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Einem Neubau mit Wohnungen und Räumen für soziale Zwecke soll der Bunker am Glauburgplatz weichen. Das Thema Lärmbelästigung treibt die Nachbarn um. Sie befürchten, dass der Betrieb in der benachbarten Schwarzburgschule und der Kita 103 unmöglich wird. 

Bauaufsicht beauftragt Dauermessungen

Glauburgbunker: Bürgerinitiative legt im Streit um Abriss nach

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Die Bürgerinitiative Glauburgbunker legt jetzt im Streit um den Abriss des Gebäudes nach. Sie hat einen Rechtsanwalt konsultiert, um eine Auslagerung der benachbarten Schwarzburgschule und der Kita 103 zu erreichen.

Frankfurt - Das Beispiel der Grundschule Thadenstraße in Hamburg dient der Bürgerinitiative Glauburgbunker (BI) laut Gabriele Arnold, einer Sprecherin der BI, als Vorbild. Direkt neben dem Schulgelände steht dort ein Bunker, der derzeit abgerissen wird. Eltern und Lehrer hätten mit vereinten Kräften und der Hilfe von Rechtsanwälten eine neue Gefährdungsbewertung und schließlich die Auslagerung zumindest von Teilen der Schule erwirkt. Die Hansestadt als Bauherrin müsse die Kosten tragen.

Genau das strebt die BI an, sagt Arnold. Deshalb sei mittlerweile ein Rechtsanwalt eingeschaltet worden. Auch weil sich die Situation geändert habe. Entgegen der ursprünglichen Ankündigungen dauere der Bunkerabriss am Glauburgplatz nämlich nicht neun, sondern 13 Monate. "Das ist nicht zumutbar", sagt Arnold.

Glauburgbunker: Bis zu 120 Dezibel

Mitglieder der BI werden heute in der Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) über den aktuellen Stand berichten. Und ihre Enttäuschung über die Entscheidung der städtischen Bauaufsicht äußern. Diese wolle in den nächsten Tagen die Genehmigung zum Abriss des Bunkers erteilen. Das versteht die BI nicht. In einem von der Bauaufsicht beim TÜV Süd in Auftrag gegebenem Lärmgutachten sei von massiven Lärmbelästigungen von bis zu 120 Dezibel die Rede.

Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht, bestätigt, dass die Abrissgenehmigung bald erteilt werde. Die im Gutachten genannten Werte seien Prognosen, keine verbürgten und dauerhaften Spitzenwerte. Entscheidend für eine Gesundheitsgefährdung durch Lärmbelästigung sei jedoch der Durchschnittswerte - 68 Dezibel seien die Grenze. Der TÜV Süd gehe davon aus, dass dieser Wert weder in der Kita noch im Schulgebäude erreicht werde, sagt Zapke. "Um sicher zu gehen, werden wir Dauermessungen veranlassen. Bei Bedarf muss dann nachgebessert werden. Die Laufzeiten der Maschinen müssen dann zum Beispiel reduziert werden."

Dass sich die BI auf einen Fall in Hamburg beruft, hält Zapke für problematisch. Denn man wisse nicht, welche Lärmschutzmaßnahmen der Bauherr dort ergriffen habe. Für die Baustelle am Glauburgplatz seien jedoch sehr viele Maßnahmen vorgesehen.

Nach Ansicht des Kollegiums der Schwarzburgschule ist das nicht ausreichend, es sieht nur zwei Möglichkeiten: Entweder den geplanten Abriss des Bunkers abblasen oder Grundschule und Kita auslagern. Den Unterricht während der geplanten Abbrucharbeiten weiterzuführen sei undenkbar, erklärte Christian Wolf, der die Schwarzburgschule kommissarisch leitet, zuletzt. Lärm- und Staubbelästigung seien zu groß.

Glauburgbunker: Container als Lärmschutz

Die Delom Wohnbau GmbH will den Bunker abreißen und 35 Wohnungen bauen. 6000 Kubikmeter Bauschutt mit einem Gewicht von 12 000 Tonnen sind abzutransportieren. Während des Abbruchs rollen vermutlich bis zu sechs Lastwagen täglich durch die Lortzing- und Schwarzburgstraße. Als Lärmschutz werden um den Bunker Seecontainer dreistöckig übereinandergestapelt. Sie bilden eine sieben Meter hohe Wand. Zudem kommen sogenannte Layher-Lärmschutz-Wände an der Zu- und Ausfahrt zur Baustelle sowie auf der westlichen Seite zur Kita zum Einsatz.

Laut Planungsamtssprecher Mark Gellert hat der Investor noch keinen Bauantrag eingereicht. Nur eine Bauvoranfrage und der Abrissantrag für den Bunker lägen vor.

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