung des Projekts, danach sei eine Bauzeit von etwa zwei Jahren vorgesehen. "Wir machen zwar viele Ausflüge, trotzdem brauchen wir ein funktionstüchtiges Gebäude, um im Wettbewerb mit anderen Kitas der Umgebung nicht an Attraktivität zu verlieren" betont die stellvertretende Leiterin.

"Bei der Abgabe unserer früheren Versöhnungskirche 2013 an die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde haben wir den Menschen in diesem Teil des Gallus versprochen, dass wir als evangelische Kirche hier engagiert bleiben", erinnert Knudt. "Ich freue mich, dass wir als Gemeinde dieses Versprechen mit dem Neubau der benachbarten Kita Versöhnung einhalten und erneuern können." Trotzdem bleibe es auch aus der Sicht des Regionalverband schwer verständlich, warum die Abstimmungen zum Erbbaurecht stadtintern so lange gedauert hätten, sagt Sprecherin Bettina Behler.

"Es waren mit dem Regionalverband verschiedene Immobilienfragen zu klären, das genannte Grundstück ist nur eines davon", erklärt der Sprecher des Bau- und Immobiliendezernats Günter Murr. Da der Vertrag 60 Jahre lang gültig sein wird, müssten die einzelnen Punkte auch sehr sorgfältig abgestimmt sein.

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