Das Oberlandesgericht Frankfurt hat beschlossen, dass ein Vater zu dem Umgang mit seinen Söhnen verpflichtet ist. (Symbolbild)
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Das Oberlandesgericht Frankfurt hat beschlossen, dass ein Vater zu dem Umgang mit seinen Söhnen verpflichtet ist. (Symbolbild)

Eltern und Kinder

Vater will seine drei Söhne nicht treffen – Gericht verpflichtet ihn jetzt dazu

  • vonTobias Ketter
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Ein Vater geht gegen einen Beschluss vor, der ihn zum Umgang mit seinen Kindern verpflichtet. Das Oberlandesgericht Frankfurt entscheidet aber nicht zugunsten des Mannes.

Frankfurt – Das Oberlandesgericht Frankfurt hat einen Vater zu Treffen mit seinen Söhnen verpflichtet. Der Mann lebe seit Anfang 2017 getrennt von der Mutter sowie den Kindern und habe seitdem nur sporadischen Kontakt mit den drei Jungen gehabt, teilte das Gericht am Donnerstag (03.12.2020) mit.

Gericht in Frankfurt verpflichtet Vater: Kinder haben Recht auf Umgang mit ihren Eltern

Da die Kinder ihren Vater vermissten, erwirkte die Mutter einen Beschluss, der den Mann zum Umgang mit seinen Kindern verpflichtete. Dagegen klagte er ohne Erfolg. Kinder hätten ein Recht auf Umgang mit ihren Eltern, erklärte das Oberlandesgericht Frankfurt.

Der Vater habe zuvor erklärt, er stehe beruflich und privat unter enormem Druck, habe ein neugeborenes Kind, arbeite bis zu 120 Stunden wöchentlich und schlafe nur drei bis vier Stunden pro Nacht. Er führte die Argumente gegen einen Beschluss des Amtsgericht an, der ihm das Recht und die Pflicht zusprach, die drei Söhne an einem Sonntag im Monat tagsüber sowie in Teilen der Ferien zu sich zu nehmen.

Frankfurt: Vater vernachlässigt Erziehungspflicht seiner Kinder

Das Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte den Beschluss, da die Verweigerung jeglichen Umgangs mit dem Kind und damit die Loslösung von einer persönlichen Bindung einen maßgeblichen Entzug elterlicher Verantwortung und zugleich die Vernachlässigung eines wesentlichen Teils der Erziehungspflicht darstelle.

Die Belange des Vaters sollten ihn eher veranlassen, seine Prioritäten umzustrukturieren, „statt seiner verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Umgangspflicht mit seinen drei älteren Kindern weiter nicht nachzukommen“, erklärten die Richter. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt ist nicht anfechtbar.

Ein weiterer Familienfall wurde im Juli dieses Jahres vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verhandelt. Dabei entschied der Richter, dass eine Mutter und ihr Kind bei einem Abstammungsgutachten mitwirken müssen. (tob)

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