Gemeinsam verhindern Polizei und Feuerwehr, dass eine Frau in der Moselstraße aus dem Fenster springt.
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Gemeinsam verhindern Polizei und Feuerwehr, dass eine Frau in der Moselstraße im Frankfurter Bahnhofsviertel aus dem Fenster springt.

Rettung

Großeinsatz im Bahnhofsviertel

  • vonSabine Schramek
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Feuerwehr und Polizei verhindern im Bahnhofsviertel in Frankfurt den Sprung einer Frau aus dem Fenster. Plötzlich stürzt sie ab.

Update vom Sonntag, 31.01.2021, 15.10 Uhr: Ein Fall mit vielen Fragezeichen erhält durch eine Mitteilung der Polizei jetzt ein wenig mehr Klarheit: Eine unbekannte Frau ist am Freitag (29.01.2021) beim Sturz von einem Gerüst im Bahnhofsviertel in Frankfurt schwer verletzt worden. Sie hatte sich zuvor in der Moselstraße laut Zeugen „verdächtig auf einem Balkon bewegt“, teilt die Polizei mit.

Die Frau war zuvor an der Außenfassade des Hauses balanciert und zog sich dann zurück. Nachdem die Einsatzkräfte das Objekt umstellt hatten, stellten sie fest, dass die Unbekannte sich nun auf dem zum Innenhof gelegenen Metallgerüst eines Hauses in der Karlstraße befand. Plötzlich stürzte die Frau vom Gerüst und blieb schwer verletzt auf dem Betonboden liegen, heißt es von der Polizei.

Nur wenige Meter von ihr entfernt befanden sich demnach Polizisten, die Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiteten. Die Frau musste mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie stationär aufgenommen wurde. Die Ermittlungen zur Identifizierung der Frau dauern laut Polizei an.

Passanten rufen Polizei: Einsatzkräfte retten Frau im Bahnhofsviertel in Frankfurt

Erstmeldung vom Samstag, 30.01.2021: Frankfurt – Nur wenige Tage nach der Messerattacke, bei der ein Mann vier Passanten in der Karl- und Niddastraße zum Teil lebensgefährlich verletzt hatte, kam es am Freitagabend (29.01.2021) erneut zu einem Großeinsatz von Rettungskräften. Gegen 20.15 Uhr ertönten Schreie einer Frau, die androhte, in der Moselstraße aus dem Fenster zu springen.

„Die Frau hat geschrien, dass sie springen will“, berichtet ein Passant in der Moselstraße mit blassem Gesicht zwischen Feuerwehrwagen, Rettungswagen und Polizeieinsatzwagen. Längst ist die Moselstraße abgesperrt, die Polizei ist sofort gerufen worden, als die Schreie der Frau aus dem zweiten Stock des sonst dunklen Nachtcafés M47 ertönten. Die Eingangstür ist verschlossen, Rettungskräfte schweben per Hubwagen auf den Balkon neben dem einzigen beleuchteten Fenster. Als das Blaulicht kam, wurde das Fenster geschlossen. Ein Augenzeuge berichtet, dass „plötzlich alles zu war, als das Blaulicht kam“.

Bahnhofsviertel Frankfurt: Einsatzkräfte gelangen ins Gebäude

Kurz darauf fahren drei voll ausgerüstete Polizeibeamte mit Schutzschild und Helm mit dem Hubwagen auf den Balkon. Über eine Hofeinfahrt in der Karlstraße, die ebenfalls voller Rettungswagen ist, gelangen Einsatzkräfte in das verschlossene Gebäude. Ein Mann wundert sich, dass um diese Uhrzeit überhaupt jemand im Gebäude ist, „wenn er nicht zum Team gehört. Das Nachtcafé öffnet von 22.30 Uhr bis 11.30 Uhr“, weiß er.

Das im Mai 2018 als Nachfolger der Fixerstube eröffnete Nachtcafé M47 vom Frankfurter Verein sollte ursprünglich die Zeit überbrücken, in der die Konsumräume geschlossen sind. Es ist ein Aufenthalts- und Rückzugsort für Suchtkranke. Sie können die Nacht dort verbringen, sich auszuruhen, essen und den ständigen Kreislauf zwischen Beschaffung und Konsum durchbrechen, um nicht auf der Straße sein zu müssen. Drogen dürfen dort nicht konsumiert werden. Es ist zwar geplant, bald auch tagsüber zu öffnen, weil die kalten Temperaturen und die Coronazeit für Drogenkranke auf der Straße noch gefährlicher ist als sonst, aber beim Eintreffen der Rettungskräfte sind die Eingänge mit Elektrorollos dicht verschlossen.

„Es geht um Menschenleben“: Frau in Frankfurt lebend geborgen – Krankenhaus

Einsatzkräfte sind allgegenwärtig und hoch konzentriert. Passanten auf der Straße verhalten sich still. Nur wenige versuchen durch die Absperrung zu gehen. Die meisten stoppen sofort nach ruhiger, klarer Aufforderung, dahinter zu bleiben. Sie flüstern betroffen. Nur ein Mann, der zu einem Kiosk will, schimpft, als er von einem Polizisten aufgehalten wird. "So viel Aufwand für eine Person. Soll er doch springen." Der kontert besonnen: "Es geht hier um Menschenleben" und der Mann ist still. Niemand weiß, was im Gebäude los ist.

Um 20.48 Uhr fahren Rettungsärzte eine Trage aus der Einfahrt in der Karlstraße. Offenbar ist es gelungen, in die Räume zu gelangen und die Frau lebend zu bergen. Notärzte schieben sie in den Rettungswagen und fahren sofort mit Blaulicht los in Richtung Krankenhaus. Polizeibeamte in Vollmontur und mit Schilden verlassen kurz danach ebenfalls das Gebäude durch die Einfahrt. Die Moselstraße bleibt gesperrt, immer wieder fährt der Hubwagen Feuerwehr- und Polizeikräfte auf und vom Balkon. Was auch immer in dem hell beleuchteten Raum geschehen ist und was die Frau zur Verzweiflung getrieben hat, bleibt offen. "Die Frau ist nicht über den Berg", sagt ein Polizist. (Sabine Schramek)

Das Bahnhofsviertel in Frankfurt ist berüchtigt für seine Polizeieinsätze. Mehrfach hat beispielsweise ein Mann sein Opfer mit einer Spritze bedroht und ausgeraubt. Der Polizei gelang wenig später die Festnahme.

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