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Nach dem tragischen Tod des kleinen Leo (8) ist das Spendenziel für die Familie fast erreicht.

Tragödie am Hauptbahnhof Frankfurt

Kind (8) wurde vor ICE gestoßen und starb - so geht es der Familie heute

Rund vier Monate ist es her, dass ein Mann den achtjährigen Leo am Hauptbahnhof in Frankfurt (DB) vor einen ICE gestoßen hat. Seither wurden Spenden für die Familie gesammelt.

Frankfurt - Es war und ist ein Tragödie: Am 29. Juli hat ein psychisch kranker Mann am Hauptbahnhof in Frankfurt den kleinen Leo (8) und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb, die Mutter konnte sich nur knapp retten. Die Tat hat viele Menschen tief erschüttert. Sie legten Blumen, Kerzen und Plüschtiere am Gleis ab. Und wollten der traumatisierten Familie mit einer Geldsammlung helfen. Inzwischen sind 114.471 Euro zusammengekommen, wie jetzt der Organisator Michael Kötter erklärt. Damit ist fast das Ziel erreicht: 125.000 Euro werden angestrebt.

Frankfurt Hauptbahnhof (DB): Kind vor ICE gestoßen - Familie über Anwalt zitiert

Leos Familie wird über ihren Anwalt zitiert: "Mutter und Vater sind von der enormen Hilfsbereitschaft und breiten öffentlichen Anteilnahme an dem Schicksal ihres kleinen Sohnes sehr gerührt. Die Bilder des Blumenmeeres am Gleis 7 des Hauptbahnhofes, das von vielen Menschen gezeigte Beileid sowie die Hilfsangebote der hessischen Landesregierung empfinden sie als ermutigende Zeichen von Menschlichkeit angesichts dieser grausamen Tat. Die Eltern haben auf tragische Art und Weise ihren geliebten Sohn und die Schwester ihren geliebten Bruder verloren. Wenn der Tod ihres Kindes dazu beiträgt, die Sicherheit in der Öffentlichkeit und an Bahnhöfen zu verbessern, so wäre dies für sie ein Trost. Zuerst aber möchte die Familie noch in Ruhe trauern und Abschied von ihrem Sohn und Bruder nehmen. Vielen Dank!".

Frankfurt Hauptbahnhof (DB): Leos Eltern meiden Kontakt zur Presse

Laut Kötter haben Leos Eltern Zugriff auf die Spenden und darüber schon verfügt - unter anderem für Leos Bestattung. Doch möchte die Familie weiterhin ihren Namen nicht in der Presse lesen, auch um ihre Tochter zu schützen. Sie haben deshalb ihren Rechtsanwalt Ulrich Warncke bevollmächtigt, den Kontakt zu Presse und der Öffentlichkeit zu übernehmen.

Das Kondolenzbuch vom Frankfurter Hauptbahnhof soll Ende November von der Deutschen Bundesbahn gemeinsam mit Briefen und anderen Nachrichten an die Eltern übergeben werden. Die Stofftiere sollen in Abstimmung mit den Eltern von der Bahn gereinigt und über die Bahnhofsmission an ein Kinderheim in Rumänien verschickt werden.

Buch wird bald am Hauptbahnhof in Frankfurt (DB) an Familie übergeben

Das Kondolenzbuch mit den Kommentaren aus der Spenden-Kampagne wird in der kommenden Woche von "GoFundMe" an den Rechtsanwalt der Familie verschickt. Er sagt: "Es geht der Familie nicht gut, die Eltern werden weiterhin psychiatrisch betreut, besonders intensiv die Mutter. Die Schwester geht mehrfach in der Woche zum Reiten, kümmert sich um Pferde. Das hilft. Die Familie ist sehr dankbar für die Anteilnahme und Unterstützung. Sie möchte eine Danksagung veröffentlichen und für alle den Namen ihres geliebten Sohnes nennen: Leo."

Organisator Kötter bedankt sich bei allen Spendern und erklärt: "Leider können wir der Familie ihren kleinen Engel nicht zurück geben. Aber vielleicht konnten wir als Gemeinschaft sie etwas auffangen und einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass ihr die eine oder andere zusätzliche Sorge erspart bleibt. Zuletzt bleibt mir noch, Euch erneut zu danken für das kleine Wunder, das wir zusammen möglich gemacht haben." 

uve

Nach der Tragödie um den kleinen Leo stand ganz Frankfurt unter Schock. Am Hauptbahnhof in Frankfurt wurde eine Mahnwache abgehalten.*

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