Bundespolizei am Hauptbahnhof Frankfurt
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Die Bundespolizei will verstärkt gegen Delikte mit Waffen am Hauptbahnhof Frankfurt und anderen Bahnhöfen der Stadt vorgehen. (Archivfoto)

Neue Regel

Polizei verbietet Waffen und Messer am Hauptbahnhof Frankfurt: Was steckt dahinter?

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Die Bundespolizei reagiert auf sich häufende Verbrechen und erklärt den Hauptbahnhof Frankfurt und weitere S-Bahnhöfe kurzzeitig zur Waffenverbotszone.

Frankfurt – Am Hauptbahnhof Frankfurt und anderen S-Bahnhöfen in der Stadt wird die Bundespolizei in den kommenden Tagen verstärkt gegen Waffenträger vorgehen. Am Wochenende vom 03. bis zum 05. Dezember 2021 gilt eine Allgemeinverfügung, die das Mitführen von Waffen und Messern aller Art verbietet – allerdings nur nachts und in bestimmten Bereichen. Das geht aus einer Mitteilung der Bundespolizeidirektion Koblenz hervor.

Das Verbot ist in den Abendstunden am Freitag und Samstag jeweils von 19 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag wirksam. Betroffen sind auch die Stationen Konstablerwache und Hauptwache sowie alle Linien, die zwischen den Bahnhöfen verkehren. Die Bundespolizei spricht von einer „gefahrenabwehrenden Maßnahme“. Doch was steckt hinter dem Verbot?

Hauptbahnhof Frankfurt, Hauptwache, Konstablerwache: Waffen und Messer verboten

In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag wird das Mitführen von Schusswaffen, Hieb- und Schlagwaffen aller Art, Messern und spitzen Gegenständen mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern verboten. Wer einen solchen gefährlichen Gegenstand mit sich führt, darf die Bereiche am Hauptbahnhof Frankfurt und die S-Bahnbereiche an Konstablerwache und Hauptwache nicht betreten oder sich dort aufhalten.

Die Allgemeinverfügung hat das Ziel, die „Sicherheit der Reisenden aktiv zu erhöhen“, wie es in der Mitteilung der Bundespolizei heißt. Eine Auswertung habe ergeben, dass Straftaten mit derartigen Waffen gerade an den Wochenenden zugenommen haben. Die meisten Delikte werden demnach in der Zeit zwischen 19 Uhr und 3 Uhr nachts ausgeübt. Sie konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche der Stationen Hauptwache, Konstablerwache und Frankfurt Hauptbahnhof. Beispielsweise ging in diesem Jahr eine Frau am Hauptbahnhof Frankfurt mit einem Messer auf einen Obdachlosen los.

Da die Bahnhöfe öffentliche Orte zum Aufenthalt für alle Personen sind, kommt die Allgemeinverfügung, die unter anderem auch verstärkte Kontrollen beinhaltet, einem Eingriff in die Grundrechte gleich, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ist das Waffenverbot nicht ständig und überall in Frankfurt wirksam, sondern zeitlich und örtlich auf die genannten Bahnhöfe begrenzt. Weil die Bundespolizei nicht für den U-Bahnbereich zuständig ist, ist auch dieser nicht von der Allgemeinverfügung betroffen.

Hauptbahnhof Frankfurt: Allgemeinverfügung zum Verbot gefährlicher Gegenstände

  • Was: Das Mitführen von Schusswaffen, Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen sowie Messern aller Art ist verboten.
  • Wann: Freitag, 03. Dezember, von 19 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag; Samstag, 04. Dezember, von 19 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag.
  • Wo: Hauptbahnhof Frankfurt am Main (alle Ebenen); S-Bahnsteig Konstablerwache; S-Bahnsteig Hauptwache; die zwischen diesen Bahnhöfen liegenden Strecken; die darauf verkehrenden S-Bahn-Züge der Linien 1 bis 6 sowie 8 und 9. Ausgenommen ist der U-Bahnbereich.

Waffen und Messer am Hauptbahnhof Frankfurt verboten: Es gibt Ausnahmen

Das Waffenverbot geht einen Schritt weiter als das geltende Waffengesetz und schränkt auch das Mitführen eigentlich erlaubter Gegenstände ein. Eine Schreckschusspistole darf man mit entsprechendem Schein normalerweise führen. Wenn die Allgemeinverfügung greift, ist dies aber nicht mehr gestattet. Zwar könnten sich die Delikte auf andere Orte verlagern, um das Verbot zu umgehen, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Allerdings muss die Allgemeinverfügung dennoch öffentlich kommuniziert werden.

Das Verbot gilt allerdings nicht für Personen, die gefährliche Gegenstände zur Ausübung ihres Berufs benötigen. Dazu gehören laut Bundespolizei etwa Polizisten, Ordnungs- und Sicherheitsdienste, Rettungs- und medizinische Versorgungsdienste, Handwerker und Mitarbeitende in der Gastronomie. Ausnahmen müssen im Voraus beantragt werden. Die Bundespolizei kündigt verstärkte Kontrollen für den Zeitraum der Allgemeinverfügung an.

Regelmäßig sorgen Leute mit Waffen am Hauptbahnhof Frankfurt für Einsätze der Bundespolizei. Ein Mann hatte zum Beispiel den S-Bahnverkehr zum Erliegen gebracht. (lrg)

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