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An der Ecke Hunsrückstraße/Schmalkaldener Straße ist der Fußweg für die Kinder besonders schmal.

Kritische Kreuzung

Gefährliche Kreuzung auf dem Schulweg - Schulleiterin fühlt sich im Stich gelassen

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Kinder in Frankfurt Unterliederbach müssen auf ihrem täglichen Schulweg an einer vielbefahrenen Straße entlang. Besonders eine Kreuzung ist gefährlich. Trotz Initiativen von Schulleitung und Eltern hat sich an der Verkehrssituation wenig geändert.

  • Auf dem Schulweg in Frankfurt befindet sich eine vielbefahrene Straße.
  • Schulleiterin und Eltern warnen bereits seit vielen Jahren.
  • Bisher hat sich jedoch an der Verkehrslage in Unterliederbach wenig geändert.

Frankfurt - Jeden Morgen, wenn sich Yuna (9) und Yumi (7) Cho aus der Parkstadt auf ihren Schulweg zur Karl-von-Ibell-Grundschule machen, läuft die Sorge ihrer Mutter Anja mit. Grund: Ihre Töchter – und mit ihnen viele andere Schulkinder – laufen ab dem Ende des Radweges bis zur Kurve und dem Übergang in die Schmalkaldener Straße ungeschützt an einer vielbefahrenen Straße entlang. „Die Situation ist sehr gefährlich“, sagt die Mutter beim Ortstermin mit dieser Zeitung. 

Frankfurt Unterliederbach: Vielbefahrene Straße auf dem Schulweg

In der Tat: Nur auf den ersten paar hundert Metern gibt es Bauminseln und einen gesicherten Fahrradweg, der die Grundschüler vor Bussen, Brummis und Autos schützt. Dann wird es brenzlig: „Gerade die kleineren Kinder sind sich der Gefahr noch nicht bewusst und laufen, oft in großen Gruppen, viel zu nah an der Straße entlang.“ Das hat die Mutter selber beobachtet – und Anwohner berichten ihr von gefährlichen Situationen, denn: „Kinder laufen eben mal schneller, mal langsamer, überholen einander, stoßen sich, auch mit den sperrigen Ranzen, gegenseitig an und stolpern.“ 

Frankfurt Unterliederbach: „Abbiegende Busse gefährden Kinder“

Besonders kritisch sei die Situation kurz hinter dem Bahnübergang an der Kreuzung Hunsrückstraße / Schmalkaldener Straße. Dort ist der Fußgängerweg, den sich die Kinder auch noch mit Fahrradfahrern teilen, besonders eng, die Ecke für abbiegende Fahrzeuge besonders schwer einsehbar. Nicht selten ragten Busse über den Gehweg, wenn sie um die Kurve fahren. „Und viele Fahrer sind ohnehin durch das Verkehrschaos hier abgelenkt und achten nicht mehr auf die Kinder“, sagt sie. 

Unbekümmert gehen die Freunde Yuna, Amelia, Elian, Yumi und Zoe auf dem Fußgängerweg längs der Hunsrückstraße in Richtung Karl-von-Ibell-Schule – zwischen ihnen und dem vorbeifahrenden Brummi ist kaum Abstand.

Doch sie will nicht nur klagen, sie handelt auch. Auf dem Bürgerbeteiligungsportal der Stadt Frankfurt hat sie einen Vorschlag eingereicht, um die Lage zu entschärfen. Die vor der Schule geltende 30er Zone soll bis zu der Stelle erweitert werden, wo der Radweg wieder in die Straße übergeht. Zudem wünscht sie sich in diesem Bereich hüfthohe Metallbügel entlang des Bordsteins, um die Unfallgefahr zu mindern. 

Gefährliche Situation in Frankfurt Unterliederbach: „Wir warnen seit dem Jahr 2011“ 

Ihr Einsatz findet den Zuspruch von Maya Shantilal. Die Leiterin der Karl-von-Ibell-Schule hat sich ebenfalls zum Ortstermin am frühen Morgen vor Schulbeginn eingefunden und erzählt: „Seit 2011 haben wir als Schule die Stadt auf den gefährlichen Schulweg von der Parkstadt aus hingewiesen – getan hat sich seither kaum etwas.“ Mehrere Ortsbegehungen mit dem Straßenverkehrsamt, der Schulwegkommission und dem Ortsbeirat habe es gegeben. Resultat? Ein aus Shantilals Sicht indiskutabler Vorschlag: „Die Kinder sollten einen alternativen Schulweg durch eine Unterführung und die Straßen mit den Vogelnamen nehmen.“ Das aber war ein riesiger Umweg, sagt sie. 

Frankfurt Unterliederbach: Gespaltene Meinung über die Politik

Den einzigen Fortschritt habe die Schule durch das Engagement des stellvertretenden Elternbeiratsvorsitzenden Stefan Engels im Jahr 2018 erzielt: Der fand heraus, dass vor jeder Schule eine Tempo-30-Zone vorgeschrieben ist. „Das hat die Stadt dann auch umgesetzt.“ Insgesamt jedoch fühlt sich die Schulleiterin von der Politik im Stich gelassen: „Wir haben viele Vorschläge gemacht, die aber alle abgebügelt wurden – zum Teil mit Hinweis darauf, dass die Straße in Landesbesitz sei. Den für den Frankfurter Westen zuständigen Ortsbeirat 6 nimmt sie von der Kritik aus. „Die haben sich wirklich für uns eingesetzt“, betont die Pädagogin. 

Verkehrsdezernat äußert sich nicht zur Situation in Frankfurt Unterliederbach

Das bestätigt auch Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir haben die Stadt schon mehrfach auf das Problem hingewiesen“, sagt sie. Und: „Wir waren uns im Ortsbeirat immer einig, dass an dieser Stelle etwas geschehen muss.“ 

Bügel auf den Gehwegen zu installieren, sei zwar eine denkbare Maßnahme. Die werde sie und ihre Kollegen der CDU-Fraktion im Ortsbeirat aber nicht fordern, denn: „Falls der Antrag keine Mehrheit findet, ist das vom Tisch.“ Deshalb setze sie auf einen weiteren Ortstermin mit den zuständigen Ämtern, um eine Lösung zu finden. Für sie ist aber klar: Mit dem Hinweis, die Straße sei in Landesbesitz, könne sich die Stadt nicht aus der Verantwortung ziehen. „Dann kann sie zwar kein Tempo 30 einführen, ist aber erst Recht in der Pflicht, den Gehweg sicherer zu machen.“ Auf die Bitte dieser Zeitung um eine Stellungnahme hat das Verkehrsdezernat nicht reagiert. 

Von Michael Forst

Unterliederbach ist erst seit 102 Jahren ein Teil von Frankfurt: Mit den neuen Stadtteilen wagte Frankfurt 1928 den Sprung in die Fläche.

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