+
Brauereimeister und Betriebsleiter Peter Winter kontrolliert den Gärungsvorgang. Hinter ihm stehen die großen Braukessel aus Kupfer

Traditionsbrauerei

In der Binding Brauerei wird seit 150 Jahren erfolgreich Bier gebraut

  • schließen

Frankfurt verbindet eine lange Tradition mit dem allseits beliebten Bier. In den Kesseln der Binding-Brauerei wird seit 1870 gebraut. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Frankfurt - Wasser, Malz, Hopfen und Hefe – nur vier Zutaten braucht es, um den goldenen Gerstensaft herzustellen. Festgehalten wurde diese Rezeptur am 23. April 1516 im bayerischen Ingolstadt als Reinheitsgebot. Seit diesem Tag werden in Deutschland und Österreich beim Bierbrauen nur diese vier natürlichen Zutaten verwendet. Es ist die älteste, heute noch gültige, lebensmittelrechtliche Vorschrift.

Auch in den großen kupferfarbenen Kesseln der Binding Brauerei auf dem Sachsenhäuser Berg mischt sich täglich das Frankfurter Trinkwasser mit Malz und Hopfen aus dem Rhein-Main Gebiet. Die von jeder Brauerei selbst gezüchtete Reinzuchthefe darf nicht fehlen.

Frankfurter Traditionsbrauerei wurde 1870 von Conrad Binding gegründet 

„Im Mittelalter kam die Hefe noch aus der Luft“, sagt Brauereimeister und Binding-Betriebsleiter Peter Winter. Dass Hefe-Sporen für die alkoholische Gärung sorgen, wussten die Brauer damals noch nicht. Die Brauereien standen zu diesen Zeiten oft neben Bäckereien. Wenn nicht genug Hefe in der Luft war, ging die Gärung auch mal schief. Dass hinter dem Gärungs-Prozess Mikroorganismen steckten, fand erst um 1860 der französische Chemiker Louis Pasteur heraus.

Gegründet wurde die Frankfurter Traditionsbrauerei 1870 von Conrad Binding. Sein Brauhaus „die Brauerei Ehrenfried Glock“ stand zunächst in der Altstadt am Garküchenplatz 7. Nur elf Jahre später ließ er die Brauerei auf dem Sachsenhäuser Berg bauen, die damit zur größten Brauerei der Stadt wird. Heute ist die Braustätte sogar die größte in ganz Hessen. Auf dem etwa 56 000 Quadratmeter großen Firmengelände können bis zu 140 000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Die Zutaten werden mit großen Lastwagen angeliefert. So transportiert jeder mit Malz beladene Lkw etwa 25 000 Kilogramm der Zutat auf das Gelände der Brauerei. „Das reicht aber gerade mal für einen Sud“, sagt Winter.

Binding-Betriebsleiter Peter Winter hat als Braumeister seinen Traumjob gefunden

Er arbeitet seit 1988 bei Binding. Als Brauereimeister hat er seinen Traumjob gefunden. Das Schönste an seinem Beruf: „Mit diesen vier natürlichen Zutaten und den verschiedenen Brauverfahren gibt es über eine Million Möglichkeiten, in verschiedenen Kombinationen Bier herzustellen“, sagt er. Bier brauen hat nämlich auch viel mit Chemie zu tun.

An dem Arbeitsplatz von Winter, der Brauerei, ist es immer warm und duftet nach süßer Malzwürze. In den fünf großen Sudkesseln laufen dort rund um die Uhr von Montag bis Freitag die verschiedenen Schritte des Bierbrauens ab. 

Zuerst werden Malzschrot und Wasser in der Maischpfanne gemischt. Im Läuterbottich werden die festen Malzteile abgesiebt. „Rund 100 000 Liter passen da rein“, sagt Winter. In der Würzepfanne kommt der Hopfen dazu. Das Eiweiß, das durch das Erhitzen entsteht, wird im sogenannten „Whirlpool“ abgesaugt. Wenn das Gemisch auf 14 Grad abgekühlt wurde, kommt die Hefe dazu. Nach etwa einer Woche im Gärtank ist das Bier fertig gereift und bereit zum Trinken. Von der Qualität überzeugt sich auch Winter gerne. Er selbst trinkt am liebsten Export.

Von Svenja Wallocha

Lesen Sie auch

Ohne Binding machen nicht alle Vereine beim Schweizer Straßenfest mit: Beim Schweizer Straßenfest werden die Sachsenhäuser Vereine dieses Jahr nicht dabei sein. Der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße wurde jetzt in seiner Arbeit bestätigt und wiedergewählt.

Der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße versteht den Aufruhr ums Schweizer Straßenfest nicht: Seit bekannt ist, dass das Schweizer Straßenfest dieses Jahr nicht unter der Sponsorenflagge von Binding segelt, herrscht Sturm in Sachsenhausen. Im Interview sprechen Dr. Torsten Schiller, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße, und Vorstandsmitglied Ralf Wagner, Chef des Restaurants „Apfelwein Wagner“, über die Gründe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare