Auch wenn derzeit deutlich weniger Flugzeuge unterwegs sind. Das Thema Lärm ist auch nach der Pandemie aktuell.  foto: dpa
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Auch wenn derzeit deutlich weniger Flugzeuge unterwegs sind. Das Thema Lärm ist auch nach der Pandemie aktuell. foto: dpa

Flughafen

Frankfurt gehört jetzt zur Initiative "Zukunft Rhein-Main"

  • Julia Lorenz
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Der Zusammenschluss von Städten, Gemeinden und Kreisen setzt sich für Reduzierung von Fluglärm ein

Frankfurt -Die Stadt Frankfurt ist jetzt Teil der Initiative "Zukunft Rhein-Main". Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat, gut neun Jahre nach seinem Amtsantritt als Stadtoberhaupt, die Beitrittserklärung unterzeichnet. Für die Frankfurter Bürgerinitiativen, die sich für eine Reduzierung des Fluglärms stark machen und einen weiteren Ausbau des Airports verhindern wollen, geht damit ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. "Die fluglärmgeplagten Bürgerinnen und Bürger lasse ich nicht weiter warten", teilte Feldmann gestern mit.

Die Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM) ist ein Zusammenschluss von 20 Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie dem Bündnis für Bürgerinitiativen und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen und Rheinland-Pfalz. Ziel ist ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und ein integriertes, europäisches Verkehrskonzept für den Luft-, Schienen- und Straßenverkehr. Die Initiative wurde im Jahr 2000 gegründet. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Flörsheim, Hattersheim, Mainz, Wiesbaden und Neu-Isenburg.

"Ich freue mich auf die wichtige Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Landkreisen und Städten im Rhein-Main-Gebiet für einen guten Frankfurter Fluglärmschutz", sagte Feldmann. Aus seiner Sicht müsse Frankfurt als größte und mit am stärksten betroffene Kommune in allen wichtigen Gremien vertreten sein, um so in eine flächendeckende Vernetzung eingebunden zu sein. "Das ist eine gute Nachricht im neuen Jahr für die von Fluglärm und Schadstoffen betroffenen Frankfurter", teilte auch Jürgen Lamprecht, Sprecher der Frankfurter Bürgerinitiativen mit. Der Beitritt Frankfurts bedeute eine Stärkung der Städte, Gemeinden und Landkreise der Rhein-Main-Region in ihrem Einsatz gegen den Ausbau des Flughafens und damit zum Wohle der von Fluglärm geplagten Menschen.

Ein langgehegter Wunsch

Seit Jahren fordern die Bürgerinitiativen, dass Frankfurt der Initiative "Zukunft Rhein-Main" beitritt. Der Magistrat hatte dies bisher aber stets abgelehnt. Vor allem das Verhältnis zwischen Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Bürgerinitiativen ist nicht das Beste. Der Stadträtin wird vorgeworfen, sich nicht genug für die Belange der fluglärmgeplagten Menschen einzusetzen. Heilig wiederum ist der Auffassung, egal was sie mache, es ist nicht richtig.

"Ich freue mich über den Beitritt, denn er unterstreicht die Bürgernähe der Stadt Frankfurt und den Willen sich für die Bevölkerung in Sachen Fluglärmschutz einzusetzen", kommentierte Frankfurts Fluglärmschutzbeauftragte Ursula Fechter.

Thomas Will, Sprecher der Initiative "Zukunft Rhein-Main" und Landrat des Kreises Groß-Gerau, sagte: "Ein ,Weiter so' darf es nach der größten Krise in der jüngeren Luftfahrtgeschichte nicht geben." Der Flugverkehr müsse umso mehr nachhaltiger, lärmärmer und zukunftsfähiger werden. Zudem dürften nicht die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit gemacht werden. "Wie der Weg in eine nachhaltige Mobilität aussehen kann, muss nun auf breiter Ebene mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert werden", sagte Will. jlo

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