+
Selbst im Schweinsgalopp schaffen es die Kinder kaum, die Miquelallee auf dem Weg zum Schulcampus Westend zu überqueren. Die Ampel zeigt zu kurz grün

Initiative

Gefährlicher Schulweg zum Campus Westend - Eltern fordern Maßnahmen 

  • schließen

Enttäuscht von der Antwort des Bildungsdezernats auf ihren offenen Brief sind die Mitglieder der Elterninitiative der Holzhausenschüler. Weil der Weg zum neuen Schulcampus Westend an der Miquelallee viele Gefahrenquellen birgt, hatten sie Maßnahmen gefordert.

Frankfurt - Blitzanlagen gegen Raser, größere Blinklichter an Ampeln, die Rechtsabbieger auf Fußgänger hinweisen, und eine deutlich größere Mittelinsel an der Kreuzung Hansa-/Miquelallee: Auf all diese Vorschläge zur Schulwegsicherung, die die Elterninitiative der Holzhausenschüler in einem offenen Brief gemacht hat, geht das Bildungsdezernat in seiner Antwort nicht ein.

Lorenz Gempper von der Initiative macht keinen Hehl daraus, dass er sich mehr erhofft hätte: "Es tut sich etwas. Aber nur ein kleiner Teil unserer Lösungsvorschläge wird angesprochen. Alles andere ist nichts Neues, wurde vor zwei Jahren schon zum Planungsstart für den Schulcampus Westend besprochen." Dass die einzige Maßnahme, damit die Grundschüler die als besonders gefährlich eingestufte Kreuzung Hansa-/Miquelallee sicher überqueren können eine Verlängerung der Grünphase der Fußgängerampel und keine größere Mittelinsel sein soll, bezeichnet Gempper als enttäuschend. "Diese Kreuzung wird einfach zu sehr ignoriert", kritisiert er.

Campus Westend: Provisorien entstehen

Dabei müssen voraussichtlich schon im neuen Schuljahr etwa 100 der 500 Holzhausenschüler diese Gefahrenstelle auf ihrem Wege zum neuen Schulcampus Westend meistern. Auf dem Areal an der Miquelallee entstehen derzeit für 55 Millionen Euro Provisorien für das neue Adorno-Gymnasium und die Holzhausenschule, die ausgelagert wird, weil das marode Schulgebäude in der Bremer Straße saniert werden muss. Damit die 2000 Grundschüler und Gymnasiasten sicher zum Unterricht und vom Schulcampus in den Hort oder nach Hause kommen, hat die Elterninitiative Vorschläge gemacht.

Campus Westend: Kinder meiden Umweg

Im Gegensatz zu den Eltern ist das Bildungsdezernat aber der Ansicht, dass die Mädchen und Jungen an keiner vielbefahrenen Straße laufen oder Fahrrad fahren müssen. Der Eingang zur Schule befinde sich am Ende der Siolistraße, der offizielle Schulweg dorthin führe über Max-Horkheimer und Siolistraße, heißt es in dem Schreiben. "Kinder wählen den kürzesten Weg, also entlang der Miquelallee, nicht den Umweg", wendet Gempper ein. Die Lösungsvorschlag der Eltern: Ein Fuß- und Radweg parallel der Miquelallee auf dem Unigelände anlegen.

Problematisch sehen die Eltern auch die sogenannte "Kiss & Go Zone" vor dem Schulcampus. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, sollen die Zone nutzen. Dabei handelt es sich um eine Parallelstraße zur Miquelallee, die eigens zu diesem Zweck gebaut wird. Gempper rechnet mit morgendlichem Verkehrschaos. Denn das Signal sei fatal: "Eltern wird zu verstehen gegeben, dass sie ihre Kinder mit dem Auto bringen sollen. Dabei heißt es doch eigentlich immer, Schulkinder sollen zu Fuß oder mit dem Rad kommen." Eine Schranke an der Zufahrt soll Missbrauch verhindern. Eltern bekommen eine PIN-Nummer, um die Schranke betätigen zu können. "Vergisst jemand mal die Nummer, gibt das einen ellenlangen Rückstau auf der Miquelallee", befürchtet Gempper. Außerdem entstehe eine zusätzliche Gefahrenstelle, weil Autofahrer den aus Richtung Bockenheim kommenden Radweg queren müssten, um die "Kiss & Go Zone" zu erreichen.

Die Hoffnung ruht nun auf dem vom Bildungsdezernat angekündigten Treffen mit der Elterninitiative. Dieses soll noch vor den Sommerferien sein. Dann sollen alle Argumente nochmals auf den Tisch.

Kluge Köpfe der Verwaltung beraten seit mehr als zwei Jahren schon, wie der Schulweg zum neuen Schulcampus Westend am besten verlaufen und wo der Eingang liegen soll.

Lesen Sie auch:

Frankfurts kuriosesten Straßennamen - und wo sie herkommen

Frankfurt hat seinen Kudamm'. Doch auch weitere Straßen der Mainmetropole tragen kuriose Namen.

Die Firma Radio Scheu in Sachenhausen schließt - Nach 33 Jahren

Über drei Jahrzehnte war der Laden von Dieter Scheu eine Institution im Stadtteil, kauften hier die Nachbarn ihre Fernseher, ließen Radios reparieren, suchten technische Hilfe. Damit ist bald Schluss. Am 14. Juni öffnet das Geschäft zum letzten Mal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare