+
Parkende Autos machen den engen Heinrich-Tessenow-Weg noch enger. Deswegen wird nach einer Lösung gesucht. 

Erschwertes Abholen 

Ärger in Praunheim - Müllauto bleibt regelmäßig stecken

Die Straßen in der Siedlung Praunheim westlich der Heerstraße sind eng. So eng, dass Müllfahrzeuge oft nicht um die Ecken kommen und Tonnen nicht geleert werden. Verbessert werden könnte die Situation durch das Einrichten von Längs- statt Schrägparkplätzen.

Praunheim – Es sind vier Schrägparkplätze die dem Müllfahrzeug, mit dem alle zwei Wochen im Heinrich-Tessenow-Weg die gelben Tonnen geleert werden, im wahrsten Sinne des Wortes, das Leben schwer macht. Denn sind diese Parkplätze, drei im Muthesiusweg und einer vor der Hausnummer 19 im Heinrich-Tessenow-Weg, kommt das links einbiegende, zehn Meter lange und zweieinhalb Meter breite Fahrzeug kaum um die Kurve. Da kann der Fahrer noch so sehr zirkeln und sich von seinen Kollegen einweisen lassen. Immer wieder muss er aufgeben und die Mülltonnen Mülltonnen seien lassen. Volle Mülltonnen, wohlgemerkt. Zum Ärger der Anwohner.

So auch geschehen in den vergangenen Wochen. Dreimal konnte das Müllfahrzeug nicht in den Heinrich-Tessenow-Weg einbiegen, sechs Wochen lang wurden die gelben Tonnen deswegen nicht geleert. "Wir wussten gar nicht mehr, wohin mit unserem Müll. Zudem hat es gestunken und die ersten Krabbeltierchen haben sich auch schon begonnen wohl zu fühlen", sagt Karin Ade. Obwohl sie mehrmals bei der Hotline der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) anrief, gelöst wurde das Problem erst nach einem Bericht in dieser Zeitung vor zwei Wochen. "Zwei Tage später waren die Tonnen leer", so die Anwohnerin.

Das Grundproblem ist damit jedoch nicht gelöst, da sind sich Anwohner und FES einig. Denn die Parkplätze gibt es weiterhin. Romuald Tyra, Sachgebietsleiter Entsorgungslogistik bei der FES, machte sich deswegen selbst ein Bild von der Situation im Heinrich-Tessenow-Weg gemacht. Schnell hat er eine Lösung parat. Die drei Schrägparkplätze an der Einmündung zu Straße, auf Höhe Muthesiusweg 18, müssten in zwei Längsparkplätze umgewandelt werden. Auf einer Skizze wurde dies bereits eingezeichnet. "Solch ein Müllfahrzeug braucht bei seiner Länge nach hinten viel Platz, denn es schwenkt aus", erklärt Tyra.

Praunheim: Neue Markierungen

Zudem müsste ein weiterer Parkplatz markiert werden, damit das dort abgestellte Auto nicht zu nah an der Kurve steht. "Würde das so umgesetzt, dann hätten wir sicherlich künftig keine Probleme mit den großen Fahrzeugen in die enge Straße einbiegen zu können", sagt der Fachmann. Zunächst muss die FES sich allerdings mit dem Straßenverkehrsamt in Verbindung setzen und die Vorschläge diskutieren.

Zugleich will Anwohnerin Ade sich an den Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) wenden. Zudem brachte sie noch einmal den Vorschlag an, den Heinrich-Tessenow- ebenso wie den parallel verlaufenden Messelweg, der rund 30 Zentimeter schmaler ist, mit einem sogenannten Mikro-Fahrzeug zu befahren.

Diese speziellen Fahrzeuge, die aktuell von der FES derzeit getestet werden, sind mit sieben Metern länger deutlich kürzer und einer Breite von 2,30 Meter zudem deutlich wendiger. Aber: Sie haben dementsprechend weniger Kapazitäten und müssten öfter geleert werden. "Wir denken wirklich darüber nach, haben aber aktuell nicht ausreichend dieser Fahrzeuge, dass wir jede Straße, in der es knapp ist, auch damit befahren können", tendiert Romuald Tyra.

Eine Lösung, mit der sich Karin Ade mittlerweile anfreunden kann. Wenn die Nachbarn sich denn auch daran halten. "Denn sonst bringt das ja alles nichts", sagt sie und hat zum Abschluss doch noch eine Frage. Denn Probleme mit der Leerung der grauen Tonne, also dem Restmüll, die gebe es in ihrer Straße nie. "Aber die Fahrzeuge sind doch genauso breit. Warum funktioniert das denn da?", fragt sie.

Müllauto: Eine Sache der Erfahrung

Weil das Team, das die Restmülltonnen leert eine andere Route fährt und deswegen von links, statt von rechts in den Heinrich-Tessenow-Weg einbiegt. Aus dieser Richtung gebe es eben keine Schwierigkeiten mit den geparkten Autos. "Verrückt", sagt Ade nur. Aber durchdacht, fügt, Tyra hinzu. Zudem sei die Mannschaft, die jede Woche die grauen Tonnen leerte "deutlich länger im Geschäft, als die andere Truppe". Manchmal sei es eben auch eine Sache der Erfahrung, ob man den Müllwagen millimetergenau um die Ecke zirkelt oder es aus Sicherheitsgründen und den dort abgestellten Autos zuliebe lässt. "Das ist reine Ermessenssache, keine Absicht und nicht bösartig. Sondern menschlich", so Tyra.

Von Judith Dietermann

Auch interessant: 

Straßenbahnen sollen länger werden - so plant die Stadt

Immer mehr Fahrgäste nutzen Busse und Bahnen. Das Problem: Der Stadt bleibt keine Zeit, bis neue Strecken gebaut sein könnten.

Die „Goldene Waage“ ist das Schmuckstück der Frankfurter Altstadt

Das Café lädt zum Verweilen im Erdgeschoss des prachtvollsten Baus der neuen Altstadt ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare