Auch der Vorplatz des Hauptbahnhofs soll neu gestaltet werden, ab Sommer 2024: Künftig wird es vier Gleise für die Straßenbahn geben. Nur so lässt sich der Tram-Verkehr abwickeln, den das städtische Straßenbahnkonzept mit mehreren neuen Linien für Mitte des Jahrzehnts vorsieht.
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Auch der Vorplatz des Hauptbahnhofs soll neu gestaltet werden, ab Sommer 2024: Künftig wird es vier Gleise für die Straßenbahn geben. Nur so lässt sich der Tram-Verkehr abwickeln, den das städtische Straßenbahnkonzept mit mehreren neuen Linien für Mitte des Jahrzehnts vorsieht.

Großbaumaßnahme

Umbau am Frankfurter Hauptbahnhof beginnt - Dauerbaustelle droht

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Hauptbahnhof Frankfurt: Heute startet der Umbau der B-Ebene und auch der Nordteil soll neu gemacht werden, allerdings erst etwas später.

  • Der Umbau der B-Ebene am Hauptbahnhof Frankfurt beginnt.
  • Die Großbaumaßnahme wird einige Jahre in Anspruch nehmen.
  • Fahrgäste müssen mit einer Dauerbaustelle rechnen.

Frankfurt - Seit vielen Jahren immer verschoben, soll es heute losgehen mit dem Umbau der B-Ebene und des Nordteils des Hauptbahnhofs. Einst sollte das in vier Jahren erledigt sein, doch schon jetzt sind offenbar Verzögerungen absehbar. Nicht nur: Fahrgästen droht am wichtigsten Knotenpunkt des deutschen Fernverkehrs wohl zwei Jahrzehnte lang eine Dauerbaustelle.

Das erste wichtige Ziel war die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Bis dahin sanierte die Bahn die heruntergekommenen fünf großen Hallen des Hauptbahnhofs, damit die Gäste einen guten Eindruck bekommen. Den bekamen sie - obschon große Teile der wichtigsten Fernverkehrsdrehscheibe im Land weiter den Charme alter Zeiten versprühten.

Nun wird es die EM 2024 werden, für deren Besuchermassen ein nächster Abschnitt des Hauptbahnhofs neu hergerichtet wird: die B-Ebene unter dem Gebäude und dem Bahnhofsvorplatz. Mit einem Spatenstich will die Deutsche Bahn heute den Startschuss für das Vorhaben geben.

Hauptbahnhof Frankfurt: Umbau der B-Ebene beginnt - Durchbruch geplant

Nicht nur soll die B-Ebene für mindestens 135 Millionen Euro heller und freundlicher werden. Schmalere Gänge, weniger dunkle Ecken zum Herumlungern soll es geben, kaum frequentierte Zugänge kommen weg, Verkaufsflächen werden stark vergrößert. Vergrößert wird auch die B-Ebene selbst - bis unter die Eingangshalle, das Vestibül. Spektakulär dürfte ein riesengroßer Durchbruch der Decke zwischen B-Ebene und Vestibül werden.

Zudem will die Bahn den Nordbau und den Nordflügel des Hauptgebäudes sanieren - wie vor einigen Jahren schon den Südbau mit dem "Markt im Bahnhof". War der Nord-Umbau bislang zusammen mit der B-Ebene vorgesehen, werden die Projekte nun aber offenbar zeitlich aufeinanderfolgen. Das hat Folgen: Statt dass alles binnen vier Jahren fertig wird, könnten sich die Arbeiten am Nordflügel bis 2028 hinziehen, wie für gewöhnlich gut unterrichtete Kreise erklären. Vor allem geht es wohl darum zu verhindern, dass der Hauptbahnhof im EM-Sommer 2024 eine Großbaustelle ist.

Großbaumaßnahmen am Frankfurter Hauptbahnhof: Züge am Gleis 25

Verzögert wird der Nord-Umbau auch durch einen Wunsch des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Der hat angemeldet, gern wieder Züge auf Gleis 25 fahren lassen zu wollen. Das müsste dafür wieder aufgebaut werden - und die Bahn muss das an dieser Stelle bisher geplante Parkhaus an der Poststraße umplanen. Das wiederum führt laut mit der Materie vertrauter Fachleute dazu, dass die Baustellenlogistik grundlegend verändert werden muss, weil nun Lagerflächen fehlen. Ein Sprecher der Bahn wollte zu möglichen neuen Zeitplänen auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Pressekonferenz am Montag (12.10.2020).

Hoch kompliziert ist die Hauptbahnhofbaustelle auch, weil sie meist sowohl Flächen der DB wie auch der Stadt umfasst. Deshalb hat die Stadt die Planung für den Umbau der Freiflächen übernommen. Daran doktert sie allerdings auch schon seit 2008 herum. Das damals entstandene Konzept des Architekturbüros Schneider+Schumacher muss inzwischen sogar überarbeitet werden. Denn statt nur zwei will die Stadt künftig vier Gleise für die Straßenbahn auf dem Vorplatz. Nur so lässt sich der Tram-Verkehr abwickeln, den das städtische Straßenbahnkonzept mit mehreren neuen Linien für Mitte des Jahrzehnts vorsieht. Gerade hat die städtische Nahverkehrorganisation Traffiq daher eine neue Planung in Auftrag gegeben. Trotz möglicher Streckung der Bauarbeiten mit der Bahn rechnet die Stadt aber weiter damit, nach der EM 2024 mit dem Umbau des Vorplatzes beginnen zu können.

Frankfurt: Hauptbahnhof wird zur Großbaustelle - Auswirkungen auf Fahrgäste

Mit dem Strecken der Bauarbeiten müssen sich die (vor Corona) täglich rund eine halbe Million Fahrgäste darauf einstellen, dass der Hauptbahnhof womöglich noch zwei Jahrzehnte lang Großbaustelle bleibt. Denn die Bahn will als nächstes auch den Südflügel entlang der Mannheimer Straße sanieren - der letzte dann noch unsanierte Teil des Bahnhofs. Laut Vergabeunterlagen soll das bis 2028 geschehen.

Und anschließend dürfte es recht bald weitergehen. Für 3,5 Milliarden Euro will der Bund einen Fernbahntunnel unter der Stadt bauen. Dafür ist eine neue Tunnelstation nötig - entweder unter den südlichen Gleisen oder unter der Mannheimer Straße. Fertig werden soll der Tunnel in der zweiten Hälfte der Dreißigerjahre. Dafür müssten die Bauarbeiten wohl um 2030 herum beginnen.

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