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Kaum Platz zwischen Bordsteinkante und Radweg: Das Ehepaar Elisabeth und Wolfgang Leuschner und Klaus Rödler (r.)

Autoraser

Anwohner beschweren sich über Verkehrssituation im Reuterweg

Der Reuterweg ist Einfallstor in die Innenstadt. Doch die baulichen Gegebenheiten laden Fahrer zum Rasen ein und gefährden Fußgänger und Radler. Das findet das Ehepaar Leuschner, das dort wohnt.

Frankfurt - Elisabeth und Wolfgang Leuschner sind unzufrieden mit der Situation im Reuterweg. Die breite und vierspurige Straße verbindet die Eschersheimer Landstraße und die Hansaallee über die Bremer Straße mit der Innenstadt. Dementsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen.

"Schauen Sie sich die Situation hier an der Ampel an", sagt Elisabeth Leuschner und stellt sich direkt neben die Ampelanlage an der Kreuzung des Reuterwegs mit dem Grüneburgweg. Kaum ein Meter Platz ist hier für Fußgänger, zwischen der Straße und einem Fahrradweg im Rücken, auf dem im Sekundentakt Radler vorbei rauschen. "Wer hier nur einen unbedachten Schritt macht, stößt mit einem Radler zusammen", befürchtet Elisabeth Leuschner.

Geschwindigkeitsbegrenzungen werden ignoriert

Sie und ihr Mann wohnen nicht direkt am Reuterweg, sondern in einer Nebenstraße. Doch die beiden langjährigen Westend-Bewohner kommen oft hier vorbei. "Meinen Enkel lasse ich an dieser Stelle nicht von der Hand. Das ist einfach zu gefährlich." Neben den schmalen Fußwegen und dem wenigen Platz für die vielen Radfahrer, stören die Leuschners auch die nicht eingehaltenen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf dem Reuterweg. "Die Straße ist breit und vierspurig und führt direkt geradeaus. Hier halten sich die wenigsten an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Und nachts wird das hier zur Rennstrecke", schildert Wolfgang Leuschner. "Wir haben absolut nichts gegen die Fahrradfahrer oder die Autos. Wir fahren selber viel mit dem Rad und wir haben auch ein Auto. Aber die Situation hier ist einfach unübersichtlich und gefährlich. Es müssen grundlegende Lösungen gefunden werden", fordert das Ehepaar.

Eine Spur weniger - dafür ein Radweg

Wolfgang und Elisabeth Leuschner sprechen sich dafür aus, eine Spur des Reuterweges zu nehmen und in einen Fahrradweg zu verwandeln. "Das könnte die Platzprobleme auf dem Gehweg lösen und wegen der dichteren Straße müssten Autos langsamer fahren", zählt die Frankfurterin auf. Ein Anwohner hat das Gespräch der beiden mitbekommen und kommt spontan dazu. Er sei im Ortsbeirat immer nur abgefertigt worden, beschwert sich Klaus Rödler. Der Verkehr auf der Straße rausche von morgens bis abends, es müsse etwas getan werden.

Auf Nachfrage erklärt der Leiter des Verkehrsamtes, Gert Stahnke: "Uns ist bewusst, dass der Fahrradweg nicht dem üblichen Standard entspricht. Wenn die Straße umgebaut würde, würde man da planerisch dran gehen." Das sei allerdings nicht vorgesehen. Im Zuge des Radentscheids würden in Frankfurt bald neun Straßen mit Fahrradspuren ausgestattet. Der Reuterweg sei zwar nicht dabei, doch meint Stahnke: "Ich könnte mir vorstellen, dass man sich danach den Reuterweg vornimmt. Aber es gibt keine Prioritätenliste." Was die anderen Probleme der Straße angeht, verweist er auf die Antwortbriefe des Verkehrsdezernenten an die Familie Leuschner. Die Leuschners hatten in den vergangenen Jahren mehrere Briefe an das Verkehrsdezernat geschrieben und dabei auch umfassende Antworten erhalten. So antwortete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf die Beschwerde des Ehepaars im März: "Geschwindigkeitsbegrenzungen aus Gründen des Lärmschutzes dürfen nur nach Maßgabe der Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm angeordnet werden."

Keine erhöhten Unfallzahlen

Für den Reuterweg seien im Lärmaktionsplan keine Maßnahmen vorgesehen. Auch gebe es keine erhöhten Unfallzahlen in dem Abschnitt, weshalb vorerst kein Handeln nötig sei. Die Geschwindigkeiten würden jedoch von der Polizei überwacht. Sieben Messungen habe es 2018 gegeben, die Übertretungsquote lag bei drei Prozent. Dennoch: "Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass vereinzelte Fahrer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit massiv überschreiten", so Oesterling.

Die Thematik der nächtlichen Raser sei nicht nur im Reuterweg ein Problem, die Polizei versuche der Situation mit mehr Kontrollen Herr zu werden.

von Niklas Mag

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