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Prozess Beute im Wert von knapp 40 000 Euroam Landgericht

Anklage

28-Jähriger gesteht Einbrüche

Rund 40 000 Euro soll ein Oberurseler mit Komplizen bei 17 Einbrüchen im Hoch- und Maintaunus- sowie im Wetteraukreis erbeutet haben.

Kelkheim/Frankfurt - Ein 28-jähriger Moldauer steht seit gestern vor der 6. Großen Strafkammer des Frankfurter Landgerichts. Laut Anklage ist er des vielfachen Einbruchdiebstahls schuldig. In dem auf sechs Verhandlungstage angesetzten Prozess geht es um insgesamt 17 Fälle. Zweimal soll es beim Versuch geblieben sein. Der Schaden beträgt 39 700 Euro. Die Staatsanwaltschaft geht von gemeinschaftlicher und gewerbsmäßiger Begehungsweise aus. Der Angeklagte soll die Taten jeweils mit gesondert verfolgten Komplizen begangen haben. Der in Oberursel lebende Mann sitzt seit dem 8. November 2018 in Frankfurt in Untersuchungshaft.

Die Taten wurden im Zeitraum September bis November 2018 verübt. In den meisten Fällen hat der Angeklagte entsprechend seinem Geständnis die Objekte ausgesucht, teilweise aber auch seine Komplizen. Es handelte sich dabei um Einfamilienhäuser in Oberursel, Bad Homburg, Falkenstein, Dillingen, Köppern, Schmitten, Wehrheim, Obernhain und Kelkheim. Die Täter haben bei ihren nächtlichen Diebestouren meistens die Terrassentüren aufgebohrt und alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war, darunter auch wertvolle Fahrräder, mit denen sie nach dem Einbruch entkommen sind, aber auch Schmuck, Uhren, Sonnenbrillen oder Parfüm, in einem Fall eine Tankkarte, ein Theaterabonnement war auch dabei.

Gleich zu Beginn des ersten Prozesstages hat der Angeklagte über seinen Verteidiger alle Taten eingeräumt. Er gab an, den Erlös aus dem Verkauf des Diebesgutes jeweils mit seinen Komplizen geteilt zu haben. Der Verkauf der beiden aus einer Garage in Kelkheim erbeuteten wertvollen Mountain- und Trekkingräder habe gerade einmal 200 Euro gebracht, die man gemeinsam "geraucht" habe. Der Angeklagte gab als Motiv für seine Taten an, Geld zur Finanzierung seiner Drogensucht gebraucht zu haben. Dem Psychologen, der sich im Vorfeld des Prozesses mit ihm befasst hat, erzählte er, dass er zunächst Haschisch konsumiert habe, dann aber Kokain und Crack.

Sehr bedenklich erschien es dem Richter, dass in vielen Fällen die Bewohner zur Zeit des Einbruchs im Obergeschoss der Einfamilienhäuser geschlafen haben. Was er denn gemacht hätte, wenn sie aufgewacht wären, wollte er wissen. "Ich wäre abgehauen", sagte der Angeklagte. Er habe bisweilen schon daran gedacht, dass Menschen im Haus sein könnten. Der Beschaffungsdruck sei aber so hoch gewesen, dass er das Risiko eingegangen sei. In einem Fall ging es aus Sicht des Angeklagten auch schief. Bei einem Einbruch am 8. November 2018 in Obernhain hatte der Hausherr mit seinem 8-jährigen Sohn auf der Wohnzimmercouch geschlafen. Der Mann war vom Einbruchslärm wach geworden und hat die Polizei alarmiert, die die flüchtigen Einbrecher wenig später dingfest machen konnte. Am 12. September war der Angeklagte mit einem Komplizen in ein Haus in Karben eingestiegen und bis zum Schlafzimmer vorgedrungen. Die 83-jährige Bewohnerin wurde wach und sah eine Hand des Angeklagten an der Tür. Sie weckte daraufhin ihren 85-jährigen Ehemann, beide schlugen die Einbrecher mit lautem Geschrei in die Flucht.

Für den Prozess sind weitere Verhandlungstage angesetzt, mit dem Urteil wird nicht vor dem 5. August gerechnet.

von Alexander Schneider

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