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Ein Fahrkarten-Automat des RMV steht auf dem Bahnsteig. Immer wieder gibt es Beschwerden über ihre Fehlfunktionen.

Frankfurt Hauptbahnhof

Frau wird am RMV Automaten abgezockt - Kundenservice mangelhaft

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Da ist einiges am Hauptbahnhof Frankfurt schiefgelaufen: Eine Kundin warf Geld in den RMV Fahrkartenautomaten, bekam von diesem aber weder ein Ticket noch Geld.

Frankfurt – Eva-Maria Krome staunte nicht schlecht, als sie an einem Automaten derRhein-Main-Verkehrsbetriebe (RMV) am Hauptbahnhof Frankfurt stand. 9,65 Euro sollte die Tageskarte kosten. Sie steckte 10 Euro in den Schlitz, doch heraus kam weder die gewünschte Fahrkarte noch Geld. 

Mangels RMV-Personal suchte die Kundin zwei Bedienstete der Deutschen Bahn auf. Diese, obgleich nicht für den RMV zuständig, zeigten sich hilfsbereit und suchten eine Service-Telefonnummer heraus.

RMV: Falsche Auskunft aus dem Call-Center in Brandenburg

Beim ersten Versuch hörte die Frankfurterin jedoch nur, dass „der Teilnehmer vorübergehend nicht erreichbar ist“, schildert sie. Sie ging erneut zu den Bahn-Mitarbeitern, die sie nun zu einem anderen RMV-Automat begleiteten. In ihrem Beisein rief sie die dort angegebene Telefonnummer an - und landete in einem Call-Center in Neubrandenburg. Die Dame auf der anderen Seite der Leitung gab ihr, so berichtet es Krome, den Rat, eine Fahrkarte im Zug zu kaufen - was im RMV-Gebiet nicht möglich ist und gegebenenfalls 60 Euro Strafe für Schwarzfahren bedeutet hätte.

Frankfurt Hauptbahnhof: RMV Automaten schlucken öfter Geld

„Mir geht es nicht um die 10 Euro“, betont Krome. Im Hinblick auf die Vielzahl an Touristen und ausländischen Gästen am Hauptbahnhof Frankfurt sowie das Image der Stadt Frankfurt sei der Vorfall jedoch „unmöglich“, findet sie. Zudem könne man nicht voraussetzen, dass jeder potenzielle Fahrgast ein Handy greifbar oder ausreichend Zeit zur Verfügung hat. Damit nicht genug: Auf ihre Nachfragen im Hauptbahnhof Frankfurt hin erfuhr sie, dass es angeblich häufiger vorkomme, dass die Automaten Geld „verschlucken“.

Das Problem ist nicht neu: Seit Januar 2018 wurden sukzessive 638 Automaten der Deutschen Bahn durch solche des Transportunternehmens Transdev ersetzt, das die Ausschreibung der Leistung gewonnen hatte. Die Umstellung verlief holprig und zog mehrere Krisengespräche zwischen dem RMV und Transdev nach sich. In deren Zuge hatte Transdev unter anderem auch ein Call-Center für die Kundenbetreuung beauftragt. Seit geraumer Zeit aber schienen die Probleme gelöst: 

"Die neuen Fahrkartenautomaten funktionieren seit über einem Jahr sehr zuverlässig. Die Verfügbarkeit liegt bei rund 98 Prozent und somit noch höher als bei der vorherigen Automatengeneration", sagt Vanessa Rehermann, Sprecherin des RMV in Frankfurt. Sowohl Transdev als auch dem RMV seien "keine systematischen Auffälligkeiten" bekannt. Einzelfälle ließen sich gleichwohl "leider nie ganz ausschließen".

Frankfurt Hauptbahnhof: Erstattung kann erfolgen

Für betroffene Kunden ist das dennoch unschön: Schließlich haben sie in der Regel weder Beweise noch Zeugen an der Hand, um zu belegen, wie viel Geld im RMV-Automaten verschwunden ist.

Tipps vom RMV: Dieses Vorgehen sollten Kunden beachten:

  • Datum, Uhrzeit und die exakte Automatennummer notieren 
  • Automaten-Hotline melden anrufen
  • nicht ohne gültigen Fahrschein die Fahrt antreten
    "Störbeträge werden von der Software des Automaten erfasst, so dass die Aussage des Fahrgasts geprüft und nach Prüfung eine Erstattung in die Wege geleitet werden kann", erklärt Rehermann.

Beim RMV ist ein Fahrtantritt nur mit gültigem Fahrschein möglich, das Nachlösen einer Fahrkarte in den Zügen ist nicht vorgesehen. Ausnahmen gelten lediglich an kleinen Stationen, an denen der RMV-Automat defekt ist und es weder ein weiteres funktionstüchtiges Gerät noch eine Vertriebsstelle an Ort und Stelle gibt. Fahrgäste müssen sich in diesen Fällen unmittelbar an das Zugbegleitpersonal wenden, so Rehermann. 

Frankfurt Hauptbahnhof: Entschuldigung für Fehlinformation

Ist das - wie in der S-Bahn - nicht vorhanden, so muss beim Umstieg eine Fahrkarte gekauft werden. Falls zwischenzeitlich Prüfpersonal einsteigt, seien betroffene Fahrgäste angehalten, "proaktiv Kontakt aufzunehmen". Auch hier sind Automatennummer, Datum und Uhrzeit der Störung anzugeben, damit die Angabe nachgeprüft werden kann. Apropos Richtigkeit: "Sollte ein Servicemitarbeiter mitgeteilt haben, man könne die Bahnen im RMV grundsätzlich ohne Ticket betreten, war dies eine Fehlinformation. Hierfür hat sich Transdev entschuldigt", berichtet die Sprecherin.

Von David Schahinian

Bei den S-Bahnen im RMV Gebiet kommt es immer wieder zu Verspätungen. Alle Ausfälle, Störungen und Verspätungen gibt es in unserem S-Bahn-Ticker.

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