Eine Polizeistreife kontrolliert Drogensüchtige, die in einem Hauseingang im Bahnhofsviertel Heroin konsumiert haben.
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Eine Polizeistreife kontrolliert Drogensüchtige, die in einem Hauseingang im Bahnhofsviertel Heroin konsumiert haben. Die offene Drogenszene ist für Anwohner und Geschäftsbetreiber ein Problem. Dealer und Junkies blockieren häufig die Zugänge zu Geschäften und Privathäusern.

Aktionsbündnis

Müll, Dreck, Drogenkonsum: Initiative will Bahnhofsviertel wieder in den Griff bekommen

  • vonUte Vetter
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Die neue Initiative "Rettet das Bahnhofsviertel" will tausende Unterschriften sammeln. Die Politik und andere Akteure sollen die ausufernden Müll-, Sicherheits- und Drogen-Probleme in dem Quartier wieder in den Griff bekommen.

Frankfurt - Im Bahnhofsviertel hat sich eine neue Initiative gegründet. Sie will 10 000 Unterschriften für die Lösung des Müll-, Sicherheits- und Drogenproblems sammeln. Dem Aktionsbündnis "Rettet das Bahnhofsviertel" gehören etwa Oliver Gauss (Inhaber Pik Dame), Ardi Goldman (Immobilien-Investor), Nazim Alemdar (Kiosk YokYok), Matthias Rincón (ipartment GmbH) sowie 40 Gastronomen und Geschäftsleute aus der Kaiserstraße an, die kürzlich die Stadt in einer Petition auf die Verschlimmerung der Lage hingewiesen hatten.

Neue Initiative für das Bahnhofsviertel in Frankfurt

Weil die Probleme schon lange bekannt sind und sich die Situation durch Corona verschärft hat, startete Ulrich Mattner, Journalist, Fotograf und Ex-Vorsitzender des Gewerbevereins Bahnhofsviertel, erneut den Dialog mit den Betroffenen, aus dem nun die neue Initiative hervorging. Mattner setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der Situation Drogenkranker ein und machte öffentlich darauf aufmerksam.

Die Unterschriftenaktion wurde am Mittwoch offiziell gestartet. Sie erfolgt online und offline. In den Geschäften und Lokalen des Viertels liegen Flyer und Listen aus. Titel: "Rettet das Bahnhofsviertel - Gemeinsam für mehr Sicherheit - Deine Stimme zählt". Dort finde sich auch der Link zu "Change.org", der größten Online-Plattform für Unterschriftensammlungen. Über die Adresse change.org/rettetdasbahn hofsviertel oder einen QR-Code kann jeder den Aufruf unterzeichnen. Ziel ist es, in einem Protestmarsch zum Römer zu ziehen, um die Unterschriften dem Magistrat zu überreichen.

Bahnhofsviertel Frankfurt: Neue Lösungen sind zu entwickeln

Wichtig ist der Initiative, nicht nur zu klagen, sondern mit fantasievollen Aktionen auf die Zustände hinzuweisen. Darum ruft sie alle Frankfurter auf, sich mit einer Unterschrift für eine Verbesserung der Situation beizutragen. Die Akteure wollen, dass die sich seit Corona verschlimmernde Entwicklung aufgehalten und das Bahnhofsviertel wieder zu einem lebenswerten und weltoffenen Ort wird. Die Stadt und das Land sollen deutlich mehr investieren als bisher, unter anderem die unterbesetzte Polizei im Viertel personell verstärken. So ist die Zahl der Einwohner durch öffentliche Wohnraumförderung in nur zehn Jahren von 1800 auf knapp 4000 gestiegen. "In dieser Zeit hat sich die Situation weiter verschlechtert", so die Initiative.

Es ist das erste Mal, dass sich aus allen Bereichen des Stadtteils maßgebliche Vertreter zusammenschließen, um die Probleme aufzuzeigen. "Wir wollen möglichst viele Bewohner, Geschäftsleute und Gäste, aber auch Menschen in ganz Frankfurt motivieren, sich an der Initiative zu beteiligen", so Nazim Alemdar.

Im Flyer steht: "Die Menschen, die hier im Frankfurter Bahnhofsviertel wohnen, leben und arbeiten, leiden unter der aktuell immer schlimmer werdenden Situation auf den Straßen. Mangelnde Sicherheit, Verschmutzung und die verstärkte Drogenkriminalität schrecken ab und schockieren Bewohner, Pendler, Touristen, Gäste und Kunden, Familien und Alteingesessene." Daher fordert das Bündnis von der Politik wirksame Lösungen, die allen Beteiligten gerecht werden: Maßnahmen gegen die Verschmutzung, eine stärkere Polizeipräsenz, effektive Sozialprojekte und ein Umdenken in der Drogenpolitik. (red)

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