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Wer mit solch einem Lächeln empfangen wird, kann sich nur wohlfühlen: Arletty de la Cruz an der Pforte zum Kindergarten Sankt Markus in Nied, den sie mit viel Leidenschaft unterstützt. Angefangen hat sie bei der "Tafel", der Lebensmittelausgabe in Höchst. 

Ihr Lächeln öffnet alle Türen

Arletty de la Cruz ist die gute Seele im Kindergarten Sankt Markus in Nied

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Arletty de la Cruz ist die gute Seele im Kindergarten Sankt Markus - anderen zu helfen ist ihr eine Passion.

Frankfurt - Lachen fällt Arletty de la Cruz so leicht wie Atmen. Und genauso lebenswichtig ist es für sie. "Es hilft in vielen Situationen und macht den Alltag leichter", sagt sie. Wenn sie etwa mit ihrer besten Freundin in der Straßenbahn unterwegs sei, passiere es schon mal, "dass wir beide mit unserem gemeinsamen Lachanfall das ganze Abteil anstecken". 

Doch da ist noch etwas anderes, was für die Mutter dreier Kinder das Natürlichste der Welt zu sein scheint: Menschen helfen. "Wenn mich irgendjemand um etwas bittet, muss ich einfach helfen. Nein sagen? Das kann ich einfach nicht", erklärt sie. "Ich habe das wohl von meinem Vater, der auch so ist." Die Hilfsbereitschaft müsse freilich auch mit Zuverlässigkeit einhergehen. "Wenn Du jemandem Hilfe zusagst, musst Du auch dazu stehen".

Himmlischer Helfer

Dazu gehöre es, Verantwortung zu übernehmen. Das ist nicht immer leicht: Wenn ihr die mal über den Kopf wachsen sollte, setzt die gläubige Katholikin auf einen himmlischen Helfer: "Dann sage ich: Gott, hilf mir da durch - und dann wird es gut!"

Als Sechsjährige kam sie aus der Dominikanischen Republik mit ihrem Bruder und ihrer Mutter nach Deutschland, lebte zunächst in Darmstadt, dann im Frankfurter Ostend, und zog im Sommer 2008 nach Nied. Ihren Mix aus Menschenliebe und Gottvertrauen brachte sie zunächst in die Arbeit der Frankfurter Tafel in Höchst ein - inklusive Kistenschleppen und Tüten packen.

2011 begann das Engagement im Elternbeirat des Kindergartens Sankt Markus, den ihre Tochter Arleni besuchte. "Viele Eltern, auch deutsche, hatten Schwierigkeiten im Umgang mit den deutschen Behörden und der Bürokratie - denen wollte ich helfen", erinnert sie sich an ihre Motivation. Zwar habe sie anfangs ihrerseits selbst nicht viel davon verstanden, sich aber schnell in die Materie eingearbeitet.

Hilfe als Behörden-Lotsin

Zugute kam ihr dabei auch ihre Beharrlichkeit: "Dranbleiben ist wichtig. Um ans Ziel zu kommen, musst du auch mal die Behördenmitarbeiter immer wieder nerven, anrufen und Briefe schreiben." Ihre Talente setzte sie für ähnliche Fälle bald auch als ehrenamtliche Behörden-Lotsin im Diakoniezentrum Nied für die Menschen im Frankfurter Westen ein.

Derweil wuchs ihr Engagement in der Kita stetig. Kaum ein Ausflug, den sie nicht organisiert und begleitet. Auch wenn es gilt, mit den Kindern und Eltern zu basteln oder Räume zu dekorieren, ist Arletty de la Cruz ganz in ihrem Element. Einmal fehlte die Putzkraft der Kita - kurzerhand schnappte sie sich Eimer und Lappen und legte los.

Man versteht, was Kita-Leiter Mate Pasalic meinte, als er sie kürzlich beim großen Sommerfest mit den anderen ehrenamtlichen Helfern auf die Bühne holte und als "unsere All-Inclusive-Helferin" vorstellte.

Umgekehrt hat sie nur gute Worte für Mate Pasalic übrig: "Er hat eine tolle Art, allen Ideen und Vorschlägen gegenüber erst mal aufgeschlossen zu sein", lobt sie. Außerdem könne er sich für Dinge begeistern und "freuen wie ein Kind." Überhaupt sei die Kita Sankt Markus "nicht einfach nur ein Kindergarten, sondern ein Zuhause: Du kommst rein und fühlst Dich sofort willkommen."

Manchmal, so erzählt sie, fragten sie Freunde, warum sie denn überall mitmachen, helfen und sich einbringen müsse. Die Antwort habe mit ihren Kindern zu tun - und damit, ein guter Mensch und Vorbild sein zu wollen. So hätten ihre zehnjährige Tochter Arleni und ihr siebenjähriger Sohn Javier ihr neulich gesagt: "Mama, wir wollen auch Menschen helfen!" Etwas Schöneres, sagt Arletty de la Cruz, könne es doch nicht geben. Und lacht.

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