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So soll die DFB-Akademie aussehen.

Baustart

DFB-Akademie in Frankfurt: Nach drei Jahren endlich der erste Spatenstich

Bei der Grundsteinlegung für die DFB-Akademie wollte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der einzige Vertreter der Stadt Frankfurt sein. Dafür intervenierte Feldmann sogar beim Deutschen Fußballbund (DFB). Doch der Verband wollte die maßgeblichen Protagonisten des Projekts ebenfalls dabei haben. Am Ende war für alle ein Spaten da.

Frankfurt - Mit mehr als drei Jahren Verzögerung ist gestern der erste Spatenstich für das bis zu 150 Millionen Euro teuere DFB-Leistungszentrum erfolgt. Vorausgegangen war ein langwieriger Rechtsstreit mit dem Frankfurter Renn-Klub, der die Übergabe des Baugrunds immer wieder verzögert hatte.

Frankfurt: Helden der Rennbahn

Als Helden der Rennbahn in der Auseinandersetzung erwiesen sich der frühere Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz. (Grüne), Sportdezernent Markus Frank und Baudezernent Jan Schneider (beide CDU). Nach der letzten Niederlage vor Gericht zollte sogar der unterlegene Renn-Klub-Vizepräsident Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels Frank und Schneider Respekt. Er verlieh ihnen am Rande einer Sitzung des Stadtparlaments den "Ehrenpreis der Gerichtsmeile". Gestern war Spatenstich für das Großprojekt des Sports.

Oberbürgermeister Peter Feldmann wollte als einziger Vertreter der Stadt bei der Grundsteinlegung der DFB-Akademie in Niederrad zum Spaten greifen und verlangte vom DFB seine exklusive Anwesenheit bei dem Ereignis. Doch da biss Feldmann bei DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius auf Granit. "Der DFB möchte bei der Spatenstich-Veranstaltung gerne ein guter Gastgeber sein. Er hat daher . . .auch die Stadträte Frank und Schneider als Vertreter der Stadt eingeladen, da wir in den vergangenen Jahren mit den beiden Dezernenten bei dem Projekt intensiv zusammengearbeitet haben", teilte Curtius dem Oberbürgermeister kurz und bündig mit.

Da Sportdezernent Frank gönnen kann, holte er auf dem Weg zur Grundsteinlegung auch noch den früheren Bürgermeister und Planungsdezernenten Cunitz (Grüne) ab, damit auch dieser mitfeiern konnte. Cunitz hatte sich während seiner bis zum Jahr 2016 währenden Amtszeit ebenfalls für das DFB-Projekt eingesetzt. Frank sagte nach der Veranstaltung: "Das war ein schöner, emotionaler Termin für mich nach den zahlreichen Angriffen, die ich vonseiten des Renn-Klubs aushalten musste."

Grundsteinlegung der DFB-Akademie: Lob für CDU-Politiker

Bei der Grundsteinlegung selbst lobte der Oberbürgermeister dann die Leistungen von Frank und Schneider. Etliche Gäste hatten allerdings über das "Rennbahn-Gate" des Oberbürgermeisters in dieser Zeitung gelesen. "Da hätte er mehr Größe zeigen können", lautete der einhellige Tenor.

Zur Grundsteinlegung waren auch viele der rund 200 Mitarbeiter des DFB an der Otto-Fleck-Schneise gekommen. Sie werden nach Fertigstellung des Neubaus 2021 dort einziehen.

Helden der Rennbahn (von links): Baudezernent Jan Schneider (CDU), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Alt-Bürgermeister Olaf Cunitz (beide Grüne) und Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Dass Feldmann andere Stadtpolitiker nicht neben sich auf Fotos duldet, ist übrigens kein Einzelfall. Bei der Erstürmung des Rathauses und der Schlüsselübergabe am Fastnachtssamstag, 2. März, wollte er verhindern, dass Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) und weitere Stadtverordnete neben ihm den Römerbalkon betreten. Und bei der Eröffnung der Bürgerberatung in der neu gebauten Altstadt am 7. März durchschnitt der Oberbürgermeister das rote Band schon vor der vereinbarten Zeit, um alleine auf dem Foto zu sein.

von Thomas Remlein

Kommentar zum Baustart 

Es gab einmal einen König, der herrschte im 18. Jahrhundert über Frankreich. Ludwig XIV. wollte wie die Sonne, das Zentrum des Planetensystems, wahrgenommen werden. Als alles und alle überstrahlender Mittelpunkt des Staates . Nur Gott ließ der Monarch über sich gelten. Absolut war seine Herrschaft. . "L'État c'est moi" - der Staat bin ich...

Die Stadt bin ich - so lässt sich das Verhalten des OB Feldmann zusammenfassen. Es war keine Frage, die sein Hauptamtsleiter dem DFB-Generalsekretär gestellt hat. Es war ein "Hinweis", dass Feldmann als "alleiniger Vertreter Diskussionsbeitrag, Fotoaufnahme und Spatenstich wahrnehmen wird". Da gibt es nichts falsch zu verstehen. Es war der Versuch einer Ansage an den DFB. Die gescheitert ist.

Oberbürgermeister Peter Feldmann wäre besser beraten, sich an die Maxime der preußischen Königs Friedrichs II. zu halten. Der sagte über sich: "Ich bin der erste Diener meines Staates."

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