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Ein Wohnhaus mit Außentreppen, das im Hilgenfeld umgesetzt werden soll.

Bauvorhaben in Frankfurt

Mit dieser Architektur sollen bezahlbare Wohnungen geschaffen werden 

In Frankfurt wird der Wohnraum immer knapper und die Mieten immer höher. Mit dieser besonderen Architektur soll dem Problem entgegengewirkt werden. 

Frankfurt - Wie lassen sich noch architektonisch anspruchsvolle Wohngebäude bauen, deren Mieten sich wenigstens Durchschnittsverdiener leisten können? Antworten auf diese Frage sind seit Freitag im Deutschen Architekturmuseum zu sehen. Die zehn ausgestellten Entwürfe hatten es beim Wettbewerb „Wohnen für alle: neues Frankfurt“, den die Stadt Frankfurt, das Deutsche Architekturmuseum und der städtische Wohnungskonzern ABG Frankfurt Holding ausgelobt hatten, in die finale Runde geschafft. Vier von ihnen will die ABG im Neubaugebiet Hilgenfeld nördlich des Frankfurter Bergs errichten. Dort sollen von kommendem Jahr an etwa 850 Wohnungen entstehen, davon 40 Prozent gefördert.

Wohnen in Frankfurt: Bauvorhaben soll von Standards abweichen

Gemeinsam ist den vom Preisgericht ausgewählten Vorschlägen der Büros Duplex (Zürich, Hamburg, Düsseldorf), Schneider + Schumacher (Frankfurt), Lacaton & Vassal (Paris) sowie NL Architects (Amsterdam) und Studyo (Köln), dass sie bewusst von einigen Standards abweichen, damit die Wohnungen, wie vom Bauherrn angestrebt, zu Quadratmeterpreisen von 11,50 bis 11,80 Euro vermietet werden können. Zwei der Gebäude, die im Hilgenfeld Platz finden sollen, werden etwa über Außentreppen erschlossen. Die Treppen im Gebäude von Lacaton & Vassal verlaufen zum größten Teil im Außenraum. An Aufzügen wird gespart. Die über eine Brücke verbundenen Punkthäuser „Max und Moritz“, die Schneider + Schumacher vorschlagen, sollen einen Aufzug für 51 Wohnungen haben.

Junker kündigte an, dass man, um Kosten zu sparen, auf die Einhaltung der einen oder anderen DIN-Vorschrift verzichten werde. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) regte an, die technischen Vorschriften für das Bauen kritisch zu überprüfen. Dass sie deutlich schärfer als in anderen EU-Ländern seien, verteuere schließlich den Wohnungsbau.

Wohnen in Frankfurt: Laubengänge sind Teil des architektonischen Konzepts

Teils setzen die Büros auf architektonische Konzepte, die viele Jahre alles andere als en vogue waren: NL Architects schlagen den Bau eines Terrassenhauses vor, mit geschützten Laubengängen und kleinen dreieckigen Terrassen. Die tragenden Wände sollen aus Beton, die Decken aus Holz sein. Auch Duplex setzt auf Laubengänge. Tiefe Terrassen sollen wie Vorgärten wirken, die die Bewohner selbst begrünen. Diese Begrünung soll die eigentliche Fassade bilden, die sich im Jahreswechsel je nach Vegetationsphase verändert.

Ursprünglich sollte eines der vier Grundstücke, die die ABG nach bestem Konzept zum Festpreis an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohngruppen vergeben will, mit einem der ausgezeichneten Entwürfe bebaut werden. Doch dazu wird es, wie ABG-Geschäftsführer Junker am Rande der Ausstellungspräsentation sagte, nicht kommen. Diese seien dafür nicht so geeignet. Eventuell könne die Projektgruppe, die den Zuschlag für dieses Baugrundstück erhalte, aber Kontakt zum Büro Praeger Richter (Berlin) aufnehmen, dessen Entwurf für „Frankfurter Mietbauhäuser“ von der Jury mit einer Anerkennung bedacht wurde, sagte Junker.

Die Ausstellung ist bis 23. Juni im Deutschen Architekturmuseum, Schaumainkai 43, zu sehen.

von Christoph Manus

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