+
Die Initiative "Frankfurt 22" bekräftigt ihre Kritik am Tunnel-Projekt der Bahn.

Mehr Gleise statt "überirdische Kosten"

Hauptbahnhof Initiative "Frankfurt 22" bekräftigt Kritik am Fernbahntunnel-Projekt

Die Initiative "Frankfurt 22" bekräftigt ihre Kritik am Fernbahntunnel-Projekt der Bahn.

Frankfurt - Gegen den Tunnel unter dem Hauptbahnhof gibt es sehr wohl Widerstand, betont die entsprechende Initiative "Frankfurt 22" in einer Pressemitteilung. Sie reagiert damit auf Äußerungen des Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) in dieser Woche. Oesterling hatte die aus seiner Sicht vielen Vorzüge des 3,5-Milliarden-Projekts der Deutschen Bahn gepriesen und erwähnt, dass er nicht mit Gegenwehr aus der Bevölkerung rechne. Die Initiative "Frankfurt 22" ist nach Eigenauskunft keine mit vielen Aktivisten, 20 Leute engagieren sich in ihr. Ihr Sprecher, der Filmemacher Klaus Gietinger, betont aber, dass es sich dabei um Verkehrsexperten handele. Selbst Lokführer seien in "Frankfurt 22" aktiv.

Frankfurt: Zweiter Zentralbahnhof am Südbahnhof

Über die Initiative hatte Oesterling bei einer Podiumsdiskussion gesagt, sie plädiere für einen zweiten Zentralbahnhof am Südbahnhof. Dafür, so der Verkehrsdezernent, biete der Südbahnhof aber gar nicht genügend Ausbaukapazität. Die Initiative nun dazu: "Wir fordern genau das Gegenteil: die Ertüchtigung des Zulaufs vom Südbahnhof zum Hauptbahnhof, und zwar so, wie es in RheinMain Plus vorgesehen war (viergleisig) und jetzt mit der Tunnel-Euphorie begraben wurde. Ein solcher Ausbau ist machbar, es liegen Pläne vor, er wäre schneller und preiswerter als ein Tunnel. In fünf Jahren wäre das Ding (das auch den S-Bahntunnel entlasten würde) fertig. Nur wenn es dann immer noch Engpässe gäbe, könnte man einen Fernbahntunnel ins Auge fassen." 

Mehr zum geplanten Fernbahntunnel erfahren Sie hier: Ein Fernbahntunnel für Frankfurt kommt - Können Pendler aufatmen?

Das Problem: Fernzüge auf der Main-Weser-Bahn könnten nicht in den Tunnel einfahren

Gietinger und seine Mitstreiter stützen sich auf folgende Punkte: Fernzüge auf der Main-Weser-Bahn könnten nicht in den Tunnel einfahren. Fernzüge von und nach Darmstadt auch nicht. Die nordmainische Strecke werde abgehängt, es sei denn, man mache eine zweite superteure Bohrung nach Nordosten. Bauzeit und Kosten wären "überirdisch". "Wir fordern die oberirdische Variante über den Südbahnhof zum HBF - wie in RheinMain Plus geplant - mit zu untersuchen!", so "Frankfurt 22" abschließend. 

fnp.de berichtete bereits ausführlich über das "Projekt Fernbahntunnel": Mehr Züge am Hauptbahnhof: Milliarden-Projekt Fernbahntunnel weckt große Erwartungen

red

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare