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Die E-Scooter gelten vielen als cool, vermutlich auch, weil sie sehr bequem sind: Man muss nicht strampeln wie auf einem Fahrrad.

Mobilität

Harter Konkurrenzkampf: Vier Verleiher bieten E-Scooter an

Weitere Verleihfirmen von Elektrorollern versuchen ihr Glück in Frankfurt: Lime hat am Montag gelb-weiße E-Scooter aufgestellt, demnächst will Bird an den Start gehen. Dann können Nutzer unter insgesamt vier Anbietern wählen.

Frankfurt - Und auch dann sei noch nicht Schluss, schätzt Hans Preißl. Der Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) geht von einem ähnlichem Verdrängungswettbewerb aus wie bei den Leihfahrrädern vor einigen Jahren. Von den anfänglich zehn Anbietern seien vier übrig. Bei den Scootern könnten es nach derzeitigem Stand bis zu neun Unternehmen sein, die es in Frankfurt versuchen würden.

"In einem Jahr ist der Markt korrigiert, es werden wenige übrigbleiben", schätzt Preißl. Aktuell seien knapp 2000 Vehikel in der Stadt unterwegs. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Sechs weitere Verleiher wollen nach Frankfurt kommen. Gute Erfolgschancen räumt Preißl vor allem Wind ein, einem Ableger von Byke, der bereits Leihräder anbietet. Das mache es für die Kunden unkompliziert: "Viele haben die App schon installiert."

E-Scooter: Konkurrenz unter Anbietern wächst

Den Vorreitern in Frankfurt erwächst also Konkurrenz. Mit Tier Mobility und Circ gingen zwei Unternehmen an den Markt, die, so Preißl, ihre Roller abends einsammeln, in einer Halle warten, aufladen und morgens wieder in der Stadt verteilen. So handhabt es auch Bird aus Santa Monica, Kalifornien, das sich als Pionier unter den E-Rollerverleihunternehmen bezeichnet. Nach einem Pilotversuch in Bamberg soll es nun in Deutschlands großen Städten losgehen. "In Kürze" auch in Frankfurt, sagt Christian Gessner. Weder nennt er das exakte Datum noch die Zahl der Gefährte, betont dafür, deren Qualität sei sehr hoch. Damit hebe sich Bird von anderen ab.

Aber auch der Lime-Sprecher sagt: "Das Besondere ist, dass wir keine Roller von der Stange haben." Lime bleibt ebenfalls unkonkret: Die Größe des Fuhrparks liege "im niedrigen dreistelligen Bereich". Man könne flexibel auf den Bedarf reagieren. Um unnötige Fahrten zu vermeiden, sammele Lime die Scooter nicht generell am Ende jeden Tages ein. Ist der Akku noch voll, bleiben sie nachts draußen. Wenn nicht, gibt es noch die Variante, dass sie von Bürgern aufgeladen werden, die dafür ein Honorar erhalten: Juicer nennt sich dieser Job, mit dem sich jeder Frankfurter etwas Geld hinzuverdienen kann, der über ausreichend Platz und Steckdosen verfügt.

E-Scooter: Nur vereinzelt Vandalismus und Verstöße gegen Verkehrsregeln

Und wie geht es den Vorreitern in Frankfurt? "Unsere Erfahrungen sind sehr positiv", sagt Daniel Horn von Tier Mobility. Zur Zahl der Kunden könne er "leider" keine Angaben machen. Die Flotte bestehe aktuell aus 1000 Scootern, deren Lebenszeit rund zwölf Monate betrage. Bei steigender Nachfrage sei eine Erweiterung des Fuhrparks möglich, aktuell aber nicht geplant. Die Zahl der Kunden verrät er nicht, doch diese seien "zufrieden". Nur vereinzelt gebe es Vandalismus und Verstöße gegen Verkehrsregeln.

Auch im Verkehrsdezernat sind kaum Beschwerden über die neuen Vehikel bekannt. Dass Roller die Bürgersteige blockierten, verbucht Preißl als "Anfangsfehler", das Parkchaos vor dem Eingang des Hip-Hop-Festivals im Rebstockpark als Ausnahme.

von Jutta Rippegather

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