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Die Garde-Tänzerinnen der "MaaGard" in Frankfurt wehren sich gegen Bodyshaming. 

Bodyshaming in Frankfurt 

Gardetänzerinnen werden gemobbt - ihre Reaktion begeistert tausende  

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Die Tänzerinnen der „MaaGard“ Ehrengarde eines Karneval-Vereins in Frankfurt antworten auf Bodyshaming mit einem Statement auf Facebook. Sie ernten riesigen Zuspruch. 

Update vom Donnerstag, 28.11.2019, 11.48 Uhr: Der Facebook-Post der "MaaGard" des FKV ist sprichwörtlich eingeschlagen wie eine Bombe. Über 60.000 Leute hat der Beitrag bisher erreicht, in dem die Tänzerinnen der Karnevals-Garde auf die Vorwürfe reagieren, sie seien "zu dick" für den Sport. "Mit so einer Reaktion habe ich nicht gerechnet", erzählt Nanina Holleber, die den Post Mitte November verfasst hatte. "Ich habe das geschrieben, weil ich sehr wütend war." 

Frankfurt: Mobbing im Sport - Tänzerinnen wehren sich 

Immer wieder hätten die Tänzerinnen der Garde nicht nur im Internet, sondern auch im realen Leben mitbekommen, wie Leute sich über ihre Figuren lustig machen. "Kommentare kommen fast immer, sobald wir mit dem Kleid Präsenz zeigen", sagt Nanina über Reaktionen, beispielsweise auf dem Frankfurter Karnevalsumzug. Manchmal würde auch mit dem Finger auf die jungen Frauen gezeigt oder getuschelt. 

Nanina war es Leid und schrieb sich ihren Ärger von der Seele: „Ja, wir haben Ecken und Kanten, Rundungen und keine 90-60-90  und wir lieben es! Es kann nicht sein, dass man im Karneval für sein Aussehen angegangen wird & gesagt bekommt 'nehmt doch mal ein paar Pfund ab!' - Nein! Das werden wir nicht. Wir sind so wie wir sind und müssen uns nicht an den Formen anderer Mädchen orientieren.“

Frankfurt: TV und Radio berichten über Gardegruppe

Die Aktion kam so gut an, dass gestern der regionale Fernsehsender RTL Hessen beim Training der „MaaGard“ zu Besuch war. Am Donnerstagabend sind die Tänzerinnen dann im Fernsehen zu sehen. Auch in die HR3-Morningshow wurden sie eingeladen, wo am Montag zwei von ihnen zu Gast sein werden. „Das ist unglaublich“, erzählt Nanina. „Wir wollten einfach nur zeigen: Mit uns nicht“. 

Nanina wollte mit ihrem Posting anderen Mut machen. „Wir bekommen viele Nachrichten die sagen: ‚Toll, dass ihr das gesagt habt, was andere die ganze Zeit denken.‘“ Auch Anfragen von potentiellen Neu-Mitgliedern sind bereits ins Postfach geflattert. „Es gab zwei Damen, die gefragt haben, ob sie auch mal ins Training kommen können.“ 

Frankfurt: Kritik an Figur von Garde-Tänzerinnen

Erstmeldung vom Montag, 25.11.2019, 20.36 Uhr: Frankfurt - Fastnacht, Gardetanz und vor allem die Gemeinschaft steht bei den Mädels der „MaaGard“ Ehrengarde des Frankfurter Karneval-Vereins (FKV) 1911 im Vordergrund. Die Tänzerinnen im Alter von 13 bis 34 Jahren haben alle großen Spaß daran, auf der Bühne zu stehen oder bei den Fastnachtszügen mitzulaufen und trainieren dafür hart. Auch auf Social Media-Kanälen wie Facebook oder Instagram sind sie präsent.

Jetzt mussten sie sich wegen ihrer weiblichen Rundungen anhören, sie seien zu dick für den Sport. Und das geht ihnen zu weit. „Jemanden zu kritisieren, nur weil er nicht so ist, wie es die Leute gerne hätten, geht einfach nicht“, sagt Nanina Holleber (21) von der Gruppe. „Die Kritik kam von einer Frau, die uns auf ein Foto, das wir am Abend der Kampagnen-Eröffnung gemacht und auf Instagram gepostet haben, schrieb, dass das Ganze mit ein paar Pfund weniger schöner aussehen würde“, erzählt Lara Barth (20). Doch wie auf diese Kritik reagieren, die die Mädels emotional aufgewühlt hat?

Frankfurt: Kritik an Garde-Tänzerinnen - Facebook-Post über Bodyshaming geht viral

Die Gruppe aus Frankfurt-Bornheim hat sich dazu entschieden, mit einem Statement in den sozialen Medien, wie Facebook und Instagram, zu antworten und dafür viel Lob, Anerkennung und Unterstützung bekommen. Darin beschreiben sie nämlich, warum sie den Sport machen - weil sie ihn lieben. Sie wüssten selbst, dass sie Rundungen und keine Modelmaße haben und finden, dass es nicht sein könne, dass sie als Garde-Tänzerinnen in der Fastnacht für ihr Aussehen angegangen werden. 

„Wir sind so wie wir sind und müssen uns nicht an den Formen anderer Mädchen orientieren“, heißt es weiter in dem Facebook-Post. „Wir sind Menschen und jeder ist individuell wunderschön - genau so, wie er ist.“ Die Resonanz ist überwältigend. Der Post hatte am Dienstagmorgen (26.11.2019) mehr als 4800 „Likes“ auf Facebook und wurde mehr als 1600 Mal geteilt.

Frankfurt: Garde-Tänzerinnen wehren sich auf Facebook gegen Bodyshaming

„Ich finde es sehr schön, dass wir eine so große und tolle Resonanz auf unseren Post bekommen und gleichzeitig auch so einen tollen Rückhalt aus ganz Deutschland erhalten haben“, sagt Lara Barth nach dem Facebook-Posting. „Ich stehe zu meiner Figur, die ich als Gardetänzerin habe“, betont sie weiter. Seit ihrer Geburt sei sie Mitglied im Verein. Sie selbst schätze vor allem die familiäre Atmosphäre und dass im Frankfurter Karneval-Verein 1911 jeder so sein könne, wie er möchte und auch so akzeptiert werde, wie er sei.

Auf die Frage, warum sie eigentlich Fotos in sozialen Medien posten, sagt Nanina Holleber: „Ohne geht es auch für einen Fastnachtsverein heute nicht mehr, vor allem nicht, wenn wir Jüngere ansprechen möchten.“ Instagram und Facebook seien in unserer Gesellschaft wichtig, um Öffentlichkeitsarbeit für den Verein zu machen. „Wir nutzen diese Plattformen auch dazu, um zu zeigen, dass wir als Fastnachtsverein auch außerhalb der Kampagne viel machen und anbieten“, beschreibt sie eine weitere Motivation für die sozialen Medien. Nanina Holleber selbst ist erst mit ihrem Umzug nach Bornheim Mitglied in der „MaaGard“ und im Verein geworden. „Früher habe ich beim 1. Nieder Carneval Club getanzt“, sagt sie.

Frankfurt: Bodyshaming "nicht einfach einstecken" - Garde-Tänzerinnen machen auf Facebook Mut

Dass es nicht einfach ist, den Nachwuchs für die Fastnacht und den Gardetanz zu begeistern, weiß auch Alice Siebert (34), die die Tänzerinnen der „MaaGard“ in Frankfurt-Bornheim trainiert. Und sie weiß, welche Auswirkungen so eine Kritik haben kann - auch wenn es „nur“ auf Online-Plattformen wie Facebook oder Instagram ist. „So etwas kann dazu führen, dass sich Mädchen gar nicht mehr trauen, in einen Fastnachtsverein einzutreten und aktiv zu werden.“ So etwas könne nicht jeder einfach so einstecken.

Alltagsdiskriminierung ist für Menschen selbstverständlich geworden, vor allem in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Doch nicht nur da. Auch auf den großen Umzügen gebe es öfters blöde Kommentare von den Zuschauern, wissen Lara und Nanina. Und sie sind sich sicher, dass dies nicht nur bei ihrer Gruppe vorkomme. Die Mädels wünschen sich, dass sie mit ihrem Post für ihr Anliegen sensibilisieren konnten: Sie so zu akzeptieren, wie sie sind.

Von Alexandra Flieth

Der Bau des Familienbads in Frankfurt Bornheim wird später als geplant beginnen. Ein Außenbecken und auch das Cabrio-Dach wird es nicht geben.

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