Viel haben sie derzeit nicht zu tun: Simona Geraci, Andreas Ivis und Thomas Quetting halten bei "X-Cite" die Stellung.
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Viel haben sie derzeit nicht zu tun: Simona Geraci, Andreas Ivis und Thomas Quetting halten bei "X-Cite" die Stellung.

Folgen der Pandemie

Nach etlichen Absagen kämpfen Messebauer um ihre Existenz

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Die Absagen im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus trifft auch Messebauer besonders hart. Viele wissen nicht, wie es weitergehen soll.

  • Einige Unternehmen melden Kurzarbeit an.
  • Bis zu 70 Prozent der Aufträge sind storniert.
  • Für Messebauer sieht es ganz schwierig aus - alleine in Frankfurt sind drei eigene Messen abgesagt.

Frankfurt - Corona hat das Land im Griff. Die Kraftfahrzeug-Innung sagte die Meisterfeier ab, und auch Messen werden reihenweise verschoben. Für Messebauer sieht es ganz schwierig aus. Alleine in Frankfurt sind drei eigene Messen abgesagt, die Light and Building, die Musikmesse und die Pro Light and Sound.

Sertan Ceneli hat so etwas noch nicht erlebt. Der Geschäftsführer der X-Cite Werbesysteme GmbH in der Vilbeler Landstraße hat für seine Mitarbeiter inzwischen Kurzarbeit beantragt. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Ceneli. Schon jetzt verzeichnet er Umsatzeinbrüche von 30 bis 50 Prozent. „Alle Messen sind abgesagt!“ Messebau sei ein Saisongeschäft. Die meisten Aufträge sind im Frühjahr abzuarbeiten. Danach kommt das Sommerloch, im Herbst zieht es noch einmal an. „Ich bin seit 20 Jahren im Geschäft. So etwas habe ich noch nie erlebt. Weder 2001 nach dem 11. September, noch 2008 nach der Lehman-Pleite.“

Messebauer in Frankfurt hoffen auf staatliche Hilfen

Die Messebauer, Hoteliers, Fluggesellschaften treffe es am härtesten. Denn sie stehen am Ende der Kette. „Die Frage ist, wer eine Veranstaltung absagt und warum. Wenn der Staat es vorschreibt, muss der Staat für die Schäden haften. Wenn die Veranstalter es freiwillig tun, müssten sie die Kosten tragen. Die Frage ist, ob sie es können.“ Und die Messebauer stehen nun mal ganz am Ende der Kette. Ob für sie etwas übrig bleibt, sieht Ceneli offen.

„Drei Monate können wir noch aushalten. Wir haben ein Online-Geschäft mit mobilen Messeständen, die wir verkaufen. Das läuft noch etwas, aber ist auch rückläufig.“ Zum Glück sei sein Unternehmen schuldenfrei. Ob der Staat hilft, wie kompliziert es wird, die Hilfen zu beantragen, wie lange es dauert, bis die Hilfen eintreffen, all das weiß Ceneli nicht. Die Zukunft ist ungewiss.

Messerbauer in Frankfurt: Geschäftsleiter spürt Auftragsrückgang

Wie viele Messebauer fertigt X-Cite Teile der Stände selbst, teilweise wird die Arbeit ausgelagert. Ein großes Unternehmen auf der Seite der Schreiner möchte nicht namentlich genannt werden. Der Geschäftsleiter bestätigte jedoch, er spüre den Auftragsrückgang. „Ich glaube, bis Ende April wird es sehr schwer. Wenn wir Glück haben, zieht das Geschäft danach wieder an.“ Viele Messen seien ja lediglich verschoben. Der Termin liegt auf später im Jahr. „Dann kommt die ganze Arbeit geballt. Aber welche Messebauer es bis dahin schaffen, wie viele in die Insolvenz gehen, das sei völlig offen. "Ganz schlimm wird es, wenn es länger andauert“, so der Geschäftsführer. Er hat in seiner Großschreinerei immerhin noch Aufträge genug, muss noch keine Kurzarbeit anmelden. Schlimmstenfalls bauen seine Mitarbeiter im April Überstunden ab.

Bei G & M Building in der Buchwaldstraße ist es ähnlich. Inhaber Michal Polak: „70 Prozent der Aufträge sind storniert. Ob es einen Ersatztermin gibt und ob der Termin gehalten werden kann, ist unklar.“ Noch hat er zu tun: „Wir haben Vorschüsse erhalten, 40 Prozent. Davon haben wir Material gekauft, davon zahlen wir Löhne. Also arbeiten wir auch.“ Die Messestände werden fertiggestellt. „Das lagern wir ein, und wenn der Messetermin kommt, ist es fertig.“

Neue Aufträge, wenn sie denn noch kommen, nimmt Polak gegen 80 Prozent Vorschuss an. Viel zu tun ist jedoch nicht. Die etwa 30 externen Mitarbeiter sind weg, die 25 internen seien noch nicht auf Kurzarbeit. „Für Messebauer ist Flexibilität normal: Im Winter ist wenig los, im Frühjahr sollte das Geschäft anziehen. Nur diesmal dauert der Winter viel länger als sonst.“

Von Thomas J. Schmidt

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