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Das Modell des neuen Goetheturms gefällt durchaus. Auch wenn die Größenrelation natürlich nicht stimmt... Foto: Pfeiffer-Goldmann

Wahrzeichen

Frankfurt: Goetheturm wird ab Juli aufgebaut

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Material aus Spanien geht bald auf die Reise zu einer Holzbaufirma im Südschwarzwald, die alles für die Rekonstruktion des Frankfurter Wahrzeichens vorbereitet.

Frankfurt -Er ist noch immer unentdeckt, der ruchlose "Feuerteufel", der den Goetheturm im Sachsenhäuser Landwehrweg in der Nacht zum 12. Oktober 2017 in Brand gesteckt hat. Das Entsetzen, die Trauer der Bürger über den Verlust des beliebten Aussichtsturms war groß. Der Wiederaufbau - ebenfalls aus Holz - war alsbald beschlossene Sache, Geld wurde gesammelt, ein Modell geplant und in einem aufwendigen Verfahren geprüft und genehmigt. Das Vorhaben wurde EU-weit ausgeschrieben; eine Firma in Spanien erhielt den Zuschlag. Dazu muss man wissen: Ein rund 40 Meter hoher Aussichtsturm aus Holz ist kein Allerweltsprojekt; Dafür war eine sogenannte Einzelfall-Zulassung notwendig.

Nun soll es endlich losgehen: "Wir rechnen im Mai damit, dass das in einer Firma in Spanien bestellte Holz in drei Lastwagen auf den Weg gebracht wird", erklärte Günter Murr, Sprecher des Planungsdezernates der Stadt. Das Material gilt als speziell, es ist kein Vollholz, sondern in Schichten verleimte Edelkastanie. Sie gilt darum als über Jahrzehnte haltbar, fault nur sehr langsam und "ist auch preislich akzeptabel", so Murr. Man könne von einem "sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis" sprechen.

Die mächtigen Hölzer werden also noch im Laufe dieses Monats in drei Lkw nach Deutschland transportiert. Genauer in den Südschwarzwald zum Holzbau-Betrieb Amann. "Dort muss das Holz abgebunden werden", erklärt Murr. Das heißt, alle Anschlüsse und Verbindungen für das Zusammensetzen wie Zapfen und Zargen werden dort gearbeitet.

Ende Juni, so der Zeitplan, soll dann der Bauplatz am Goetheturm hergerichtet werden; dort wird das Holz auch gelagert werden. Anfang Juli soll der Trupp aus dem Südschwarzwald dann anreisen und mit dem Aufbau des Turms beginnen.

Der neue Goetheturm soll sich optisch nur geringfügig von seinem Vorgänger unterscheiden. Auch der Neubau wird größtenteils aus Holz bestehen. An einigen wichtigen Schnittstellen allerdings werden Stahlelemente eingebaut. Diese machen das Bauwerk insgesamt widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und sollen außerdem die Instandhaltung erleichtern. Denn Holz muss immer auch gepflegt werden. Bei einer Online-Befragung hatten sich 78 Prozent der Teilnehmer für eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion und gegen einen modernen Turm ausgesprochen.

Von den veranschlagten rund 2,4 Millionen Euro Baukosten werden rund 2,1 Millionen Euro durch die Versicherung abgedeckt. Die Stadt Frankfurt muss für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen aufkommen und auch für die Neugestaltung rund um den Turm. Die mittlerweile knapp 200 000 Euro an Spenden sollen für diese Außenanlagen samt Baumpflanzungen verwendet werden. Ute Vetter

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