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„Fluglärm - Nein, Danke!“ steht auf dem gelben Schild, dass sich dieser Aktivist umgehängt hat. Mit ihm protestierten gestern weitere Lärmgegner.

Kundgebung

Bürgerinitiative demonstriert gegen Fluglärm vor dem Frankfurter Römer

Bei einer Kundgebungen vor dem Römer und an einem Infostand auf der Zeil ging es gestern um das Thema Fluglärm.

Frankfurt - Lärm ist nicht nur störend, er macht auch krank. Daher hatte die Bürgerinitiative Sachsenhausen zu einer Mahnwache am Römer geladen. „Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden“, forderte eine Aktivistin. Auf ihrem roten T-Shirt steht in weißen dicken Buchstaben „Ruhe!“. Immer wieder sprechen die Redner vom Lärm als „Geißel der Menschheit im 21. Jahrhundert“. Denn die Belastung nehme stetig zu – und damit die Schäden für die Gesundheit, wie Studien belegten.

Fluglärm: Schutzlos ausgeliefert

Lärm komme zwar nicht nur von Flugzeugen, aber dieser Belastung seien die Menschen am schutzlosesten ausgeliefert, da er von oben ungefiltert auf die Bevölkerung treffe, lautet das Argument. Frankfurt hat den größten Flughafen Deutschlands – und damit eben auch eine besonders große Belastung. Betroffen sind vor allem die südlichen Stadtteile. Monika Plottnik, Sprecherin der Bürgerinitiative, klagt: „Es ist unerträglich. Ich muss bei geschossenem Fenster mit Oropax schlafen.“

Deswegen protestiert die Bürgerinitiative seit Jahren gegen den Ausbau des Flughafens und fordert, die Zahl der Flüge pro Jahr zu begrenzen. Weiterhin solle das Nachtflugverbot auf 22 bis 6 Uhr ausgeweitet und endlich konsequent umgesetzt werden. Offiziell gilt in Frankfurt ein Flugverbot zwischen 23 und 5 Uhr. Denn in dieser Zeit würden Bürger besonders stark gestört. Doch gerade Billigflieger takten ihre Flugpläne oft so knapp, dass die Maschinen sich verspäten und in der Schutzzeit landen.

Auch die Stabstelle Fluglärmschutz der Stadt macht am diesem Tag mit einem Infostand mitten auf der Zeil auf dieses Problem aufmerksam. „Jeder nimmt Lärm anders wahr. Ein Rockkonzert ist zwar laut, aber für viele trotzdem kein Lärm“, sagt Karina Mombauer, Referentin der Stabsstelle. Die führe regelmäßig Messungen durch. „Bislang stagnieren die Werte“, sagt Sarah Schuhmacher, Leiterin der Stabstelle. Für die Stadt stelle der Flughafen einen großen Wirtschaftsfaktor dar. „Deswegen sagen wir jetzt nicht: Steigt nie wieder in ein Flugzeug.“

Airport Frankfurt: Passiver Schutz

Mit einem Quiz sollen die Bürger vielmehr ermuntert werden, öfter die Bahn zu nutzen. Denn die ist von Frankfurt aus oft schneller im Zentrum von Hamburg oder Paris als Flugzeuge. Technische Lösungen am Flugzeug seien in naher Zukunft nicht in Sicht. Die Stabstelle empfiehlt daher passiven Lärmschutz, also Wohnungen besser zu dämmen. Dafür gebe es Fördergelder. Den entsprechenden Antrag gibt es auf der Homepage der Stabstelle. Die Beschwerde-Hotline der Stabsstelle erreicht man unter (0 69)21 24 95 07.

von Viola Rüdele

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