Der Römer ist seit Jahrhunderten das Rathaus der Stadt Frankfurt.
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Der Römer ist seit Jahrhunderten das Rathaus der Stadt Frankfurt.

Frankfurt – voller Geschichte

Frankfurt und seine Geschichte: Von der Kaiserpfalz zur Bankenmetropole

Frankfurt hat eine der spannendsten Historien aller deutschen Städte. Seit Jahrhunderten wird in der Stadt am Main wichtige deutsche Geschichte geschrieben.

  • Frankfurt blickt auf eine über 1.200-jährige und sehr wechselvolle Geschichte zurück.
  • Die Stadt am Main war über viele Jahrhunderte die Wahlstadt deutscher Könige und Kaiser.
  • Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde Frankfurt als moderne Metropole mit einer Wolkenkratzer-Skyline wiederaufgebaut.

Frankfurt - Seit über 1.200 Jahren zählt Frankfurt zu den wichtigsten Städten auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik und kann auf eine äußerst wechselvolle Geschichte zurückblicken. Bereits zur Römerzeit besiedelt, entwickelte sich die Stadt am Main im 9. Jahrhundert zu einer bedeutenden Königspfalz. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Frankfurt schließlich zur Wahlstadt der deutschen Könige und erwarb das Markt-, Messe- und Münzrecht. 1245 zur unmittelbaren Reichsstadt erhoben, blieb Frankfurt bis ins 19. Jahrhundert eine weitgehend autonome Stadt.

Im Spätmittelalter sowie zur Zeit der Reformation erlebte Frankfurt weitere bedeutende Phasen des Aufschwungs. 1848 wurde hier die erste demokratische Verfassung Deutschlands verabschiedet. Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, wurde Frankfurt nach dem Krieg in moderner Form wieder aufgebaut. Die unverwechselbare Wolkenkratzer-Skyline macht die Metropole am Main zu einer der modernsten Städte Deutschlands.

Frankfurt: Die Frühgeschichte

An der Stelle des heutigen Frankfurter Stadtgebiets lag einst eine sumpfige Niederung, die von zahlreichen Armen des Mains durchzogen war. Der älteste Teil der Frankfurter Altstadt ist der Domhügel, einschließlich des heutigen Römerbergs. Er ragte seinerzeit als Insel aus den Seitenarmen des Mains und der umgebenden Sumpflandschaft heraus und war von Westen aus trockenen Fußes zu erreichen. Zudem lag der Domhügel strategisch günstig an einer Furt, die bereits damals der Überquerung des Mains diente und vor diesem Hintergrund sowohl von militärischer als auch von wirtschaftlicher Bedeutung war.

Archäologische Funde belegen, dass der Domhügel bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Die Gründung einer bebauten Siedlung ist jedoch erst zur Römerzeit nachgewiesen. Historiker gehen davon aus, dass die römische Besiedelung im ersten Jahrhundert nach Christus begann. Überreste von Gebäuden lassen darauf schließen, dass hier einst ein römisches Kastell stand, das im zweiten Jahrhundert vermutlich aufgegeben wurde. Mit dem Rückzug der Römer hinter den Rhein Mitte des dritten Jahrhunderts ging die kurze römische Geschichte Frankfurts zu Ende.

Frankfurt im Frühmittelalter

Erstmalig wurde Frankfurt im Jahre 794 in einer Urkunde erwähnt, mit der Karl der Große (67, † 814) dem Regensburger Kloster Sankt Emmeram Land schenkte („ausgestellt am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt“). Karl war Ende 793 nach Frankfurt gekommen, wo sich seit dem 7. Jahrhundert auf dem Römerberg ein Königshof befand. Frankfurt war damals bereits neben Mainz ein bedeutender Ort.

794 verließ Karl der Große Frankfurt und kehrte nie wieder an den Ort zurück. Unter seinem Sohn, Ludwig dem Frommen (†62, 840), erlebte der Ort am Main einen großen Aufschwung. Ludwig erweiterte den Königshof zur Königspfalz Frankfurt, ließ einen noch größeren Palast errichten und umgab die Stadt im Jahre 838 mit Mauern und Gräben.

843 wurde Frankfurt zeitweise zur Hauptstadt des ostfränkischen Reichs. Die häufigen Aufenthalte der Kaiser und Könige und die zahlreiche Reichstage und Kirchenversammlungen trugen maßgeblich zur Entwicklung Frankfurts zu einer bedeutenden Stadt bei. Selbst als die deutschen Kaiser nicht mehr ständig an einem Ort residierten, blieb Frankfurt kaiserliches Kammergut und Hauptort von Ostfranken.

Frankfurt im Hochmittelalter

Zur Zeit des Hochmittelalters erlebte die Stadt Frankfurt eine erste Blütezeit. Auslöser waren zwei knapp hintereinander erfolgte Kaiserwahlen in den Jahren 1147 und 1152, die Frankfurt fortan zur Wahlstadt der deutschen Könige machten.

Unter den Stauferkaisern erfuhr Frankfurt einen noch nie erlebten Aufschwung. Im 12. Jahrhundert gewann die Stadt das Markt-, Messe- und Münzrecht und bekam eine Mainbrücke sowie eine Mauer. Zudem wurde Ende des 12. Jahrhunderts das Stadtgebiet stark vergrößert. Die neue Stadtgrenze bildete die Staufenmauer, die das Gebiet der heutigen Altstadt umgab.

Im Jahre 1245 wurde Frankfurt unmittelbare Reichsstadt und somit eine weitgehend autonome Stadtgemeinde innerhalb des Gebietes des Heiligen Römischen Reiches. Während die Gewalt in der Stadt zu Beginn noch in den Händen königlicher Amtsträger lag, wurde mit der Zeit der Bürgermeister zur wichtigsten politischen Instanz.

Frankfurt im Spätmittelalter

Unter Kaiser Ludwig dem Bayer (†65, 1347) erlebte Frankfurt den Zenit seiner Macht im Spätmittelalter. Ludwig gewährte der Stadt eine ganze Reihe weiterer Privilegien, unter anderem die Rechte, eine weitere Messe abzuhalten, Bündnisse zu schließen und das ummauerte Stadtgebiet zu erweitern. Damit war der Grundstein für den enormen Aufstieg zu einer mächtigen Handels- und Messestadt gelegt. Vor allem der Tuchhandel florierte seinerzeit in Frankfurt und trug maßgeblich zum Wohlstand der Stadt bei.

Bereits im 14. Jahrhundert zählte Frankfurt rund 10.000 Einwohner. Von der damals neu errichteten Befestigungsanlage ist heute noch der Eschenheimer Turm erhalten. Im Jahre 1405 kauft die Stadt einige Bürgerhäuser auf dem Römerberg und baute sie zum Rathaus um. Noch heute zählt der „Römer“ zu den bekanntesten Rathäusern ganz Deutschlands.

Ein bedeutendes Dokument der Stadtgeschichte Frankfurts ist die Goldene Bulle. Durch die 1356 unterzeichnete Urkunde, die sozusagen das „Grundgesetz“ des Heiligen Römischen Reiches darstellte, wurde Frankfurt zur ständigen Wahlstadt der deutschen Könige.

Frankfurt zur Zeit der Renaissance und Reformation

Ab dem 16. Jahrhundert erlebte Frankfurt einen erneuten Aufschwung. Künste und Gewerbe blühten auf und die Wissenschaften wurden gepflegt. Der im nahen Mainz erfundene Buchdruck trug viel zur Verbreitung der Bildung bei. Bereits im 15. Jahrhundert war in Frankfurt die bedeutendste Buchmesse Deutschlands ansässig.

Im Jahre 1530 hielt die Reformation Einzug in Frankfurt. In den Folgejahren wurden in der Stadt mehrere Konvente protestantischer Fürsten abgehalten. Zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt trug auch der Zuzug vertriebener protestantischer Familien aus ganz Europa bei, die in Frankfurt eine neue Heimat fanden.

Im Jahre 1585 kam es zur Gründung der Frankfurter Börse. Hintergrund war das Problem, dass in der Handels- und Messemetropole Frankfurt zahllose unterschiedliche Währungen kursierten, für die es keine festgelegten Wechselkurse gab. Um Betrug und Wucher Einhalt zu gebieten, einigen sich die Kaufleute der Stadt auf die Festlegung von Wechselkursen. Bis heute ist Frankfurt einer der wichtigsten Finanzplätze Europas geblieben.

Die Frankfurter Börse heute. Sie ist eines der wichtigsten Finanzzentren Europas

Frankfurt im 19. Jahrhundert

Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 endete die Souveränität Frankfurts als Reichsstadt. In den darauffolgenden Jahren fiel die Stadt in das Herrschaftsgebiet unterschiedlicher Fürsten- und Herzogtümer und wurde nach der Eroberung durch die Franzosen unter Napoleon (†52, 1821) schließlich zur Hauptstadt des Départements Frankfurt.

Nach dem Sieg über Napoleon wurde Frankfurt 1815 als Freie Stadt innerhalb des Deutschen Bundes wiederhergestellt. Neben Frankfurt konnten nur drei weitere deutsche Städte ihre traditionelle Stadtfreiheit bis in die Moderne behaupten:

  • Bremen
  • Hamburg
  • Lübeck

Im Anschluss richtete sich der Bundestag des Deutschen Bundes in Frankfurt ein. Nach der Märzrevolution des Jahres 1848 wurde die Nationalversammlung in der Stadt einberufen und verabschiedete in der Frankfurter Paulskirche die erste demokratische Verfassung Deutschlands.

1866 wurde Frankfurt im Deutschen Krieg von Preußischen Truppen besetzt und endgültig annektiert. Ende des 19. Jahrhunderts setzten im Zuge der Industrialisierung ein rasantes Bevölkerungswachstum und ein enormer Ausbau der Infrastruktur ein.

Frankfurt im 20. Jahrhundert

Durch die Bombardements des Zweiten Weltkriegs verlor Frankfurt seine bis dahin nahezu vollständig mittelalterlich erhaltene Altstadt. Nahezu die gesamte Frankfurter Innenstadt wurde bis 1945 zerstört. Nach dem Kriegsende entschied sich die Stadtverwaltung gegen einen Wiederaufbau der Stadt nach historischem Vorbild. Nur einzelne markante Gebäude, unter anderem der Römer, wurden mit ihren historischen Fassaden wiederaufgebaut. Das neue Stadtbild Frankfurts wurde zunehmend durch Hochhäuser und Wolkenkratzer geprägt.

1949 trat die Stadt zur Wahl als neue Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland an, unterlag jedoch gegen Bonn. Trotz dieser politischen Niederlage entwickelte sich Frankfurt ab den 1950er-Jahren schnell zu einer der Wirtschafts- und Handelsmetropolen der Bundesrepublik. Heute ist die Metropole am Main das unbestrittene Finanzzentrum Deutschlands und beherbergt mit der Europäischen Zentralbank eine der wichtigsten globalen Finanzinstitutionen.

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage ist Frankfurt auch heute wieder einer der wichtigsten Drehscheiben des deutschen und zentraleuropäischen Flug-, Schienen- und Straßenverkehrs. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist der wichtigste Fernbahnhof Deutschlands und der Flughafen Frankfurt/Main der mit Abstand größte Verkehrs- und Frachtflughafen der Bundesrepublik.

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