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Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen den weißen Mercedes-Geländewagen, in dem das Opfer saß.

Hells Angels

Schießerei am Stoltzeplatz: Hells Angels wollten Revision

Die Revision gegen das Urteil des Frankfurter Landgerichts im Hells-Angels-Prozess auf zehn Jahre und drei Monate Haft ist vom Tisch.

Frankfurt.Am Himmelfahrtstag 2016 wurde auf dem voll besetzten Stoltzeplatz scharf geschossen. Ein Mann wurde dabei lebensgefährlich, ein weiterer leicht verletzt. Angeklagt wurde Athanasios A. (58) alias "Zaki" aus dem Rockermilieu. Er wurde vor dem Landgericht im März 2018 zu zehn Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 

Seine Anwälte hatten Revision gegen das Urteil wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz eingelegt. Die Rechtsanwälte Manuel Mayer und Michael Oberwinder hatten auf Freispruch wegen Notwehr plädiert, die Staatsanwaltschaft auf zehn Jahre und fünf Monate Haft.

Frankfurt: Rechtsanwalt bestätigt Scheiterung

Nun bestätigte Rechtsanwalt Mayer gegenüber dieser Zeitung, dass die Revision gescheitert ist. Mayer und sein Anwaltskollege überlegen nun, ob sie in die nächste Instanz gehen. Direkt nach dem Urteil hatte Mayer angekündigt: "Wir werden das Urteil anfechten bis zum Bundesgerichtshof."

Das Urteil wurde nach zehnmonatigen Verhandlungen im Hochsicherheitssaal des Landgerichts unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen am 14. März 2018 verkündet. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass A. "aus Rache und für die Ehre" auf den Fahrer des weißen Geländewagens geschossen hatte. 

Auch interessant: Die Hells Angels in Frankfurt sind eine Parallelgesellschaft mit eigenen Gesetzen

Schießerei: Opfer war von Hells Angels ausgeschlossen worden

Mit den Schüssen sollte dem 41-Jährigen, der wenige Monate zuvor aus den Hells Angels ausgeschlossen worden war, eine Abreibung verpasst und die Ehre des eigenen Charters wieder hergestellt werden. Das Opfer, Munir H., soll zwei Monate vor der Schießerei bei einer Auseinandersetzung dem Vizepräsidenten des verbotenen Hells-Angels-Charters Westend die Nase gebrochen haben.

Der Angeklagte und seine Gruppe hätten Selbstjustiz geübt und seien Teil einer Parallelgesellschaft, die nach ihren eigenen Gesetzen lebe. Die Anwälte beteuern, dass der Verurteilte aus Notwehr geschossen habe. Auch er hatte einen Streifschuss am Bauch erlitten. 

bi

Die Schießerei mitten in der Innenstadt hatte 2016 für einiges Aufsehen gesorgt. Das Landgericht hatte den 57-jährigen Angeklagten zu zehn Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

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